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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Vernissage Romy Salvagno in Bad Schwartau - mit Bild/Poem

07. Oktober 2017 (HL-Red-RB) Gestern wurde o. a. Beitrag bereits vorgestellt. Nachdem nunmehr hier Fotos der "Ölbilder" vorliegen, Dank an die Künstlerin dafür, macht es einfach Sinn, diesen nunmehr "komplett" vorzustellen und darüber hinaus mit einem Veranstaltungstipp, nämlich dem zum Besuch der Ausstellung etwa am morgigen Sonntag (14 bis 17 Uhr) zu verbinden:
"Lutz Gallinat (Foto RB) übermittelte nachfolgende Besprechung zu der o. a. Vernissage:
"Es war eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Vernissage. Am letzten Mittwoch wurde im Museum der Stadt Bad Schwartau nach einführenden Worten Carsten Grots, des Mitarbeiters des Städtischen Archivs und des Museums der Stadt Bad Schwartau, die reizvolle Ausstellung "Ölbilder-Skulpturen-Gedichte" von Romy Salvagno, Stockelsdorf-Pohnsdorf, eröffnet.
Zur Vernissage las die Künstlerin aus ihren Lyrikbänden "Versblüten" und "Zeitkörner unter Fluten".
Ihre Gedichte sind ausgefeilt und erlesen und zum Teil auch mystisch, transzendent, seraphisch und entrückt. Sie enthalten bilderreiche Impressionen, eine kühne Metaphorik, geheimnisvolle Sehnsüchte und Wünsche, Trance und Traum und surrealistische Elemente. Die Poeme sind farbenreich und phantasmagorisch und sind von stimmigen bildhaften Vergleichen geprägt.

Hier eines:
Romy Salvagno

Hinter dem Ural


Am Ostseestrand
hör ich das leise Lied
der Muschel
im warmen Sand
ganz nah an meinem Ohr

die fremde Tonart ihrer Sprache
kann ich nicht verstehen
und doch zieht mich
ihr Notenreigen
den Küstenweg entlang
weit hinter den Ural*

dort
an einem fernen Strand
singt leiser noch
der Muschel Schwester
die zweite Stimme

und wer am Abend
übers Meer sich neigt
und lauscht
der hört vielleicht
die leisen Stimmen eines Lieds
gesungen im Duett.

1. Preis zur 8. Bonner Buchmesse Migration 2011

*Grenzgebirge zwischen Europa und Asien.


Die Analogie zur eigenen pittoreskan Malerei sind vor allem auch wegen der Versblütentafeln evident. Die Lyrik ist psychologisch reizvoll, demaskierend, ausdrucks- und gehaltvoll und stimmungsreich. Tief- und hintergründige Erinnerungen, eine Abbreviatur , Neologismen und eine erotische Konnotation kennzeichnen die originellen und phantasievollen lyrischen Gebilde, die ein Feuerwerk an Ideen entfachen. Die akrobatischen, artifiziellen und intellektuellen Poeme mit überraschenden Wendungen sind existenzialistisch orientiert und philosophisch inspiriert. In einer eindrucksvollen maritimen Atmosphäre wird das Fernweh gestaltet. Die sensible Künstlerin reflektiert mit interessanten Ideen und Assoziationen subtil, weise und abgeklärt das philosophische und psychologische Problem der Zeit. Romy Salvagno bekennt mit ausziselierten Idyllen und märchenhaften Motiven ihre Liebe zur Natur.
Für die Ausstellung in Bad Schwartau hatte sie auch einige ihrer Skulpturen aus Zement ausgewählt- nicht die menschengroßen und schweren, sondern die kleineren und leichteren, die einen Transport nicht übelnehmen. Einem geheimnisvollen großen Vogelwesen aus wetterfestem Holz war aber den Weg nach Bad Schwartau geglückt, das jetzt den Blickkontakt mit dem Museumsbesucher sucht. Ihre interessanten Skulpturen zeigen einen Leser und Golfspieler als originelle Motive.



Segeltreiben


Sieben Türme von Lübeck


Über den Dächern


Holstentor


Meerumspülte Steine

© Romy Salvagno


Die bunten Bilder offenbaren mit einer teils maritimen und teils urbanen Atmosphäre viele Masken, Karnevals-, Vogel- , Clowns-, Spiel-, Segel-, Lebensgenuss-, Tanz- und Hansestadt-Lübeck-Motive. Die Künstlerin kommt bisweilen aber auch skurril, grotesk und bizarr daher. Ihr Bild "Die Zeit treibt mit der Peitsche mich" ist psychologisch reizvoll und philosophisch inspiriert. Auch ein Roboter-Golfcaddie, ein Torso-Motiv und das Bild mit einem Obdachlosen gehören zu ihrem reichhaltigen Angebot. Carsten Grot hatte in seinen einführenden Worten darauf hingewiesen, dass Romy-Salvagno eine vielfach ausgezeichnete Künstlerin mit vielen Begabungen und Interessen ist. Sie ist Lyrikerin, Kunstmalerin und Erfinderin. "Es sind die im Garten meiner Fantasie blühenden Ideen, die mich antreiben, Kunst zu gestalten und Gedichte zu schreiben", erläutert sie ihre vielschichtigen Kunstwerke. Romy Salvagno, die schließlich mit sehr viel Beifall bedacht wurde, generiert dabei virtuos und brillant das Zusammenleben von Kunst und Poesie.

Die Ausstellung "Ölbilder-Skulpturen-Gedichte" ist bis zum 26. Oktober zu sehen. Die Künstlerin wird jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr persönlich anwesend sein. Das Museum ist dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet."

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