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Fachleute beklagen unzureichenden Impfschutz

05. April 2009 (HL-red.) HS-Kulturkorrespondenz: Fachleute beklagen unzureichenden Impfschutz - Von Horst Schinzel: Auseinandersetzungen über Sinn oder Unsinn von Impfungen bewegen Fachwelt und Öffentlichkeit fast so lange, wie es die moderne Medizin gibt. Robert Koch hielt einst die von ihm erfundene Substanz „Tuberkulin“ für ein Vorbeuge- und Heilmittel gegen die Tuberkulose. Heute wissen wir, dass sie nicht einmal zum zuverlässigen Nachweis einer Erkrankung taugt. Zu Beginn der Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts erschütterte ein Impfskandal Lübeck und die deutsche Öffentlichkeit, als infolge von Impfungen zahlreiche Schüler erkrankten und etliche starben.

Und heute ist die Impfung gegen Gebärmutterkrebs in die Diskussion geraten: In Deutschland, weil es im vermeintlichen Zusammenhang mit Impfungen Todesfälle gegeben hatte, in anderen Ländern Europas wie etwa Rumänien aus moralischen und ethischen Gründen.
Inzwischen warnen Fachleute, dass die Bevölkerung nicht mehr ausreichend durch Impfungen vor dem Ausbruch von Seuchen geschützt ist. Dabei können die 500 Millionen Bürger der Europäischen Union mittlerweile durch fünfundvierzig Impfstoffe vor zwanzig Infektionskrankheiten geschützt werden. Neben den herkömmlichen Impfungen sind in den letzten Jahren zahlreiche Stoffe entwickelt worden, die Schutz vor Erkrankungen versprechen, vor denen es bisher keinen Schutz gibt.
Während die Pockenschutzimpfung in fast allen Kulturstaaten abgeschafft worden ist, weil die Pocken ausgerottet worden sind, steht auch gegen die für Kinder wie Eltern gleich unangenehmen Windpocken zuverlässiger Schutz bereit. Auch gegen Mumps gibt eine Impfung. Das gilt auch für Röteln, Masern, Diphtherie und Keuchhusten. Bei Keuchhusten muss beachtet werden, dass immer häufiger Erwachsene erkranken. Der Schutz durch „stille Feierung“ versagt offenbar, und wenn diese Krankheit Erwachsene trifft, ist das besonders bedenklich. Was schon für Kinder sehr unangenehm ist, entwickelt sich für Erwachsene zu einem Drama. Deshalb wird auch Erwachsenen empfohlen, sich alle zehn Jahre impfen zu lassen. Dabei sollte auch gegen Diphtherie, Polio und Tetanus geimpft wurden.
Bekannt ist, dass es gegen Wundstarrkrampf Impfschutz gibt, der meist bei größeren Verletzungen angeordnet wird. Dass die Kinderlähmung in den Industriestaaten kaum mehr auftritt, ist nicht zuletzt dem durchgehenden Impfschutz zu verdanken. Gegen Tollwut wird meist nur nach Tierbissen geimpft. Auch gegen die Formen A und B der Hepatitis gibt es Schutz. In jedem Herbst wird die Bevölkerung aufgerufen, sich gegen die echte Influenza zu schützen. Hier gibt es inzwischen Impfstoffe mit verbesserter Wirksamkeit für Ältere. Wer in tropische
Gebiete reist, muss Vorbeugung gegen Gelbfieber troffen.

Neuerdings gibt es gegen die gefürchtete Gürtelrose – von der einst der Volksmund behauptete, dass selbst Ärzte hier zum „Besprechen rieten- Schutz. Und gegen die Anstreckung im Krankenhaus mit Staphylococcus aureaus kann man auch durch eine Impfung vorsorgen Und auch vor den verschiedenen Formen der nicht zuletzt durch Zecken übertragenen Meningitis.

Die Entwicklung neuer Impfstoffe ist äußerst aufwändig. Sie kann bis zu zwölf Jahre dauern. Die Produktion nimmt noch einmal sechs bis 22 Monate in Anspruch und erfordert bis zu fünf zig Kontrolltests. Auf die Qualitätskontrollen entfallen bis zu siebzig Prozent des gesamten Herstellungsprozesses.

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