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Mi.: Eutiner Landesbibliothek "Vortrag über Jesuitenreisen"

25. November 2017 (HL-Red-RB) Prof. Dr. habil. Axel E. Walter, Leiter der Forschungsstelle für Historische Reisekultur in der Eutiner übermttelte folgenden Veranstaltungshinweis: "Reisen und Mobilität im Jesuitenorden - Öffentlicher Abendvortrag in der Eutiner Landesbibliothek zum Schluss des Reformationsjahres 2017.
Zum Abschluss des Reformationsjahres bietet die Eutiner Landesbibliothek am Mittwoch, 29. November 2017, 19:30 Uhr, einen Vortrag über den Jesuitenorden an. Luthers Kritik an der alten Kirche blieb ja keineswegs ungehört. Vielmehr hat die Reformation im 16. Jahrhundert auch insofern große Wirkung ausgelöst, als sich die katholische Kirche ebenfalls zu grundlegenden Reformen entschloss. Entscheidend an diesem Prozess wirkten die Jesuiten mit, die quasi zur intellektuellen Speerspitze der so genannten Gegenreformation wurden. Sie gewannen durch ihre ausgedehnte Missionstätigkeit viele Gläubige zurück, die Gesellschaft Jesu entwickelte sich aber auch zum schärfsten Gegner der Protestanten in der Frühen Neuzeit.

Seit ihrer Gründung 1540 prägte die Gesellschaft Jesu Kultur, Religion und Politik im frühneuzeitlichen Europa entscheidend mit. Ein Grundfeiler des Ordens war die Gründung von Schulen und Universitäten, an denen bis ins 18. Jahrhundert ein hohes Niveau gehalten wurde. Daneben und vor allem setzte der Orden von Anfang auf Mission, um zunächst in Europa die Seelen der Gläubigen, die Luther, Calvin und den anderen Reformatoren gefolgt waren, wieder in den Schoß der katholischen Kirche zurück zu führen. Die Ordensmitglieder waren selbst hoch gebildet und bestens geschult für diese Aufgabe, die bald auf die gesamte Welt ausgedehnt wurde. Das Netzwerk des Ordens spannte sich über ganz Europa bis nach China und Japan, Indien und das neu entdeckte Amerika. Trotz aller Erfolge – und oft auch gerade wegen dieser Erfolge – schlug dem Orden schon bald eine immer weiter wachsende Feindschaft entgegen, die sogar die katholische Kirche erreichte. Die Verschwörungsvorwürfe gegen die Gesellschaft Jesu hielten sich so hartnäckig, dass der Papst unter dem politischen Druck vieler europäischer Könige 1773 den Orden auflöste.

Der Historiker Markus Friedrich, Professor für Europäische Geschichte an der Universität Hamburg, ist Spezialist für die Geschichte des Jesuitenordens. Im vorigen Jahr hat er auf mehr als 700 Seiten die Kulturgeschichte der Gesellschaft Jesu nacherzählt. „Wir schätzen uns sehr glücklich,“ betont der Leiter der Forschungsstelle für Historische Reisekultur Prof. Dr. Axel E. Walter, „mit Markus Friedrich einen der bundesweit führenden Kenner der Geschichte des Jesuitenordens in Eutin begrüßen zu dürfen. Sein Vortrag wird zum Jahresende noch einmal einen neuen Akzent in den Diskussionen um die Reformation und ihre Folgen setzen, und er behandelt ein großes Thema der Reiseforschung, bei dem es noch sehr viel zu entdecken gibt.“ Das Reisen war dem neuen Orden gewissermaßen tief in die unverwechselbare DNA eingeprägt. Friedrich wird in seinem Vortrag einen Überblick darüber geben, warum das Reisen für die Jesuiten eine so herausragende Stellung hatte, wie Jesuiten reisten und welche Konsequenzen ihre enorme Mobilität für die europäische Kulturgeschichte tatsächlich hatte.

Der Vortrag beginnt um 19:30 Uhr im Seminarraum der Eutiner Landesbibliothek (Schlossplatz 4). Der Eintritt ist frei."

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