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Der Geist Christi schenkt wohlwollendes Verhalten

09. September 2018 (HL-Red-RB) Inmitten der „Wirrnisse“ dieser Tage von Welt- bis Geschehen in unserer Republik, was weiter den Eindruck vermitteln muss, die Menschen haben trotz Wissen darum in dieser Welt nichts daraus gelernt oder sind einfach nicht bereit dazu, wohltuende Gedanken von HL-live – Pastor Heinz Rußmann, dass es eigentlich ganz einfach wäre, ein besseres Miteinander zu erreichen. Dies mit dem Stichwort „wohlwollendes Verhalten“, das im Grunde keinen Anspruch darauf hat, irgendwelcher „Religion“ vorbehalten zu sein. Wahrscheinlich zu einfach, dieses zu pflegen. Gerne aber auch die Gedanken des Pastors unter „Der Geist Christi schenkt wohlwollendes Verhalten“, das im gegenseitigen Einvernehmen auch in Lübeck-TeaTime in den Sonntag führen soll:
So schreibt er: „Diese Überschrift hat die aktuelle Predigt im Heidelberger Predigtforum zum Predigttext dieses Sonntags. Und der erste Satz vom Verfasser Pfarrer Klein lautet: "Es menschelt halt unter uns". Das schreibt Pastor Heinz Rußmann. Es geht um Streitigkeiten in unserem menschlichen Alltag und darum, wie wir mit Verschiedenheiten umgehen.
Das ist fast ständig unser Problem. Neulich gab es Streit in einem Sportverein über die korrekte Vereins- Kleidung beim Freizeit Sport. Die Diskussion wogte so hoch, dass einer der Kritiker sagte: "Wenn Du Dich nicht an die Regel hältst und ganz korrekt kleidest, dann tritt doch aus unserem Verein aus!" Da der so Angesprochene jahrzehntelang sich dort gemeinschaftsfördernd als Gründer und Gruppenleiter engagiert, fühlte er sich sehr gekränkt. Irgendwie haben ja beide recht. Solche und viele ähnliche Streitfälle begleiten uns täglich.

Wie finden Sie zum Beispiel, dass Kinder ab 17 Uhr in einem bestimmten Restaurant nicht mehr dabei sein dürfen, weil sie teilweise stören? Überall in der Welt und in Familien und Betrieben und sogar zwischen den Religionen gibt es die Feindschaft zwischen den fanatischen, etwas pingeligen Ordnungs-Hütern und den großzügigen, etwas chaotischen Freiheits-Liebhabern.

Von Anfang an galt in den christlichen Gemeinden das Liebesgebot: Einer trage des anderen Last. Der Geist Christi will überall wohlwollendes Verhalten stiften. Interessant ist, dass es den christlichen Gemeinden von Anfang an nicht immer gelungen ist völlige Eintracht zu wahren.

Eine große Spannung war schon damals wie überall die Spannung von Ordnungshütern mit Geboten und den Freiheitsliebhabern mit Liebe. Paulus hatte in den von ihm missionierten Gemeinden verkündet: Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Darum lasst ab vom Joch des Gesetzes. (Galaterbrief 5,1 und 22 )

Luther war ihm später gefolgt gegen die vorherrschende damalige Gesetzes-Gerechtigkeit im Katholizismus. Aber in den Gemeinden, die Paulus gegründet hatte, traten Gesetzes-Liebhaber auf, welche teilweise zum Judentum und den 617 Geboten im Alten Testament zurückkehren wollten, denn „Ordnung muss sein.“

Heute sieht der Konflikt in der Kirche etwa so aus: Ein forscher Pastor oder eine Pastorin, die sagen, wo es für die Gemeinde längs geht und die Regeln aufstellen, gelten als unerträglich autoritär. Liberale Pastoren aber werden kritisiert, dass sie die Zügel nicht genug in der Hand haben und ihrer Gemeinde hinterher trotten.

Ich selbst sage nach meiner Erfahrung immer wieder, dass es in Kirchengemeinden gewöhnlich mehr Wohlwollen und Verständigung gibt als in anderen Vereinen. Aber Rechthaberei, Überheblichkeit, Neid und Stolz verschonen auch Christi Kirche nicht ganz.

In der Predigt von Pfarrer Klein verwendet er dazu ein sehr kluges und lehrreiches Bild dafür, wir wir uns mit unseren sehr unterschiedlichen Charakteren gegenseitig kritisieren und verletzen und er schildert den Frieden und die Akzeptanz:

„Die Werkzeuge des Tischlers waren zu einer Besprechung zusammen gekommen. Der Hammer wurde zum Leiter gewählt. Doch bald musste er von den anderen Werkzeugen hören, dass er sein Amt niederlegen solle, da er zu grob und lärmend sei. Mit gekränkter Miene bemerkte der Hammer: Dann muss auch der Hobel gehen. Seine Tätigkeit ist zu oberflächlich. ( Nur dünne Späne.)

Schön, sagte der Hobel, dann wird auch der Bohrer gehen müssen. Er ist als Persönlichkeit so uninteressant und leistet niemals aufbauende Arbeit. Der Bohrer meinte beleidigt: Gut , ich gehe aber die Schraube auch. Man muss sie immer lange drehen, bis man mit ihr zum Ziel kommt. Wenn ihr wollt, gehe ich !, sprach die Schraube gekränkt, aber der Zollstock ist noch viel ärgerlicher. Er will über alles urteilen, und alle müssen sich nach ihm richten. Der Zollstock klagte über das Schmirgelpapier. Solche rauhen Manieren wollen wir nicht, und immer Reibereien mit anderen Leuten gefallen uns nicht!

Während sich die Werkzeuge beklagten und übereinander entrüsteten, trat der Tischler in die Werkstatt, band sich die Schürze um und fing an, mit all den Werkzeugen zu arbeiten. Er schuf ein wunderbares, reich verziertes Lesepult, von dem aus den Menschen dass Evangelium gepredigt werden sollte.“

Wenn Jesus unser Tischler ist, finden wir alle ohne Streit mit Wohlwollen den Platz in unserem Leben, für den uns Gott geschaffen hat. Das kann uns glücklich machen.“

Einen schönen Sonntag wünscht
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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