Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Christianisierung verdammte Raben&Krähen - völliger Unsinn...

31. Dezember 2017 (HL-Red-RB) Nur noch wenige Stunden bis zum Jahrenswechsel. Sicherlich ein Grund, zurück zu blicken mit Gedanken, was man sich ein Jahr zuvor vorgenommen hat, also beispielsweise besser machen wollte, und was eben davon Wirklichkeit geworden ist, aber auch, was nicht. Ein Gedanke dabei auch zu wissen, dass wir nicht "allein auf der Welt sind". Denn ob es reicht, sich selbst für so stark zu halten, nicht auf andere angewiesen zu sein, zählt zu d e m Irrtum schlechthin, der sehr schnell erkannt werden dürfte. Damit die förderliche Feststellung, ein wenig die Augen öffnen zur Erkenntnis, worauf es eigentlich ankommt - und was wirklich stark macht.
Ein Beispiel, wie man – vor allem - "gemeinsam" stark sein kann, der Blick auf winterliche Verhältnisse, wie sie zwar derzeit (noch) nicht gegeben sind, aber mit Sicherheit nicht an uns vorbei gehen werden. Wie ich in dem Zusammenhang ausgerechnet auf – Krähen komme, wird in wenigen Zeilen deutlich: I

Eine Krähe „oben“ am Meisenknödel im Busch pickend, darunter seine „Kolleginnen und Kollegen“ - geduldig wartend auf das, was herunter fallen würde. Ein flatternder Streit oder Kampf um besagten „Knödel“ hätte viel Lärm und wenig Erfolg ergeben. Vielleicht sogar ein paar unnötige, aber bei diesen Temperaturen gefährliche Verletzungen nicht ausgeschlossen. Das Foto dazu folgt noch - und ein paar weitere Gedanken.

Was „sagt uns das“? Tiere, Vögel eben, die sich so „kultiviert und klug“ verhalten, können keine Dummköpfe sein. Eine Situation, die Erfahrung und Disziplin verrät – also Intelligenz. Und nun mag man sich daran erinnern, wofür Raben und Krähen alles „schlecht“ sind von Unglücksboten, Rabeneltern bis Aasfresser. Wie und warum aber die alten Götter und Könige deren Eigenschaften wie Weisheit und Intelligenz genutzt, warum diese „Schwarzröcke“ auch in unseren Märchen keine „schlechte“ Rolle spielen? Selbst König Artus soll sich in einen Raben verwandelt haben. Warum also das Negativ-Bild von Raben und Krähen?
Das leider hat die Christianisierung verursacht: Keine Götter, weil „schlecht“ - und damit auch deren treue Begleiter – schlecht. Bis heute zumeist...

Die moderne Wissenschaft hat sich in Experimenten mit und um die Intelligenz dieser Vögel beschäftigt. Erstaunliche Ergebnisse. Die Probanden zeigten vorausschauendes Handeln, sie verstecken - nur unbeobachtet - Futter für den Winter und finden dies mit erstaunlicher Merkfähigkeit wieder, stellen Werkzeug her – und lassen bekanntermaßen Nüsse „von oben herabfallen“ oder von Autos überfahren, um – bei freier Straße – die so geknackte Nahrung zu holen. Beobachtet von anderen, die das dann auch so nutzen, also Lernvermögen beweisen.
Oder selbst Raubtiere begleiten, um an der Beute teilzuhaben. Dass sie Müll-Reste und Deponien nutzen, haben sie aus dem Verhalten der Menschen gelernt, die mit ihrer Nahrung - auch für sie erkannt sehr „großzügig“ umgehen. Sicherlich hat die Aaskrähe als Allesfresser ihren Namen wohl verdient, aber das dürfte nur „situationsbedingt“ sein. Aber auch dies ist einfach nötig - ehe es richtig "stinkt"...

Als Ganzjahresvögel scheinen sie eben zu wissen, dass ein Flug gen Süden nicht notwendig ist. Wenn sie brüten, bleiben sie (dabei ihr Leben lang monogam) in Nestbereichen unter sich. Die Jungen sind zwar Nesthocker, allerdings mitunter vor der Flugfähigkeit schon auf dem Boden zu finden – werden aber weiter sorgfältig betreut und gefüttert. Der Begriff „Rabeneltern“ also völlig unberechtigt. Allerdings wird bei der Futtersuche nicht vor fremden Nestern, Eiern oder Jungen darin nicht Halt gemacht. Auch und eher unglaublich: Krähenvögel (und das sind Raben wie Krähen“) erinnern sich sogar unterschiedlicher Menschen nach Jahren noch, ob diese ihnen schon einmal wohl- oder übel gesonnen waren.

Eine "pickt" oben durch das Knödelnetz - die anderen warten auf das "Fallobst" - übrigens wie Amseln auf dem Balkonboden - während etwa Meisen und Sperlinge direkt an den Knödeln fressen



Foto © Reinhard Bartsch Luebeck)


Warum das alles in Lübeck-TeaTime? Nun, dieses Foto zeigt eindeutig die Klugheit und Disziplin an besagtem Meisenknödel. Die Überlegung daraus, dass auch Menschen erkennen sollten, dass sie nur „gemeinsam“ stark sind. Und wenn man weiter darüber nachdenkt – wie schnell ergeben sich weitere Einsichten. Vielleicht einige, die für „Raben und Krähen“ längst selbstverständlich sind.

Impressum