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Min.-Präsident zum Festgottesdienst des Reformationsjubiläums

31. Oktober 2017 (Schleswig/HL-Red-RB) Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum im Schleswiger Dom - Gemeinsam feiern: protestantisch, ökumenisch, weltoffen:
Mit zentralen Gottesdiensten und Empfängen in den drei Sprengeln Schleswig und Holstein, Mecklenburg und Pommern sowie Hamburg und Lübeck erinnerte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) am heutigen Reformationstag (31. Oktober) an die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers in Wittenberg vor 500 Jahren und zugleich an den Beginn der Reformation.

Viele hundert Menschen aus dem ganzen Land kamen dazu im Schleswiger St. Petri-Dom zusammen. Gäste aus Kirche und Politik, Wirtschaft und Kultur waren der Einladung von Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Pastor Thomas Baum, Vizepräses der Landessynode zu Festgottesdienst und Empfang gefolgt, unter ihnen Horst Eberlein, Weihbischof im Erzbistum Hamburg, Landtagspräsident Klaus Schlie, Dr. Bernhard Flor, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landesverfassungsgerichts, zahlreiche weitere Präsidentinnen und Präsidenten schleswig-holsteinischer Landesgerichte sowie der Bevollmächtigte des Landes beim Bund, Ingbert Liebing. Auch Geistliche aus der dänischen Kirche und der englischen Partnerdiözese Ely waren nach Schleswig gekommen.

Bischof Magaard: „Reformation heißt, die Hoffnung für die Welt nicht aufzugeben“
In seiner Predigt nannte Bischof Magaard Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren den Inbegriff der mutigen Bereitschaft eines Mönchs, mit seiner Kirche, mit Papst und Kaiser um die Wahrheit und die Freiheit des Glaubens zu streiten. Luther habe damals erkannt, „dass da einer ist, der um und für uns ringt und uns nicht uns selbst überlässt – mit unserem Scheitern und Gelingen. Das ist das evangelische Herz dieses Tages.“
Rückblickend sagte Magaard: „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten viel von der kulturprägenden Wirkung der Reformation lesen und hören können, von der Bedeutung dieses theologischen Aufbruchs für unsere demokratischen Werte, für Toleranz, Verständigungsbereitschaft und Freiheit. Die Wege, die dahin führten, haben wir kritisch und selbstkritisch wahrgenommen – anders als frühere Reformationsjubiläen, die einen Luther als Nationalhelden in den Mittelpunkt stellten und ihn so verzerrten.“ Heute bedeute der Geist der Reformation, getragen von der Liebe Gottes aufrecht leben zu können – im Alltag, in der Familie, im Beruf, in der Freizeit. Er bedeute, aufmerksam zu sein für die offenen Fragen der Gesellschaft und genau hinzuhören und hinzusehen und nicht auf einfache Lösungen zu vertrauen. „Es gehört Mut dazu, eine Gesellschaft zu sein, die Teilhabe und Verständigung ermöglicht. Das Evangelium ist menschenfreundlich, daher bedeutet Reformation für mich, trotz allem die Hoffnung für diese Welt nicht aufzugeben.“
Er sei dankbar, so Magaard, „dass es uns gemeinsam gelungen ist, in der vielfältigen Zusammenarbeit mit Institutionen und Einrichtungen der Vielschichtigkeit der reformatorischen Bewegung und ihren Folgen in Gottesdiensten und Ausstellungen, Diskussionsrunden und Theaterstücken, Veröffentlichungen und sogar auf hoher See mit dem wunderbaren Nordkirchenschiff nachzuspüren“. Dankbar habe er auch gemeinsam mit den Geschwistern aus der römisch-katholischen Kirche und den anderen Kirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen die Botschaft Gottes über seine Gnade und seine Menschenfreundlichkeit gehört – im St. Petri-Dom und an vielen anderen Orten. „Wir haben gefeiert und wir feiern heute – gemeinsam, protestantisch, ökumenisch und weltoffen.“ Im Gottesdienst wurden die Begriffe Freiheit, Gerechtigkeit, Bildung und Musik in kurzen Statements aus heutiger Sicht beleuchtet. Lieder, Lesungen und Fürbitten erklangen auf Dänisch, Englisch und Plattdeutsch.

Ministerpräsident Günther: „Gemeinsam stark für die Nächstenliebe“
In seinem Grußwort sagte Ministerpräsident Daniel Günther: „Die evangelische Kirche feiert heute 500 Jahre Reformation, und der katholische Ministerpräsident feiert mit. Wir haben bei uns im Land ein gutes Miteinander der großen Kirchen.“ So machten sich evangelische und katholische Christen in Schleswig-Holstein gemeinsam stark für die Nächstenliebe. Es gehe darum, die Liebe Gottes in den Mittelpunkt des Glaubens zu rücken. Daniel Günther: „Uns verbindet so viel mehr, als uns trennt. Daran hat Luther mitgewirkt. Für mich ist diese Seite des Christseins heute das Verbindende zwischen unseren Kirchen geworden.“

Musikalisch gestalteten den Gottesdienst der LandesJugendChor und das Flensburger Bachensemble, geleitet von Kirchenmusikdirektor Prof. Matthias Janz, Jan Simowitsch und Band sowie Domorganist Rainer Selle. Die Kollekte war bestimmt für CAPNI (Christian Aid Program Northern Iraq), einer Hilfsorganisation für Christen und Jesiden, die als Flüchtlinge und Angehörige religiöser Minderheiten im Nordirak leben. Der Festtag klang aus mit Gesprächen und dänischen Luther-Torten.

Für den Sprengel Hamburg und Lübeck fanden die Reformationsfeierlichkeiten der Nordkirche in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis statt; nach dem Gottesdienst präsentierte die HipHopAcademy „Luther on stage”. Bei den Feierlichkeiten für Mecklenburg und Pommern in Rostock schloss sich an den Reformationsgottesdienst in St. Marien ein historischer Reformationsumzug durch die Innenstadt an.

Quelle:
Bischofskanzlei Schleswig/Staatskanzlei SH

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