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Schmücken Sie Ihren Christbaum noch - mit Sternen-Spitze?

23. Dezember 2015 (HL-Red-RB) Es war einmal – nein, es gab einmal Zeiten, da brachten die Menschen grüne und duftende Tannenzweige in ihre Behausungen, um damit nicht nur den kalten Winter vergessen zu lassen, sondern auch einen raschen Frühling zu locken. Heute spricht man dabei von „heidnischen“ Bräuchen Ob nun klug oder nicht, dürfte dahingestellt sein und bleiben. Viele solcher haben sich bis heute erhalten, wenn auch oftmals in anderer Deutung. Vor allem im Blick auf Wandlungen vom Heiden- zum Christentum. Der eines Tages einkehrende, noch ungeschmückte Tannenbaum hing hier und dort zunächst gar von der Decke mit der Spitze nach unten. Aber nicht dies änderte sich über sicherem Stand „unten“, sondern Baumschmuck und Kerzenlicht gesellten sich dazu. Einige Hundert Jahre her, zugegeben. Mit der sich daraus ständigen "Aktualisierung" füllten sich Kästen und Kisten mit „überholtem“ Schmuck. Bis heute. Natürlich dürfte man heute keine Voll-Glaskugeln mehr finden. Die waren ohnehin viel zu schwer, als dass Tannenzweige diese hätten halten können. Und so, wie sich Tannenbaum-Schmuck und heute wohl auch Wachs- und E-Technik der Leuchtkerzen gewandelt haben, dürfte es bei der Auswahl dessen, was jeweils zum anstehenden Weihnachten an den Baum kommen sollte, immer schwieriger werden. Kein Wunder – oder eben auch nicht, dass sich eines Tages in den Kisten und Kästen der Baumschmuck von Glaskugeln, Kerzenhaltern, Flitter-Flatter zum Füllen der Lücken zwischen den Ästchen bis hin zur Zierde der Baumspitze großes Gerangel und Getöse unter den mehr oder weniger filigranen Bewerberinnen und Bewerben um den Baumschmuck auftaten. Für die Menschen nicht hör- oder bemerkbar. Oder haben Sie schon einmal eine Christbaum-Kugel schimpfen gehört, die im silbern oder golden Glanz optisch zusätzlich „Puder überzuckert“ wenig Verständnis und verächtlich auf schlichtfarbene, wenn auch ebenso strahlenden Ausführungen herabsahen. Ganz unten und irgendwo am Karton-Rand eine Hülle mit einem absolut schlichten weißen, wenn auch glitzernd reflektierenden Stern mit Aufsteckdraht. Der lag da schon viele Jahre. Eine Nachempfindung wahrscheinlich herkömmlicher Kreation, der der glasgeblasenen, mehrbäuchigen Edelspitze mit Silberwedel gefolgt gewesen sein dürfte. Beide längst vergessen. In ihrer Bescheidenheit jedoch nicht einmal aufmüpfig. Aber was sollten sie auch machen? Wer eben hörte sie schon? Geschmacksfrage, was an das Bäumchen sollte – wie gesagt.

Was allerdings dabei von den auswählenden Menschen immer mehr vergessen wurde und wird: Welchen Sinn hatten eigentlich diese Baumspitzen? Dieser Stern auf der Spitze des Christbaums war einmal dem Stern von Bethlehem gewidmet. Der Stern, der den Weisen aus dem Morgenland einst den Weg zum Stall in Bethlehem gewiesen hat, das neugeborene Christkind in der Krippe zu finden. In Heu und auf Stroh, heißt es in der Weihnachtsgeschichte.








Welche Variante auch immer...!


Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Diese kleine "Geschichte" aber soll daran erinnern. Ob allerdings das Hohngelächter der für die Menschen optisch oft hübscheren Glitzerkugeln weiterhin die Schlichtheit der an den Stern von Bethlehem erinnernden Sternenspitze weiter den wahren Sinn vergessen lassen wird, hängt nicht nur davon ab, davon wieder zu erfahren, sondern mit der Sternenspitze dem Christbaum wieder die besonders weihnachtliche Krone aufzusetzen.

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