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DSD fördert historisches Speicher-Wohnhaus in Lübeck

06. Oktober 2017 (HL-Red-RB) Zeitgemäßer Erhalt: An der Gesamtsanierung des Speicher-Wohnhauses in der Schwönekenquerstraße 22 in Lübeck beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 40.000 Euro. Den symbolischen Fördervertrag überbrachte Johannes Schindler, Ortskurator Lübeck der DSD, am Mittwoch dieser Woche vor Ort an die Denkmaleigentümer Lisa von Stetten und Constantin von der Lühe, denen sich der von diesen beauftragte Architekt Georg Feyerabend mit seinem Fachkollegen Architekt Dr. Ing. Raimund Becker-Ritterspach angeschlossen hatten. Dabei wurden in einer intensiven "Besichtigung" des Projektes auf die bereits ausgeführten Arbeiten und die weiteren Maßnahmen eingegangen.


Haus mit Straßenlampe


Aus dem nachfolgenden Lübeck-TeaTime - Bilderbogen ist überaus beeindruckend erkennbar, welchen Umfang diese noch erfordern. Auch unter den Gesichtspunkten das historische Gemäuer zu bewohnen und zu nutzen, also wieder mit Leben zu erfüllen. Klar wurde auch, dass die Zuwendung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sicherlich - und mit großer Dankbarkeit entsprochen - eine durchaus beachtliche Hilfe darstellt. Vielleicht ergibt sich bei Fortschreiten des Ausbaus bzw. der Sanierung eine weitere Zusammenarbeit, wenn diese auch bei aller gebotenen Zurückhaltung nicht direkt angesprochen wurde. Bemerkenswert jedenfalls das geradezu unglaubliche Engagement der Eigentümer, das Haus vor einem Zerfall zu bewahren. Damit wird d. E. die Hansestadt Lübeck um ein weiteres "Vorzeigeprojekt" bereichert.

Hier der Lübeck-TeaTime - Bilderbogen. Dazu wird bemerkt, dass gerade des großen Umfangs der Maßnahme wegen einige Einzelheiten mehr aus dem Projekt gezeigt werden:






































Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Die Schwönekenquerstraße in der nordwestlichen Lübecker Altstadt ist Weltkulturerbe. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts wird die Querstraße zwischen Fischer- und Engelsgrube nach der Betreiberin der in der Hausnummer 14 ansässigen Badestube Sweneke als Swenekendwerstrate bezeichnet. Die schmale Straße prägt bis auf wenige Ausnahmen eine geschlossen erhaltene historische Bebauung. Viele Gebäude sind deutlich älter als ihre meist im 18. und 19. Jahrhundert umgestalteten Fassaden vermuten lassen.

Das Haus Nummer 22 ist ein seltener Typ des kleinen mittelalterlichen Speichers mit geringen Deckenhöhen und originalen Balkenlagen und Dachstuhl. Der später zum Wohnhaus umfunktionierte Speicher gehörte zu den mittelalterlichen Brauhäusern in der Fischergrube. Die mittelalterlichen Ausfachungen sind gut erhalten. Der Holzeinschlag datiert nachweislich auf 1472. Auch die Brandwände und Fragmente der Straßenfassade des Gebäudes sind spätmittelalterlich und stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Nach langer Nutzung als Speicherbau wurde das Gebäude im 19. und 20. Jahrhundert zu Wohnzwecken umgebaut. Dabei wurde in die Statik des Gebäudes stark eingegriffen. Den Zugang in die oberen Geschosse erschloss man durch eine neue Treppe an der hofseitigen Außenwand. Die Anbindungen der Hoffassade an die Deckenbalkenlagen durch Maueranker wurden dabei entfernt. Infolgedessen verformte sich, zusätzlich verstärkt durch den ohnehin schlechten Baugrund der südlichen Schwönekenquerstraße, die Hoffassade deutlich.

Die nun geplante Instandsetzung des bauhistorisch wertvollen, teils einsturzgefährdeten Gebäudes dient neben seinem Erhalt der zeitgemäßen Wohnnutzung unter Berücksichtigung der gewachsenen Binnenstruktur.

Der Speicher in der Schwönekenquerstraße gehört nunmehr zu den über 180 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank ihrer Spender und der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Schleswig-Holstein erhalten helfen konnte.

Quelle:
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
www.denkmalschutz.de

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