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Blutrünstige „Lady Macbeth von Mzensk“ begeistert in Lübeck

06. März. 2016 (HL-Red-RB) Nein, Stalin hatte nicht recht, als er vor 80 Jahren nach einem Besuch einer Aufführung der Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ von Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1972) deren Musik als chaotisch verdammen ließ. Dem Komponisten sind zu dieser blutrünstigen Geschichte voller Leidenschaften nach einer Erzählung von Nikolaj Leskov beeindruckende und bezaubernde Melodien eingefallen. Und wenn die unschöne Handlung dann so dezent dargeboten wie an diesem Freitag in Lübeck in der Regie von Jochen Biganzoli, dann sind die Premierenzuschauer diesmal einhellig begeistert.
Die ungute Geschichte erzählt von der jungen lebenslustigen und liebesdurstigen Katarina (Irina Rindzuner), die in der Ehe mit dem Kaufmann Sinowij (Daniel Jenz) keine Erfüllung findet. Und überdies von ihrem alles beherrschenden Schwiegervater
Boris Timojewitsch (Taras Konoshschenko) brutal unterdrückt wird. Als der sie mit ihrem neuen Liebhaber Sergej (John Uhlenhopp) erwischt, lässt er den jungen Arbeiter auspeitschen. Katarina rächt sich, indem sie ihm Rattengift ins Nachtmahl mischt. Als Sinowij von einer Reise zurück kommt, ermorden ihn Katarina und Sergej auf offener Szene. In die Hochzeit platzt die Polizei, die von einem Betrunkenen (Mark McConnell) alarmiert worden ist. Der hat auf der Suche nach Essbarem im Keller die Leiche des Kaufmanns gefunden.
Sehr viel anders der zweite Teil, der in Sibirien spielt. Das Leiden der Gefangenen wird im Hintergrund als Video gezeigt. Vorn an der Rampe beklagen Katarina, Sergej und die junge Gefangene Sonjetka (Wioletta Hebrowska) ihr Schicksal. Als Katarina in Sonjetka eine Nebenbuhlerin erkennt, reißt sie diese in reißenden Fluss und springt selbst hinterher.




Foto Jochen Quast


Alle Mitwirkenden- und insbesondere der von Jan-Michael Krüger einstudierte und viel beschäftigte Chor – bringen das Geschehen über fast drei Stunden eindrucksvoll auf die Bühne. Das Geschehen wird von zwei Sätzen des Streichquartetts Nr. 8 h-moll des Komponisten umrahmt. Wolf Gutjahr hat ein raffiniertes Bühnenbild mit vielen Türen für die Drehbühne entworfen, während Katharina Weissenborn für die zeitlosen Kostüme verantwortlich zeichnet. Der Erste Kapellmeister Andreas Wolf weiß mit den Lübecker Philharmonikern die Feinheiten der Partitur heraus zu arbeiten. Ein großer Abend, der vom Premierenpublikum mit lang anhaltendem Beifall gefeiert wird.

Weitere Aufführungen
12. März, 1. April, jeweils 19.30 Uhr.


Horst Schinzel
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