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"Martinstag":(St.)Martin von Tours zwischen Legende und Historie

11. November 2017 (HL-Red-RB) November - der "Stille" Monat des Jahres? Nun, gemeint sind dabei insbesondere der Volkstrauertag und Totensonntag sowie der Buß- und Bettag. Heute allerdings kommt der "Martinstag" dazu, der - wie die vorgenannten Festtage - ebenso unterschiedlich von Region zu Region begangen wird.

In Lübeck führte auch schon dem Brauch entsprechend, ein "St. Martin zu Pferd viele, viele Kinder mit deren leuchtenden Laternen an, um nach einem Gottesdienst in der Marienkirche wieder zum Ausgangspunkt Marienschule zurückzukehren.





Ähnlich im Rheinland, wo dann „geschnörzt“ wird, also um kleine Leckereien gesungen. Hier und da gehört auch die Martinsgans auf den Teller – aber das sind Traditionen, von denen der folgende Beitrag aus WIKIPEDIA berichtet:
"Martinstag - dieser Tag fällt jedes Jahr auf den 11.11. Dieser Tag ist der Tauftag Martin Luthers. Wer hätte das nicht nur gedachtd - sondern auch gewusst? Aber weiter: Hl. Martin, Martinstag - was der hl. Martin von Tours mit Gänsen zu tun hatte? Eigentlich nichts! Die Verbindung zum Federvieh wäre insofern denkbar, weil damals die Gans eine bevorzugte Zinsbeigabe an den Grundherrn darstellte. Als diese mag sie bezüglich des Hauptzinstages, eben St. Martinstag, mit dem Heiligen verknüpft worden sein (so wie der Osterhase mit dem Osterfest).

Das Reich der Legenden:
Erst viel später erzählte man Legenden in der Martin mit Gänsen in Verbindung gebracht worden ist, wie z.B.:
Martin sollte Bischof werden, fühlte sich dessen aber noch unwürdig und versteckte sich vor der Zeremonie im Gänsestall. Als er dort gesucht wurde verrieten die Gänse Martin durch ihr aufgeregtes Geschnatter. Besser recherchiert, kompetenter informiert - und zu "Luther"?

Oder: Als Martin als Bischof predigte, wurde er durch eine Schar schnatternder Gänse welche in die Kirche watschelten, unterbrochen. Dies sollte Folgen haben für die Nachkommen der Gänse. Mahlzeit zu "Martiniganslbraten".




...da kann frau/man das „Wasser im Mund zusammen laufen“ – oder?

Wahr hingegen ist: Martin von Tours ist um 316 geboren im ungarischen Sabarina (Pannonien). Mit 15 Jahren trat er in die röm. Armee unter den Kaisern Constantinus und Julian ein. Beim Stadttor von Amiens trug sich die "Mantelszene" zu:
Martin sah einen Bettler welcher erbärmlich fror. Er nahm seinen Umhang, zückte das Schwert, teilte den Mantel und gab eine Hälfte davon dem Frierenden. Nachts darauf träumte Martin von Jesus, der mit seinem Mantel bekleidet war. Hatte Jesus nicht gesagt: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan". - Mit 18 Jahren getauft verließ er die Armee und wurde Schüler des Hilarius. Geht zu seinen Eltern um diese zu bekehren, danach zog er weiter auf die Insel Gallinari (Genua) um dort als Eremit zu leben. - Anno 360 zog er nach Poitiers. 361 gründete er in Liguge das 1. Kloster des Abendlandes. 371 wurde er durch die Gunst des Volkes Bischof von Tours. 375 stiftete er ein Kloster in Marmoutier. Er wurde Vorbild für das Mönchtum wegen seiner Missionstätigkeit.
397 starb er auf einer seiner seelsorgerischen Reisen entkräftet. Im 5. Jahrhundert wird über seinem Grab eine Kapelle errichtet. Später wurde sie durch eine Basilika, aus der sich wiederum später das Kloster St. Martin entwickelte, ersetzt. - Man gedenkt noch heute vielerorts mit Martini-Brot u. Martini-Gänsebraten des Brauches, Gaben in Form von Lebendvieh (früher waren es Hühner) an die Armen zu verteilen. Auch Umzüge werden veranstaltet.

Dieser Martin von Tours, der das Reich der Franken und die von ihnen besiedelten Gebiete geprägt hat, war in der lateinischen Kirche der erste, der den Grad der Heiligkeit nicht durch seinen heldenhaften Tod als Märtyrer, sondern durch sein heroisches Leben erreichte. Vor mehr als 1.600 Jahren, am 8.11.397, ist der dritte Bischof von Tours gestorben. Martin, personales Bindeglied zwischen Rom und dem Frankenreich, verkörperte modellhaft für Jahrhunderte das neue spätantike Priester- und Bischofsideal: Ein asketischer Mönch, gebildet und tatkräftig zugleich, für den Kult und Kultur der gleichen Quelle entsprangen, der lebte, was er predigte, der sich vor Christus beugte, um ihn herrschen zu lassen. Am 11. November 1997 wurde zum eintausendsechshundertsten Mal seines Todes gedacht.

Der traditionelle Martinsumzug:
Der Martinsumzug am Martinsabend vereint eine verkleidete Person, die den heiligen Martin auf einem Schimmel(!) darstellt, oft gehört auch ein "Bettler" dazu, immer aber eine große Kinderschar (und ihre Eltern), di"Martinstag 11.11.":(St.)Martin von Tours zwischen Legende und Historie
e singend durch die Stadt/Gemeinde ziehen. Um den rechten Takt zu finden, wird der Gesang oft von einer Blaskapelle unterstützt. Die Kinder tre singend durch die Stadt/Gemeinde ziehen. Um den rechten Takt zu finden, wird der Gesang oft von einer Blaskapelle unterstützt. Die Kinder tragen bei dem Umzug ihre - meist selbst gebastelten - Martinslampen und"Martinstag 11.11.":(St.)Martin von Tours zwischen Legende und Historie
Martinsfackeln. - Der Martinsumzug findet seinen Abschluss vielfach durch die Mantelteilung oder durch ein Martinsfeuer. Der Lichterumzug hat Martinsfackeln. - Der Martinsumzug findet seinen Abschluss vi"Martinstag 11.11.":(St.)Martin von Tours zwischen Legende und Historie
elfach durch die Mantelteilung oder durch ein Martinsfeuer. Der Lichterumzug hat ein liturgisches Vorbild: das Lucernarium, die Lichterprozesselfach durch die Mantelteilung oder durch ein Martinsfeuer. Der Lichterumzug hat ein liturgisches Vorbild: das Lucernarium, die Lichterprozession zur ersten Vesper des Vortages, wie sie an hohen "Martinstag 11.11.":(St.)Martin von Tours zwischen Legende und Historie
Festtagen üblich war. er seine Bescheidenheit, nicht Bischof werden zu wollen.

Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck

Daran erinnert sich gerne
Reinhard Bartsch
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