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Einigkeit der Hanse und die göttliche Drei-Einigkeit

21. Mai 2016 (HL-Red-RB) An diesem Wochenende feiert Lübeck das Hanse-Kultur–Festival. "Dabei können wir Lübecker uns freuen und Gott danken, in dieser schönen Stadt zu leben", sagt HL-live.de Pastor Heinz Rußmann.
In Lübeck vereinigen sich wunderbar drei unterschiedliche Haupt- Eigenschaften, die wir wie eine Liebeserklärung gern wiederholen können: Lübeck liegt geographisch einmalig auf einem flachen, ovalen Hügel, von Wasser umgeben. In Lübeck gibt es zweitens großartige historische Gebäude wie die fünf Kirchen, welche mit sieben Türmen den Himmel an Lübeck festnageln wollen. Dazu das Holstentor und Rathaus und viele andere wunderbare Bauten. Lübeck hat drittens eine großartige Geschichte und Kultur und steht noch heute gut da. Lübeck war ja mal die Hauptstadt des europäischen Städte-Bunds der Hanse, zu der mal über 150 Städte gehörten. Ein offenes Geheimnis der Hanse ist, dass sie auf den christliche Tugenden, auf Ehrlichkeit und soziales Denken gegründet war. Ein Heiligen Geist Hospital wurde hier als Erstes gebaut für arme Menschen. Wichtige Verträge wurden per Handschlag geschlossen, Betrüger wurden ausge-"hanst". Alles drei wirkt in Lübeck harmonisch zusammen.

An diesem Sonntag feiern die Kirchen in Lübeck gleichzeitig die Heilige Dreieinigkeit Gottes. Gott wird von Menschen ja zuerst als Schöpfer unserer Erde und des Weltalls wahrgenommen. Seit zweitausend Jahren erkennen wir ihn in Jesus Christus und in dem machtvollen Wirken seines Heiligen Geistes. Es ist derselbe eine Gott. So wie eine ganz bestimmte Frau sich als Ehefrau, Mutter und Geschäftsfrau unterschiedlich zeigen kann, so erkennen die Christen den einen Gott als den Schöpfer, Erhalter, Erlöser und drittens als Vollender der Weltgeschichte.

Juden und Muslime aber werfen den Christen vor, sie würden mehrere Götter verehren, so wie im Hinduismus und in anderen Religionen. Da ist total falsch. Es ist ein Gott, den wir Christen verehren.

Der große christliche Theologe Karl Barth hat aber einmal gesagt, es sei schier unmöglich an den einen Gott ganz rein zu glauben, ohne dass er sich einem persönlich als Person offenbart. Gottesverehrung ganz rein ohne alle alle menschliche Vermittlung würde der Verehrung der Zahl „Eins“ sich annähern, sagte er. Unser aller Gott und Schöpfer aber hat Verständnis für diese Schwierigkeit und hat sich offenbart für die drei Ein-Gott-Weltreligionen. Er hat sich unserem Denken, Fühlen und Vertrauen auch mit Worten und Sätzen bekannt gemacht. Dadurch können wir zu ihm mit Worten beten.

Für die Juden hat sich der eine Schöpfer-Gott vorgestellt besonders durch Mose mit dem Gottes -Bund und den Zehn Geboten am Berg Sinai, aber auch durch die Propheten und durch über sechshundert Gebote. Ganz heilig ist für Juden Gottes Bund mit dem Volk Israel, das Heilige Land Israel und das Alte Testament. Jederzeit wirkt Gott durch seine Macht unter uns Menschen.

Für die Muslime hat sich der eine Gott offenbart durch Mohammed. Der hat Gottes Worte im Koran aufschreiben lassen. Alles was Gott den Muslimen sagen wollte ist dort unantastbar und heilig festgehalten. Das Buch darf nicht im Bücherschrank stehen, sondern darüber, erklärte mit ein befreundeter Muslim. Durch den Koran ist Gott den Menschen nahegekommen. Jederzeit wirkt Gott durch seine Macht unter den Menschen bis zur Vollendung der Welt.

Für Christen hat der eine Gott sich uns gezeigt in seiner Erscheinungsform durch Jesus. Jesus war schon bei der Schöpfung durch den drei-einigen Gott dabei. Jesus hat in der Evolution des Lebens besonders die Liebe gefördert und dass wir Menschen entstehen. Als Ebenbilder Gottes und Kinder Gottes sollen wir uns verstehen und Sehnsucht nach Gott haben (1. Mose 1,27+31). Weil Gott uns geschaffen hat auf ihn hin, ist unser Herz ruhelos, bis es Ruhe findet in ihm. Zweitausend Jahre vor unserer Zeit ist Jesus dann bei uns als vollkommener, liebevoller Mensch und Gott erschienen. Nach seiner Auferstehung ist er zu Gott zurückgekehrt. Jetzt wirkt Jesus mit Gott und wie Gott durch seinen Geist, den Heiligen göttlichen Geist in unserer Welt und will alles zum Guten wenden.

Zusammenfassend und vergleichend kann man sagen: Juden, Muslime und Christen, das ist die Hälfte der Erdbevölkerung, glauben an den einen Gott und Schöpfer, Erhalter und Vollender der Welt. Seine Barmherzigkeit wird in allen drei Religionen hervorgehoben. Deswegen ist der Koran die heilige Offenbarung für die Muslime. Die Juden haben das Alte Testament. Die Christen haben Jesus und das Neue Testament.

Alle drei Religionen glauben, dass der eine Gott auch heute mit seinem Geist unter uns wirkt und die ganze Weltgeschichte zu einem guten Ziel und ewigen Friedens-Reich führt. Einen Energie-Strom von Liebe bewirkt der Geist Gottes gegen alle Feindschaft. Vor dem Ende werden wir nach den drei Religionen alle zur Verantwortung gezogen dafür, was wir mit dem uns von Gott geschenkten Leben getan haben.

Heute sollten wir Christen am Sonntag Trinitatis, das heißt Dreieinigkeit, unseren Gott für seine Barmherzigkeit danken, dass er uns durch Jesus liebevoll und verständlich nahe gekommen ist. Dadurch können wir ihm vertrauen und auch die vorbildliche Nächsten - und Feindesliebe von Jesus verbreiten. Heute wirkt er ja durch den Heiligen Geist.

Alle drei Religionen verehren übrigens gemeinsam Abraham als Stammvater ihres Glaubens. Abraham gibt ein friedensstiftendes Beispiel für alle. Er hatte Ärger mit den Knechten von seinem Neffen Lot (1. Mose 13). Da sagte er ganz wegweisend: zu Lot: „Wir teilen das Weidegebiet auf. Du darfst zuerst wählen. Dann bleiben wir im friedlichen, toleranten Kontakt.“

Toleranter und verständnisvoller Kontakt zwischen Juden, Christen und Moslems ist ein das richtige, gute Ziel. In meiner früheren Gemeinde gab es erfreuliche Kontakte und Treffen vom Männerkreis von St. Stephanus mit Männern der Moschee in der Katharinen-Straße und ihrem stellvertretenden Vorsitzenden damals. Und gerade in der letzten Woche gab es einen sehr gut besuchten Gesprächsabend im schönen Saal des Lübecker Hansemuseums, einem Glücksfall für uns Lübecker. Muslime, Christen und Juden trafen sich dort mit der Lübecker Pröpstin Kallies zum konstruktiven Gespräch. Rabbi Harety konnte zusammenfassen: Frieden wollen doch alle drei Religionen.

Gerade wir Lübecker und stolzen Hanseaten sollten nicht nur das Hansekultur-Festival feiern, sondern uns im Sinne der christlichen Tradition der Hanse für die Verständigung unter Völkern und Religionen einsetzen.

Mit vielen Wünschen um Gottes Segen für Sie!

Ihr HL-live.de Pastor Heinz Rußmannn

Ihre e-mail erwarte ich unter russmann@HL-live.de

Am Sonntag, 22. Mai, um 10 Uhr predige ich auch für Sie gern darüber in der St. Gertrud-Kirche am Stadtpark.
Heinz Rußmann predigt am Sonntag in St. Gertrud.

Quelle:
HL-live/Verfasser

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