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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Possehl-Ingenieur-Preis prämiert beste Abschlussarbeit(en)

30. November 2015 (HL-Red-RB) Heute am 30. November hat die Possehl-Stiftung den Possehl-Ingenieur-Preis für die beste Abschlussarbeit der Fachhochschule Lübeck des Jahres 2015 vergeben. Vor rund 100 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der Possehl-Stiftung, Renate Menken, die Absolventin Miriam Ridders mit dem mit 5.000 Euro dotierten Possehl-Ingenieur-Preis im Rathaus der Hansestadt Lübeck ausgezeichnet.
Miriam Ridders studierte Chemie- und Umwelttechnik im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften und überzeugte mit ihrer Bachelorarbeit im Fachgebiet der Physikalischen Chemie mit “Untersuchungen zu den Adsorptionseigenschaften von Aktivkohlen für das Multikomponentensystem Wasser / Tetrachlormethan / Luft.“ Die Preisträgerin hat in ihrer Arbeit unterschiedliche Aktivkohlequalitäten untersucht und verglichen, um daraus dementsprechend Schlüsse auf das spezifische Adsorptionsverhalten von Aktivkohlefiltern im Multikomponentensystem Wasser/ Tetrachlomethan/ Luft zu erlangen. Bei Aktivkohlen handelt es sich um mikroporöse, kapillarreiche, hauptsächlich aus Kohlenstoff bestehende Stoffe, die eine große spezifische Oberfläche aufweisen. Diese Eigenschaften verleihen den Aktivkohlen eine besonders hohe Adsorptionskapazität gegenüber Schadgasen.
Ziel der Arbeit von Miriam idders war es, das Adsorptionsverhalten von Aktivkohlefiltern besser verstehen zu können. Neben den Untersuchungen zu Abweichung von etablierten Prüfnormen und zur Vereinfachung von Prüfbedingungen hat sie Grundlagenuntersuchungen zum Adsorptionsverhalten durch Aufnahme von Adsorptionsisothermen und energiedisperser Röntgenspektroskopie durchgeführt.

Das Ergebnis aus dem untersuchten Wasseraufnahmeverhalten hat gezeigt, dass eine Kalkulation der Haltezeit ohne den Einsatz von Tetrachlormethan möglich ist und dadurch auf eine Prüfung gegen Tetrachlormethan verzichtet werden kann, wenn es sich um gleiche Aktivkohlequalitäten handelt. Damit können aufwendige Untersuchungen mit diesem Schadgas vermieden werden.
Mit den erhaltenen Messdaten hat Miriam Ridders nachgewiesen, dass die Mikroporenverteilung einen größeren Einfluss auf die Adsorptionsfähigkeit der Aktivkohle hat, als bisher angenommen. Daraus hat sie eine Empfehlung für die Beschaffung von neuen Aktivkohlen abgeleitet und ausgesprochen. Die Ergebnisse aus der Arbeit sind für die Entwicklung, Produktion und Produktkontrolle von Atemfiltern von essentieller Bedeutung und haben in diesem Zusammenhang ein hohes wirtschaftliches Anwendungspotential.

In diesem Jahr wurde der Possehl-Ingenieur-Preis bereits zum 33. Mal vergeben. Als Ausdruck der überzeugenden Qualität der Abschlussarbeiten an der FH Lübeck wurden zusätzlich zum Possehl-Ingenieur-Preis dieses Jahr nicht wie üblich zwei, sondern sogar drei Prämien zu je 3.000 Euro vergeben. „Dieses zeigt einmal mehr, dass die FH Lübeck als Hochschule für Technik, Naturwissenschaften, Bauen und Wirtschaft fachlich sehr breit aufgestellt ist und vor allem, dass unsere Absolventinnen und Absolventen in allen Disziplinen so ausgebildet werden, dass sie ausgezeichnete Arbeiten anzufertigen vermögen“, sagt FH-Präsidentin Dr. Muriel Helbig anlässlich der heutigen Preisverleihung.
Ohne eine Wertung vorzunehmen, überreichte die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes Renate Menken die drei Prämien in alphabetischer Reihenfolge an die Nominierten.

Die Prämien erhielten:
Benjamin Chase, Bachelor of Science aus dem Studiengang Medieninformatik des Fachbereichs Elektrotechnik/ Informatik für seine Bachelorarbeit „Design and Implementation of a Browser-based Network Diagnostic Tool Client“.
University of Applied Sciences. In der Arbeit wurde eine technische Lösung umgesetzt, die ohne zusätzliche Software die Ursachen und somit die Fehlerquelle analysiert, wenn Internetanwendungen nur langsam oder instabil funktionieren.

Alexander Gräfenstein, Master of Science aus dem Studiengang Technische Biochemie des Fachbereiches Angewandte Naturwissenschaften für seine Masterarbeit „Verhalten von Poly-(3,4-ethylenedioxythiophene) basierten Polymeren als Bindungsmaterialien in Lithium-Ionen-Batterien zur Steigerung der Stromfähigkeit und Lebensdauer.“ In dieser Arbeit geht es um die Optimierung von Elektroden, um den stets steigenden Anforderungen und breiteren Anwendungsmöglichkeiten von Lithium-Ionen-Batterien gerecht zu werden.

Maike Jegenhorst, Master of Engineering aus dem Studiengang Architektur des Fachbereichs Bauwesen, für ihre Masterarbeit „Entwurf einer Wohnanlage für Menschen mit Demenz an der „Alten Schmiede“ in Winsen an der Luhe.“ Maike Jegenhorst ist ein gelungen, auf Basis eines ganzheitlichen Wohnkonzeptes, die vielschichtigen Themen, Erkenntnisse und Akteure aus den Bereichen der Medizin, des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, der Fachplanung und der Architektur in einer gut strukturierten Analyse zusammenzuführen. Sie hat damit hervorragend aufgezeigt, wie es zukünftig gelingen kann, Menschen mit Demenz in unserer Gesellschaft zu integrieren.

Die Verleihung des Possehl-Ingenieur-Preises zählt zum Höhepunkt des akademischen Jahres an der Fachhochschule Lübeck. So war die gastgebende Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer im Audienzsaal des Lübecker Rathauses stolz darauf, dass hier nicht nur berühmte Ehrengäste von gekrönten Häuptern bis hin zu Nobelpreisträgern empfangen wurden, sondern auch Wissenschaft und vor allem derem „Nachwuchs“ zu Ehrungen willkommen sind. Zeigt es doch auch, welche Bedeutung von der Hansestadt Lübeck so ausgeht. Vor allem freut es sie, dass nicht selten besonders erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen diese Stadt zu schätzen wussten und wissen und gerne „hier bleiben“. So mögen diejenigen, die von Lübeck angetan sind, dies weiter vermitteln. Sind sie es nicht unbedingt, gerne darüber hinwegsehen.

Bemerkenswert, dass der Laudator für den Possehl-Ingenieur-Preis Dr. Tlhomas Scheuring von der Gesellschaft für Chemische Technik
und Biotechnologie e.V. (DECHEMA e.V.) es sich nicht hat nehmen lassen, trotz eines nicht wartenden „Fliegers“ in verständlichen Ausführungen die Arbeit der Preisträgerin auf breiterer Basis zu vermitteln.

Den Festvortrag hielt Professor Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla vom Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH, Mitglied der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. , die die Forschung um „alte wie neue“ Materialien mit anschaulichem Blick mittels großformatig bebilderten Würfeln überaus beeindruckend aufzeigte. Vielleicht nicht einmal allseits bekannt „die „Festplatte aus dem Himmel“, zu der sie ausführte: „Geologen der Universität Cambridge um Dr. Richard Harrison haben an der Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II des Helmholtz-Zentrums Berlin bislang verborgene magnetische Signale in Meteoriten entdeckt. Sie legen Zeugnis ab von Magnetfeldern im Gestein während der frühen Phase des Sonnensystems und ermöglichen vielleicht eine Voraussage zum Schicksal des Erdmagnetfeldes in ferner Zukunft. Das Team um Dr. Richard Harrison hat in Meteoriten winzige Partikel identifiziert, die sich während der frühen Phase des Sonnensystems magnetisch ausgerichtet haben (Weiter über http://www.helmholtz-berlin.de/pubbin/news_seite?nid=14105&sprache=de ). Erkenntnisse also um die Entstehung und Zukunft unseres Sonnensystems. Danke an dieser Stelle von Lübeck-TeaTime für die Übermittlung dieser genauen Darstellung zu Thema, die „journalistisch“ ggf. hier wahrscheinlich nur weniger präzise hätte dargestellt werden können.
So auch um die Erkenntnisse zur Die Himmelsscheibe von Nebra, die die Vortragende als „europäisch“ bezeichnete, zumal die Materialen für die Anfertigung als verschiedenen Regionen stammen, womit bewiesen ist, dass die „europäischen“ Beziehungen untereinander schon damals praktiziert wurden.

So Professor Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla dazu: „Die absolut zerstörungsfreie Analyse des rund 4000 Jahre alten Kulturobjekts durch Forscher von der TU Bergakademie Freiberg und der Bundesanstalt für Materialprüfung an der Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II des Helmholtz-Zentrums Berlin HZB brachte wichtige Erkenntnisse. Die älteste bekannte Abbildung des nächtlichen Sternenhimmels, wurde offensichtlich in mehreren Phasen erschaffen und die Materialien stammen aus verschiedenen Teilen Europas. Dies belegt Reiseaktivitäten, die in jener Zeit bislang als ausgeschlossen galten. Siehe auch http://www.helmholtz-berlin.de/zentrum/beispiele-wissenschaft/kultur/index_de.html ).

Eine damit angemessene Feststunden also, die Renate Menken in ihrem 7. Jahr der Zugehörigkeit zum Vorstand der Possehl-Stiftung – und leider – letztem Jahr in ihrer Moderation zur Preisvergabe gewohnt kompetent wie auch „erfreut“ zu begleiten wusste. Wahrscheinlich, weil doch unnachahmlich geprägt , dies vermisst werden dürfte. Es gibt auch Kompetenz, die nicht „kopiert“ werden kann – und sollte. An dieser Stelle gerne vergnügliche Anerkennung und alles, alles Gute.

Bleibt zu erwähnen die „Traumwelt“ von Paulina und Agata Pospieszny, das Duo Violine und Harfe, das verstand, das „Programm“ musikalisch zu begleiten, bevor die Feierstunde in lockerer Gesprächsrunde schloss.

Lübeck-TeaTime stellt dazu den aus solchen Anlässen obligatorischen Bilderbogen gerne vor:











































Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck

Zum
Possehl-Stiftung und Possehl-Ingenieur-Preis:
Die von dem ehemaligen Senator Possehl errichtete Stiftung, die er zu seiner Universalerbin eingesetzt hatte, fördert seit 1919 vielfältige Zwecke in Lübeck. So auch die Hochschulen und damit die Studierenden. Erst im Jahr 2007 beschloss die Vorsteherschaft der Possehl-Stiftung, die Geldpreise und Prämien zu erhöhen. Seit dem erhalten die Possehl-Ingenieur-Preisträger/-innen € 5.000. In diesem Jahr 2015 wurde beschlossen, die Anzahl der Prämien auf drei mit je 3.000 Euro zu erhöhen.

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