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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Hinweise auf die letzten Dienstagsvorträge vor der „Sommerpause“

12. März 2018 (HL-Red-RB) DIE GEMEINNÜTZIGE übermittelte folgende Hinweise auf die letzten Dienstagsvorträge vor der „Sommerpause“:
13.03.2018
Prof. Dr. Ingrid Breckner, HafenCity Universität Hamburg
Lebendiges Zentrum und soziale Vielfalt am Rand: Zukunftsperspektiven der Lübecker Stadtentwicklung.

Der Vortrag beschäftigt sich mit Konzepten kultureller Differenz in urbanen Räumen, ihren aktuellen urbanen Erscheinungsformen und damit verbundenen Herausforderungen für die Stadtentwicklung.

Fokussiert werden dabei der Strukturwandel des Einzelhandels in zentralen Lagen, die unterschiedlichen Nutzungsperspektiven von Bewohnern und Besuchern einer Stadt und Zuwanderungsprozesse, die vorwiegend städtische Randlagen prägen.

Ingrid Breckner ist eine der profiliertesten StadtforscherInnen Deutschlands – mit einem breiten sozialen Interessen- und Arbeitsspektrum. Geboren in Mediasch/Rumänien ist Breckner nach einem Studium der Erziehungswissenschaften und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München seit 1995 Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie in Hamburg.


20.03.2018
Künstlerische Teilnahme und kulturelle Teilhabe
Kinderrechte im dänischen und deutschen Kindertheater
Das Kinder- und Jugendtheater ist auf dem Weg. Mit Umwegen und Auswegen. Es will etwas auf den Weg bringen, manchmal auch den Weg weisen. Leider steht der Entwicklung immer noch so manches im Wege: Das Missverständnis von Kindertheater als Kinderteller, halbe Portion und halber Preis.

Aber: Das Kinder- und Jugendtheater, ob in Dänemark oder Deutschland, ist trotz aller Widrigkeiten auf dem Weg, was Inhalte und Ästhetik betrifft; denn es ist das zeitgenössischste Theater, schon allein wegen der Zielgruppenorientierung. Es ist das vielfältigste Publikum und deshalb hat es Vielfalt verdient, die Diversität als Thema, eine Polyphonie der Stile.

Und: es gibt eben nicht den einen Weg, Theater zu machen. Es geht um künstlerische Teilnahme und kulturelle Teilhabe; wichtig ist nach wie vor, dass es um etwas geht, dass die Darstellenden Künste Wege wagen, mit Relevanz, Substanz und Brisanz.

Professor Dr. Wolfgang Schneider ist Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, Vorsitzender der ASSITEJ Deutschland und Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche.

Gemeinsam mit dem Theater Tribühne.


27.03.2018
Jochen Peters, Lübeck
Dhaulagiri-Circuit-Trek
„Dhaulagiri” bedeutet „weißer Berg“. Im westlichen Teil des Himalaya steht dieser „Mont Blanc“ nur 35 km entfernt von der viel bekannteren Annapurna , die sich auf der Annapurna-Runde von allen Seiten bewundern lässt. Zwischen beiden Gipfeln hat der rauschende Khali Gandaki (der „schwarze Fluss“) ein 6000m tiefes fruchtbares Tal gegraben. Krasse Gegensätze zwischen Reisfeldern, Regenwäldern und majestätischen Eisgipfeln erwarten uns – eine Gruppe von 8 Freunden der Alpenvereinssektion Aachen. Im Oktober 2013 geht es nach Kathmandu, und von dort bei Regenwetter nach Pokhara und weiter zum Start unseres Treks. Auf der Westseite des Dhaulagiri brauchen wir eine gute Woche, bis wir endlich im Basislager ankommen. Ein eisiger Tag mit strahlender Sonne führt uns hinauf zum „Franzosenpass“, so benannt nach der französischen Erkundungs-Expedition von 1950, die am Ende in der Erstbesteigung der Annapurna – und damit des ersten Achttausenders überhaupt – gipfelte. Der Dhaulagiri musste noch 10 Jahre warten, bis auch hier Menschen den ersten Fuß auf den Gipfel setzen konnten. Der Abstieg ins 2700m tief gelegene Marpha am Khali Gandaki führt uns zurück ins Grüne – Apfelplantagen und Landwirtschaft dominieren hier. Nun sind wir auf der Annapurna-Runde, die im Nordosten vom „Thorung La“-Pass herunterzieht. Es ist nun deutlich touristischer, aber wir sind weiterhin mit unserer Trägermannschaft und Zelten gut versorgt. Abschließender Höhepunkt der Tour ist der Blick vom „Poon Hill“ auf die beiden gewaltigen Achttausendermassive von Dhaulagiri und Annapurna. Von 5 – 7 Uhr morgens erleben wir den Wandel von einer sternenklaren Nacht zum strahlenden Morgen, der zuerst die höchsten Bergspitzen erglühen lässt und dann die ganze Kulisse mit Licht übergießt. Zum Abschied blicken wir dann zurück zum sogenannten „Fischkopf“ im Osten der Annapurna-Gruppe, der in seiner bizarren Form ein bisschen ans Matterhorn erinnert.

Gemeinsam mit der Photographischen Gesellschaft Lübeck.


03.04.2018
Prof. Dr. Christine M. Graebsch, Juristin und Kriminologin, FH Dortmund
Desistance-Forschung: Warum geben Menschen auf, Straftaten zu begehen?
Die Desistance-Forschung beschäftigt sich mit der Frage, weshalb Menschen eine 'kriminelle Karriere' abbrechen. Auch nach einem langjährig von Straftaten geprägten Leben kommt es oft noch zu einem nachhaltigen Ausstieg. Die Desistance-Forschung überwindet die traditionelle Fragestellung der Kriminologie nach den Ursachen von Kriminalität. Statt erklären zu wollen, warum man damit anfängt, Straftaten zu begehen, fragt sie, weshalb man wieder damit aufhört. Es wird nicht untersucht, wie sich Straffällige von anderen Menschen unterscheiden, die weniger mit Straftaten auffallen. Statt den Blick auf das individuelle Rückfallrisiko zu konzentrieren, geht es darum herauszufinden, welche Wendepunkte und Entwicklungen zu einem Wandel beitragen, wenn ein solcher gelingt. Es wird auch gefragt, wie ein solcher Ausstiegsprozess unterstützt werden kann.

Der Vortrag erläutert Perspektiven und Erkenntnisse der Desistance-Forschung. Die Unterschiede zu einer an Risikofaktoren, Prognosen und standardisierten Behandlungsprogrammen orientierten Forschung werden herausgearbeitet. Es wird gezeigt, welche Schlussfolgerungen sich für die Soziale Arbeit mit Gefangenen, Haftentlassenen und von Haft Bedrohten ableiten lassen.

Prof. Dr. Christine M. Graebsch ist Juristin und Kriminologin, Hochschullehrerin für Recht der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Dortmund, Leiterin des Strafvollzugsarchivs und Lehrbeauftragte an den Universitäten Bremen und Hamburg."

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