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So.-Ausstellungseröffnung:Altarbilder mit Sandstrahl-Text

05. Feb. 2016 (HL-Red-RB) Die Kunsthalle St. Annen zeigt ab Sonntag, 7. Februar, die Sonderausstellung Nachbarn des US-Amerikaners Ken Aptekar. Er verfremdete Altarbilder aus dem benachbarten Annen-Museum unter dem Thema "Nachbarn". Damit auch alle Nachbarn des Museums die Werke verstehen können, sind die Hinweise in russischer und türkischer Spreche verfügbar.
Der jüdische Konzeptkünstler setzt sich mit Motiven auseinander, die den mittelalterlichen Altarbildern des St. Annen-Museums entstammen. Aptekar war im Jahr 2006 zu Gast in Lübeck und fasziniert davon, dass das ehemalige St. Annen-Kloster von 1515 direkt an das Grundstück der im 19. Jahrhundert errichteten Synagoge angrenzt. Diese besondere Nachbarschaft inspirierte ihn zu der aktuellen Ausstellung, die bis zum 29. Mai in Lübeck zu sehen ist.

Aptekars Werke gehören zur Kunstform der Appropriation Art, bei der Künstler bewusst Werke anderer kopieren. Aptekar wählte dazu Bildmotive von im St. Annen-Museum ausgestellten Altarretabeln, fotografierte und vergrößerte sie und bearbeitete sie mit Pinsel oder Silberstift. Anschließend wurden die Bilder mit Glasplatten abgedeckt, in die mittels Sandstrahltechnik einzelne Sätze oder ganze Erzählungen eingraviert sind. Die Ausstellung zeigt 14 Gemälde, die aus insgesamt 32 Tafeln bestehen.

"Das Besondere an Ken Aptekars Werken ist die Tatsache, dass sie nicht allein durch verbale Botschaft wirken, sondern diese durch die mittelalterlichen Bildvorlagen zugleich auch mit Form, Schönheit und Sinnlichkeit verbinden. Es stellt sich automatisch ein Seh-Lust-Gefühl ein", erklärt Dr. Thorsten Rodiek, Direktor der Museen für Kunst und Kulturgeschichte und Kurator der Ausstellung.

Die Ausstellung besteht nicht nur aus den von Ken Aptekar angefertigten Gemälden und Zeichnungen, sondern bindet zugleich auch ein von ihm in Santiago de Chile gedrehtes Video-Interview und das für diese Ausstellung von der Kunsthalle Hamburg ausgeliehene Werk "Der zwölfjährige Jesus im Tempel" von 1879 des jüdischen Malers Max Liebermann mit ein. Eine Live-Übertragung in Echtzeit aus der Synagoge nebenan wird die zufälligen, ungeplanten Vorgänge des aktuellen Gemeindelebens mit dem Liebermann-Bild konfrontieren.







Die Ausstellung von Ken Aptekar wird am Sonntag um 11.30 Uhr eröffnet. Fotos: JW


Die Beschriftungen neben den Werken Aptekars sind nicht nur in deutscher und englischer, sondern auch in türkischer und russischer Sprache verfasst. Damit möchte die Ausstellung auf die Herkunftsländer der neuen Nachbarn im von deutschen Christen geprägten Aegiedienviertel verweisen. Ein großer Teil der jüdischen Gemeinde in Lübeck von heute stammt aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und der überwiegende Anteil der Muslime, die in der Nähe des Museumsquartiers drei Moscheen unterhalten, stammt aus der Türkei.

0uelle:
Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
die LÜBECKER MUSEEN/JW

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