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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Ehepaar Lohmeyer berichtete von rechtsextremen Terror in Jamel

11. November 2015 (HL-Red-RB) Engagiert gegen Rechts – Veranstaltung für Schüler in der Lutherkirche(Foto RB) - Das Ehepaar Lohmeyer aus dem mecklenburgischen Jamel berichtete von rechtsextremistischen Terror: Zum Gedenken des 72. Jahrestages der Hinrichtung der vier Lübecker Märtyrer fand am vergangenen Dienstag eine Veranstaltung für Schüler mit Birgit und Horst Lohmeyer aus Jamel in der Lübecker Lutherkirche statt. Das Ehepaar berichtete den Schülern über Drangsalierungen und Übergriffe von Neonazis, denen sie seit ihrem Umzug vor über zehn Jahren in das kleine Dorf nahe Wismar ausgesetzt sind.

Vier Schulklassen waren zu Gast und hörten mit großer Aufmerksamkeit von dem Leben mit der rechtsextremen Nachbarschaft und von dem Versuch des aus Hamburg zugezogenen Ehepaars, sich nicht unterkriegen zu lassen und den Rechtsextremen die Stirn zu bieten. Dafür haben die Lohmeyers bereits mehrere Auszeichnungen erhalten.

Im August brannte die Scheune von Birgit und Horst Lohmeyer im mecklenburgischen Jamel nieder. Das dort lebende Ehepaar wollte in dem Gebäude regelmäßige Kulturver-anstaltungen etablieren. Wer den Brand gelegt hat, ist bis heute noch nicht ermittelt. Fest steht jedoch, dass die Lohmeyers den Neonazis im Weg stehen, die aus Jamel ein „national befreites Dorf“ machen wollen, eine „No-Go-Area“ für Menschen, die sich ihrem Weltbild nicht anschließen wollen.

Dabei wird deutlich, wie wichtig es ist, solche Vorkommnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – und Solidarität zu erfahren. Das standhafte Ehepaar hat ein Rockfestival ins Leben gerufen, das seit fast zehn Jahren stattfindet und zuletzt mehr als 1.200 Besucher ins Dorf holte. Auch zu Kunstaktionen und zum „Tag des Offenen Gartens“ kommen Menschen nach Jamel.

Tim Kiefer vom Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus ergänzte den Vortrag mit Informationen aus Lübeck und Schleswig-Holstein. Vor allem in Lübeck ist es durch ein breites Bündnis gegen Rechts gelungen, die organisierten Neonazis zurückzudrängen. Dennoch ist das rechte Denken noch viel zu präsent: Einige Schülerinnen berichteten von rassistischen Anfeindungen, die sie selbst erleben mussten. Konsens ist: Es ist wichtig denjenigen solidarisch zur Seite zu stehen, die Opfer von rechter Gewalt werden und nicht wegzusehen. So haben die Lübecker Märtyrer vor über 70 Jahren gehandelt und so ist es auch heute noch geboten.




Vor Schülern berichtete das Ehepaar Lohmeyer in der Lutherkirche von rassistischen Angriffen.




Terminübersicht zu den nächsten Gedenkveranstaltungen in Lübeck

Gottesdienste - Andachten - Veranstaltungen zu den Lübecker Märtyrern


Veranstaltungen: noch bis Freitag, 13. November 2015: Die Gedenkstätte Lübecker Märtyrer in der Propsteikirche Herz Jesu, Parade 4, hat täglich jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Veranstaltung: noch bis Freitag, 13. November 2015:
Die Gedenkstätte Lutherkirche, Moislinger Allee 96, hat ihre Ausstellung »... ich kann dich sehen.« jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt dort Gelegenheit zum Gespräch und Kurzführungen nach Bedarf.

Andacht: Freitag, 13. November 2015
Mit einer Andacht in der Marienkirche, Marienkirchhof 1, beschließt Pastorin Constanze Oldendorf die Gedenktage in Lübeck um 12 Uhr. Im Anschluss an die Andacht wird ein Kranz für die Lübecker Märtyrer an den Rathausarkaden niedergelegt.

Quelle inkl. gr. Foto:
Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

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