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Luthers "Thesenanschlag" aus Sicht der freien Enzyklopädie

31. Oktober 2018 (HL-Red-RB) Gerne stellt Lübeck-TeaTime auch diesen - wie die Redaktion meint - interessanten, weil sicherlich neutralen Blick auf des Reformators Dr. Martin Luther Thesenanschlag von vor 500 Jahren vor. Wurde da wirklich an die Kirchentür "genagelt"? Oder ob und wie diese Thesen im übrigen "verbreitet" wurden:
"95 Thesen, in denen er gegen Missbräuche beim Ablass und besonders gegen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen auftrat, wurden am 31. Oktober 1517 als Beifügung an einen Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, das erste Mal in Umlauf gebracht. Da eine Stellungnahme Albrechts von Brandenburg ausblieb, gab Luther die Thesen an einige Bekannte weiter, die sie kurze Zeit später ohne sein Wissen veröffentlichten und damit zum Gegenstand einer öffentlichen Diskussion im gesamten Reich machten.

Der Thesenanschlag, bei dem, so die Überlieferung, Martin Luther seine 95 Thesen am 31. Oktober 1517 eigenhändig an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, wird erstmalig erwähnt von Luthers Sekretär Georg Rörer, der 1540 in einer Bearbeitungsnotiz zum Neuen Testament von der Bekanntmachung der Thesen an den Türen mehrerer Wittenberger Kirchen berichtet.[1] Allerdings ist unwahrscheinlich, dass Rörer Augenzeuge des Thesenanschlags war.
Bis zum Fund der Notiz im Jahr 2006 galt eine Bemerkung von Philipp Melanchthon als ältester Beleg des Thesenanschlags. Da Melanchthon aber erst 1518 nach Wittenberg berufen wurde, war wMartin Luthersohl auch er kaum selbst Augenzeuge jenes Ereignisses, nach dem sich die Thesen nach üblicher Schilderung von dort aus lauffeuerartig in ganz Deutschland verbreiteten und daher als Einleitung der Reformation angesehen werden.

Ausgehend vom Jesuswort „Tut Buße“ (Mt 4,17 LUT) wendet sich Luther zunächst gegen die kirchlich geschürte Angst vor dem Fegefeuer. Ab der These Nr. 21 bildet der Ablasshandel den Schwerpunkt seiner Ausführungen. Er bezeichnet den Ablass als „gutes Geschäft“ (Nr. 67), spricht ihm aber jegliche Wirkungskraft ab, „auch die geringste läßliche Sünde wegzunehmen“ (Nr. 76). In Nr. 81 werden „spitzfindige Fragen der Laien“ angekündigt, die sich als rhetorische Fragen erweisen, beispielsweise Nr. 86: „Warum baut der Papst, der heute reicher ist als der reichste Crassus, nicht wenigstens die eine Kirche St. Peter lieber von seinem eigenen Geld als dem der armen Gläubigen?“ Den Abschluss bildet ein Aufruf an die Christen, „dass sie ihrem Haupt Christus durch Strafen, Tod und Hölle nachzufolgen trachten und daß die lieber darauf trauen, durch viele Trübsale ins Himmelreich einzugehen, als sich in falscher geistlicher Sicherheit zu beruhigen“."

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