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Reformationstag: Luther heute weltweit aktuell

31. Oktober 2018 (HL-Red-RB) Heute wird der Reformationstag gefeiert. Er ist seit diesem Jahr ein fester gesetzlicher Feiertag. HL-live.de Pastor Heinz Rußmann erklärt die Bedeutung der Gründung der evangelischen Religion. Seinen Gedanken dazu schließt sich - in gegenseitigem Einvernehmen - Lübeck-TeaTime für den Einstieg in den heutigen Feiertag gerne an:
"Weil es weltweit große Religionen gibt, bei denen Gesetze, Gebote, Regeln und die unbarmherzige Vergeltung in den Vordergrund gestellt werden, ist Luther weiter aktuell und wichtig.

Am Reformationstag versuche ich das mit moderner Psychologie zu erklären. Nach dem bedeutendsten Psychologen heute für die Verständigung, Professor Friedemann Schulz von Thun, haben wir alle vier Pole im inneren Team unserer Seele. Nach dem dritten Band seines millionenfachen Erfolg–Taschenbuchs "Miteinander reden" haben wir alle das Streben im Inneren Team unserer Seele nach Gerechtigkeit und Ordnung, aber auch nach Freiheit und Ideenentfaltung. Andererseits streben wir nach Liebe und Nähe, aber brauchen auch die nötige Distanz zu anderen.

Als Partner suchen wir den gleichen Typ. Gleich und gleich gesellt sich gern. Dann sind wir auf Dauer oft von Langeweile bedroht. Oder aber die Gegensätze ziehen sich an als unsere lebendige Ergänzung. Dann droht auf Dauer Streit und Polarisierung. Der Ordnungstyp wird ordentlicher und pingeliger. Der Freiheitstyp immer chaotischer. Es droht dauernder Streit. Es hilft bei allen vier Charakter-Polen nur, daß man sich im gemeinsamen Feld in der Mitte wieder verständigt.

Was hat das nun mit Jesus und Martin Luther zu tun? Das Judentum zur Zeit Jesu war stark an Gerechtigkeit, orientiert. Beachtung der Zehn Gebote und der 613 Gebote des Alten Testaments. Das machte es oft hart im Leben und unbarmherzig Die gerechten Juden verachteten die Heiden und distanzierten sich von ihnen total. Ährenraufen aus Hunger war am Feiertag ein Verbrechen. Jesus erkannte als Gottes Sohn und unser Vorbild, dass zwanghafte, unbarmherzige Gerechtigkeit nicht im Sinne Gottes ist. Er setzte sich zwar ein für die soziale Gerechtigkeit. Im Vordergrund stand aber als ein Pol im Fließgleichgewicht: Freiheit und barmherzige Liebe und die Regeln dazu.

Der Apostel Paulus erkannte Jesus am besten und predigte: zur Freiheit hat uns Christus befreit (Galaterbrief 5,1 und Römerbrief). Deswegen lasst ab vom Joch der ständigen Gebotserfüllung als religiösem Hauptziel. Das betont Paulus. Die Christen brauchten sich zum Beispiel nicht mehr beschneiden zu lassen und konnten gemeinsam mit Heiden essen und vieles mehr.

Martin Luther entdeckte damals, dass im katholischen Christentum seiner Zeit wieder die reine Gebotserfüllung als Heil zu sehr im Vordergrund des Glaubens stand. Als Christ und dann als Mönch lebte er ständig als ein Gebotserfüller, um sich die Liebe Gottes zu verdienen. Dadurch wurde er aber depressiv und ungläubig. Dann entdeckte er durch das Neue Testament die Liebe und Vergebung Gottes durch Jesus. Jesus hatte schon beim Kreuzestod für unsere Sündenvergebung als stellvertretende Sühne bezahlt. Wir müssen nur seine Liebe als Glück und Geschenk annehmen. Wir können die Nähe Gottes suchen, des gütigen Vaters von Jesus und uns. Weil wir geliebt werden, können wir dann ganz frei, Nächsten- und Feindesliebe verschenken, barmherzig gerecht sein.

Im Judentum und im Islam und zum Teil im Katholizismus stehen Gerechtigkeit und Gebotserfüllung bisher weiter im Vordergrund. Die Tora, die Scharia und die katholische Lehre regeln das Leben der Gläubigen. Natürlich kennen sie auch etwas von Gottes Barmherzigkeit, weniger aber seine Liebe und seine Nähe durch Jesus.

Für die Zukunft der Menschheit ist es wichtig, fest an den einen Gott, den Schöpfer und Vollender zu glauben. Darin sind sich Juden, Moslems und Christen total einig. Für mehr Menschenliebe aber, und verantwortliche Freiheit brauchen wir die Liebe des Vaters und von Christus. Sie motiviert uns zur Nächsten und Feindesliebe. Sie wirkt in der nächsten, höheren Stufe der Evollution. Weil millionen religiöse Menschen das noch nicht erkannt haben, ist Martin Luther so aktuell heute für die zukunftsweisende Verständigung unter uns.

Ein gesegnetes Reformationsfest mit Gottesdienst

wünscht Euch Euer HL-live.de Pastor Heinz Rußmann."

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