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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Theater Lübeck kompakt - mit großem November-Programm

03.11.2008. Das Theater Lübeck teilt mit:
"Das Theater Lübeck hat für den Monat November wieder eine Vielzahl unterschiedlichster Produktionen auf dem Spielplan, zu denen wir Sie herzlich einladen möchten:

Am Freitag, 14. November hat Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm“ in der Inszenierung von Klaus Hemmerle Premiere in den Kammerspielen. Am selben Tag, morgens um 10.00 Uhr, steht „Ronja Räubertochter“ erstmalig auf der Bühne des Großen Hauses. Im Jungen Studio wird ab Donnerstag, 13. November „Kopenhagen“, ein Wissenschafts-Thriller von Michael Frayn, zu sehen sein. Ebenfalls im Jungen Studio zeigen wir ab Freitag, 21. November „Finnisch oder Ich möchte dich vielleicht berühren“ – ein Schauspiel von Martin Heckmanns. „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ heißt die Szenische Lesung nach dem Film von Oliver Hirschbiegel, die am Donnerstag, 27. November ebenfalls im Jungen Studio Premiere hat.
Die Wiederaufnahme des Erfolg-Musicals der letzten Spielzeit „Les Misérables“ findet am Samstag, 22. November 2008, um 19.30 Uhr im Großen Haus statt.

Das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck spielt am Sonntag, 09. November und Montag, 10. November das 2. Sinfoniekonzert mit Werken von Desenne, Márquez, Ginastera und Schostakowitsch. Im 2. Kammerkonzert am Montag, 17. November um 20.00 Uhr in der Gemeinnützigen werden Werke von Astor Piazzolla zu hören sein. Ein Sonderkonzert zum 150. Geburtstag von Ethel Smyth steht am Donnerstag, 27. November im Burgtorkloster auf dem Programm des Philharmonischen Orchesters.


Hier das Gesamtprogramm:


Musiktheater
Presseinformation November 2008
Das Theater Lübeck präsentiert in Übereinkunft mit Cameron Mackintosh LTD
Ein Musical von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg
Wiederaufnahme: Samstag, 22. November 2008, 19.30 Uhr, Großes Haus

Schauspiel
Kopenhagen
Wissenschafts-Thriller von Michael Frayn
Premiere: Donnerstag, 13. November 2008, 20.00 Uhr, Junges Studio

Ronja Räubertochter
Abenteuermärchen zu Weihnachten von Astrid Lindgren
Premiere: Freitag, 14. November 2008, 10.00 Uhr, Großes Haus
Für Kinder ab 6 bis 13 Jahre

Minna von Barnhelm
Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing
Premiere: Freitag, 14. November 2008, 20.00 Uhr, Kammerspiele

Finnisch oder Ich möchte Dich vielleicht berühren
von Martin Heckmanns
Premiere: Freitag, 21. November 2008, 20.00 Uhr, Junges Studio


Ein ganz gewöhnlicher Jude
von Charles Lewinsky. Szenische Lesung nach dem Film von Oliver Hirschbiegel
Premiere: Donnerstag, 27. November 2008, 20.00 Uhr, Junges Studio

Konzerte
2. Sinfoniekonzert
Werke von Desenne, Márquez, Ginastera und Schostakowitsch
Sonntag, 09. November, 11.00 Uhr, und Montag, 10. November 2008, 20.00 Uhr, MuK

2. Kammerkonzert Hommage à Piazzolla
Werke von Astor Piazzolla (1921–1992)
Montag, 17. November 2008, 20.00 Uhr, Gemeinnützige

Klangbilder II Zeit des Erinnerns – Ethel Smyth zum 150. Geburtstag
Donnerstag, 27. November 2008, 20.00 Uhr, Burgkloster

Gastspiel
Salut Salon „Herzenssache!“
Klassik Chanson Entertainment
Sonntag, 30. November 2008, 18.30 Uhr, Kammerspiele

Musiktheater
Les Misérables
Das Theater Lübeck präsentiert in Übereinkunft mit Cameron Mackintosh LTD
Ein Musical von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg
Wiederaufnahme: Samstag, 22. November 2008, 19.30 Uhr, Großes Haus
Victor Hugos Roman »Les Misérables« (»Die Elenden«) von 1862 gehört zu den Standardwerken der französischen Literatur. Das Epos erfuhr zahlreiche Dramatisierungen und regte mehr als 30 Regisseure zur Verfilmung an. 1985 erlebte das Musical »Les Misérables« seine Uraufführung, das mit zu den opulentesten Ausstattungswerken gehört und mit 8 Tony Awards, dem Oscar für Theater und Musical, ausgezeichnet wurde. Heute zählt es zu den erfolgreichsten Musicals aller Zeiten – übersetzt in 21 Sprachen, gespielt in rund 230 Städten in 40 Ländern weltweit.
Es erzählt die Geschichte von Jean Valjean, der nach 19 bitteren Jahren der Haft auf Bewährung entlassen wird. Polizeikommissar Javert sitzt ihm immer im Nacken, da es für ihn unvorstellbar ist, dass ein Mensch sich zum Guten ändern kann. In den folgenden Jahren baut sich Valjean eine rechtschaffene Existenz auf und nimmt sich der kleinen Cosette an – doch er gibt diese Idylle schweren Herzens auf, als ein Unschuldiger, den man für ihn hält, hingerichtet werden soll. Die Flucht vor Javert beginnt erneut und führt Valjean nach Paris. Während der Barrikadenkämpfe des Jahres 1832 kommt es zur letzten Auseinandersetzung der beiden Kontrahenten …
Dem Musical gelingt es in einzigartiger Weise, aus der unüberschaubaren Handlungs- und Personenfülle von Hugos Roman die zentralen Themen und Figuren zu destillieren. Es geht um die ewigen Fragen nach Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Liebe. Der Zuschauer wird in das Schicksal der »Elenden«, das sich wie ein großes Historiengemälde präsentiert, hineingesogen und von den anrührenden und mitreißenden Musiknummern gefesselt, bis auch der letzte Ton verklungen ist. Das Flensburger Tagblatt urteilt: »Wunderbare Stimmen, mitreißendes Spiel, hilfreiches Bühnenbild – und das alles gepaart mit analytischem Blick auf die Geschichte und in menschliche Seelen: Mit dem Musical ›Les Misérables‹ ist in Lübeck Musiktheater vom Feinsten zu sehen.«
Musikalische Leitung: Ludwig Pflanz
Inszenierung: Wolf Widder
Bühne und Kostüme: Katja Schröder
Chor: Joseph Feigl
Mit: Thomas Christ (Jean Valjean), Steffen Kubach (Javert), Manfred Ohnoutka (Thenardier), Tomasz Dziecielski (Marius), Kai Bronisch (Enjolras), Simone Tschöke (Fantine), Martina Flatau (Mme. Thenardier), Sonja Freitag/Andrea Stadel (Cosette) u. a.
Wiederaufnahme: Samstag, 22. November 2008, 19.30 Uhr, Großes Haus

Schauspiel
Kopenhagen
Wissenschafts-Thriller von Michael Frayn
Premiere: Donnerstag, 13. November 2008, 20.00 Uhr, Junges Studio
Warum ist der deutsche Atomphysiker Werner Heisenberg 1941 in die von den Nazis besetzte dänische Hauptstadt Kopenhagen zu seinem großen Vorbild und Freund Niels Bohr gefahren? Keine fünfzehn Minuten dauerte das historische Gespräch zwischen Heisenberg und Bohr, dann war die Freundschaft für diesen ein für allemal beendet. Was hat Heisenberg, der für Hitler an der Entwicklung der Atombombe arbeitete, von dem am amerikanischen Atomprogramm beteiligten Bohr wissen wollen? Beide hatten zusammen in den 20er Jahren das moderne Weltbild durch ihre Grundlegung der Quantenphysik entscheidend verändert und das Gespenst der gewaltigsten Massenvernichtungswaffe am Horizont aufkommen sehen? Wollte Heisenberg Einblick in den Stand der amerikanischen Nuklearforschung gewinnen? War es seine Hoffnung, mit Bohr zu einem geheimen Abkommen gelangen, um den Bau der Atombombe zu verhindern?

In Michael Frayns spektakulärem und genau recherchiertem Stück spielen Heisenberg, Bohr und dessen Frau Margrethe die Begegnung im September 1941 immer wieder aus unterschiedlicher Perspektive durch und begeben sich so auf die Suche nach möglichen Antworten und wahrscheinlichen Abläufen des letzten Gesprächs zwischen diesen Koryphäen der modernen Physik. Heisenberg stellt die Frage nach der Verantwortung des Wissenschaftlers – aus welchem Grund an jenem Septembertag in Kopenhagen? Wie weit war die deutsche Atomforschung zu diesem Zeitpunkt? Befürchtete er einen Abwurf einer Atombombe auf Deutschland? Warum wies Bohr ihn erregt zurück und warf ihn aus seinem Haus.
Seit die Erkenntnisse der Wissenschaft in ihrer Anwendung die menschliche Welt irreversibel verändern oder zerstören können, seit der Atomtechnologie und inzwischen mit der Gentechnik ist die Wissenschaft nicht mehr ohne ihre ethische Dimension denkbar. Der Theaterautor Michael Frayn (u.a. „Der nackte Wahnsinn“) hat mit „Kopenhagen“ eines der wirkungsvollsten Stücke der Gegenwartsdramatik geschrieben. Seit seiner Uraufführung in London 1998 liefert „Kopenhagen“ gleichermaßen für Nichtwissenschaftler und Fachleute brisanten Diskussionsstoff und hat mehrere Symposien zu dieser aktuellen Thematik angeregt.
Inszenierung: Kirsten Uttendorf
Ausstattung: Claus Stump
Mit: Astrid Färber, Renato Grünig, Dirk Witthuhn
Premiere: Donnerstag, 13. November 2008, 20.00 Uhr, Junges Studio
Weitere Vorstellungen: Freitag, 14. November 2008, (Theatertag), 20.00 Uhr; Sonntag, 16. November 2008, 18.30 Uhr; Junges Studio


Ronja Räubertochter
Abenteuermärchen zu Weihnachten von Astrid Lindgren
Premiere: Freitag, 14. November 2008, 10.00 Uhr, Großes Haus
Für Kinder ab 6 bis 13 Jahre

„Halt’ dir die Ohren zu, denn jetzt kommt mein Frühlingsschrei!“

Ronja, das Gewitterkind, wächst in der Burg ihres Räubervaters Mattis auf. Um ihrer Angst zu begegnen, erkundet sie den tiefen Räuberwald und den Höllenschlund, der bei ihrer Geburt aufgerissen ist: Hier trifft sie auf Birk, den Sohn der gegnerischen Räubersippe, und freundet sich mit ihm an. Dies ist die Geschichte einer jungen Liebe zwischen erklärten Gegnern, die über manche Gräben - innere wie äußere - springen müssen, um ihr Glück zu finden ...
Wie kaum eine andere Autorin spricht Astrid Lindgren die Sprache der Kinder: Ihre jungen Helden sind lebendig, sie haben Sorgen, die uns vertraut sind, sie erleben Abenteuer, bei denen wir sie fiebernden Herzens begleiten, sie können zanksüchtig, dickköpfig und liebevoll zugleich sein. Ronja Räubertochter ist sicher eine ihrer beliebtesten Figuren, denn sie ist zäh, selbstbewusst und gewitzt. Sie pfeift auf eingefahrene Ansichten und will sich lieber eine eigene Meinung bilden. Die Geschichte der zwei Räuberclans, die sich die Herrschaft über ihre Burg streitig machen und sich hinter alten Feindbildern verbarrikadieren, bewegt und verzaubert Jung und Alt in aller Welt.
Inszenierung: Thorsten Duit
Ausstattung: Anja Imig
Musik: Juan Garcia
Mit: Barbara Krabbe, Johanna Sembritzki, Maria von Bismarck; Robert Brandt, Herbert Schöberl, Simon van Parys, Will Workman
Premiere: Freitag, 14. November 2008, 10.00 Uhr, Großes Haus
Weitere Vorstellungen: Samstag, 15. November 2008, 10.00 Uhr; Sonntag, 16. November 2008, 10.00 Uhr, Sonntag; 30. November 2008, 11.00 Uhr, Großes Haus
Weitere Termine im Dezember


Minna von Barnhelm
Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing
Premiere: Freitag, 14. November 2008, 20.00 Uhr, Kammerspiele
„Stunde Null“. Ein Hotelzimmer kurz nach dem Krieg ist der Schauplatz dieses hintergründig-tiefsinnigen Lustspiels aus dem Jahr 1767 um starre männliche Ehrbegriffe und ihre Auflösung durch weibliche List. Eine junge Adlige und ihre Kammerzofe, Minna und Franziska, sind fest entschlossen, den Major von Tellheim zur Hochzeit zu bewegen. Doch dieser ist in seiner Ehre tief gekränkt und verweigert sich Minna, denn er ist völlig zu Unrecht in den Verdacht der Korruption geraten. Um ihn von seinem männlich-prekären Stolz zu befreien, wird gereizt, gezockt, verhandelt, belauscht, werden Briefe geöffnet und heimlich gelesen, werden Ringe vertauscht und Gerüchte in die Welt gesetzt. Das Spiel regiert die Welt. Im preußischen Spitzelstaat Friedrich des Großen - uns seltsam vertraut und fast unheimlich nahe - steht die Moral Kopf. Einzig die Kraft der Liebe kann die Verhältnisse wieder einrenken – oder ist auch Liebe käuflich? Auf ihrem Feldzug um das Herz Tellheims überreizt Minna von Barnhelm ihr Blatt …
Inszenierung: Klaus Hemmerle
Ausstattung: Ralph Zeger
Mit: Susanne Höhne, Sina Kießling, Anne Schramm; Till Bauer, Thomas Gräßle, Jörn Kolpe, Henning Sembritzki, Sven Simon.
Kostprobe Montag, 10. November 2008, 18.30 Uhr, Kammerspiele (Eintritt frei)
Premiere: Freitag, 14. November 2008, 20.00 Uhr, Kammerspiele
Weitere Vorstellungen: Sonntag, 16. November 2008, 18.30 Uhr; Freitag, 21. November 2008, 20.00 Uhr; Freitag, 28. November 2008, 20.00 Uhr, Kammerspiele

Finnisch oder Ich möchte Dich vielleicht berühren
von Martin Heckmanns
Premiere: Freitag, 21. November 2008, 20.00 Uhr, Junges Studio
Ein junger Mann hat sich in eine Frau verliebt, die er nur aus der Ferne kennt. Sie ist Postbotin, und um ihr zu begegnen, hat er sich selbst ein Paket geschickt. Dieses wird in etwa einer Stunde von ihr gebracht werden. Was tun, wenn sie an der Tür steht und er ihre Neugier wecken muss? Wie spricht man jemanden an, den man begehrt? Wie kommt man aus seinem Ich-Gehäuse heraus und offenbart sich, ohne sich zu verraten oder lächerlich zu machen? Soll man sich überhaupt ein Bild von der Situation und dem Anderen machen? Der junge Mann imaginiert in dieser Stunde die ersehnte und gefürchtete Begegnung mit seiner Angebeteten, Satz für Satz und Handlung für Handlung in allen möglichen Variationen.

So entsteht ein lustvoller "Versuch eines Entwurfs einer Theorie des Anfangs", ein komischer, alltagsphilosophischer und leichtfüßiger Text in der knappen Stunde vor der erhofften Begegnung. „Finnisch" ist bei allem klugen Humor auch ein Stück über die Einsamkeit, über die Angst, eine „Innenwelt“ mit einer „Außenwelt“ in Berührung zu bringen und die eigenen Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. Ein phantasievoller, poetischer und komisch-verschrobener Monolog über Einsamkeit und Kommunikation.

Martin Heckmanns (Jahrgang 1971) gehört zu den meist gespielten zeitgenössischen Dramatikern der jüngeren Generation. Sein Stück „Finnisch oder Ich möchte dich vielleicht berühren“ wurde mit dem Kulturförderpreis des Kreises Herford ausgezeichnet.
Inszenierung: Anne Lenk
Ausstattung: Claus Stump
Mit: Florian Hacke.
Premiere: Freitag, 21. November 2008, 20.00 Uhr, Junges Studio
Weitere Vorstellung: Dienstag, 25. November, 20.00 Uhr, (Theatertag), Junges Studio


Ein ganz gewöhnlicher Jude
von Charles Lewinsky. Szenische Lesung nach dem Film von Oliver Hirschbiegel
Premiere: Donnerstag, 27. November 2008, 20.00 Uhr, Junges Studio
Ein Jude, der als Jude vor einer Schulklasse über sein Leben in Deutschland sprechen soll, kann sich nicht als ganz gewöhnlicher Jude in Deutschland begreifen, sondern wird mit einer Rolle konfrontiert, mit dem klischierten Menschenbild vom »Juden«, mit der Geschichte der Juden, mit seiner Sehnsucht, in Deutschland einfach nur ein Jude zu sein.

Um diese Widersprüche und die Utopie der Gewöhnlichkeit geht es in Charles Lewinskys Monolog, der von Oliver Hirschbiegel mit Ben Becker verfilmt wurde. Der Journalist Emanuel Goldfarb erhält von dem Lehrer Herrn Gebhardt die Einladung, vor seiner Schulklasse über sich als »Jüdischer Mitbürger« zu sprechen. Beim Versuch, eine plausible Absage zu formulieren, zieht er eine Bilanz seines Lebens, die ihn letztlich doch zu dem Entschluss bringt, mit den Schülern in einen Dialog zu treten. Wortreich, pointiert und manchmal zynisch beschreibt er das Spannungsfeld zwischen altem Antisemitismus und neuer politischer Korrektheit und kritisiert das Wiedergutmachungsritual der permanenten öffentlichen Vergangenheitsbewältigung, die für ihn wieder nur eine Sonderrolle bereit hält: die des wortreich bedauerten Opfers. Und dabei möchte Emanuel Goldfarb doch nichts lieber sein als ein ganz gewöhnlicher Deutscher. Ein ganz gewöhnlicher Jude.
Der pointierte Monolog – Beichte ebenso wie Brandrede – schlägt den Bogen auch zum Privaten. Aus seiner eigenen Biografie, der gescheiterten Ehe mit einer Katholikin und der problematischen Beziehung zum gemeinsamen Sohn, leitet Goldfarb die Schwierigkeit ab, die durch eigene Tradition ebenso wie durch fremde Vorurteile festgelegte Rolle abzustreifen. „Zuviel Geschichte", resümiert er. „Das ist das jüdische Problem."
Inszenierung: Silke Hagedorn
Mit Robert Brandt
Premiere: Donnerstag, 27. November 2008, 20.00 Uhr, Junges Studio
Weitere Vorstellung: Freitag, 28. November 2008, 20.00 Uhr, (Theatertag), Junges Studio


Konzerte
2. Sinfoniekonzert
Werke von Desenne, Márquez, Ginastera und Schostakowitsch
Sonntag, 09. November, 11.00 Uhr, und Montag, 10. November 2008, 20.00 Uhr, MuK
Paul Desenne (* 1959) Palenkumbe
Arturo Márquez (*1950) Danzon No. 2
Alberto Ginastera (1916 – 1983) Konzert für Harfe und Orchester op. 25
Dmitri Schostakowitsch (1906 – 19775) Sinfonie Nr. 9 Es-Dur op. 70

Dirigent Raphael Jimenez wurde in Miami/Florida geboren, kam aber bereits als kleiner Junge nach Venezuela, so dass die südamerikanische Musik von Kindheit an eine große Rolle für ihn spielte. Aus diesem Grund eröffnet er das zweite Sinfoniekonzert der Lübecker Saison mit einer Trias lateinamerikanischer Komponisten: Paul Desennes Ouvertüre »Palenkumbé« entstand 2008 zur Eröffnung des II. Internationalen Musikfestivals in Cartagena. Mit verschiedenen tanz-inspirierten Rhythmen versucht der Komponist aus Venezuela, die facettenreiche und geschichtsträchtige kolumbianische Stadt in Musik einzufangen.
Tänzerisch geht es auch weiter mit »Danzon No. 2« des Mexikaners Arturo Márquez – das Werk basiert auf einem typisch mexikanischen Tanzstil, der seine Ursprünge auf Kuba hat, wo Márquez sich in einem Ballroom zu dem Orchesterwerk inspirieren ließ.

Mit Alberto Ginastera erklingt derjenige Künstler, dem Astor Piazzolla sein solides Kompositionshandwerk verdankt: Am Puls seiner Zeit komponierend, war Ginastera der Hoffnungsträger der Moderne seiner argentinischen Heimat, die immer wieder in fokloristischen Elementen hervorblitzt. In dem 1956 entstandenen Harfenkonzert zeigt mit Isabelle Moretti die wohl bekannteste Harfenistin unserer Zeit ihr Können: Sie musiziert das gleichermaßen rhythmisch pointierte und sich lyrisch aussingende Werk mit großem Temperament.

In der akademisch kultivierten Klangsprache, die dennoch einen starken Bezug zur Herkunft des Komponisten aufweist, liegt auch der Berührungspunkt zur Sinfonik Schostakowitschs. Ausgerechnet in seiner neunten Sinfonie präsentiert sich der Komponist allerdings von einer ganz ungewohnten Seite. Alle hatten von ihm zum Ende des 2. Weltkrieges eine monumentale Sieges-Sinfonie erwartet, mindestens ein am Erbe Beethovens ausgerichtetes sinfonisches »Schwergewicht«. Doch in dem 1945 komponierten Werk herrscht ein durchgehend freundlicher und heiterer Ton – bei formal gesehen geradezu »klassisch« überschaubaren Dimensionen. Auch gibt sich Schostakowitsch ausgelassen komödiantisch und die Scherzi verzichten auf den sonst für ihn typischen beißenden Zynismus. Die Kommunistische Partei fühlte sich durch die Sinfonie regelrecht angegriffen und Schostakowitsch fiel 1948 erneut der ideologischen Ächtung anheim.

Dirigent: Raphael Jimenez
Harfe: Isabelle Moretti
Einführung: Eine Stunde vor Konzertbeginn
Termine: Sonntag, 09. November, 11.00 Uhr, und Montag, 10. November2008, 20.00 Uhr, MuK


2. Kammerkonzert
Hommage à Piazzolla
Werke von Astor Piazzolla (1921–1992)
Montag, 17. November 2008, 20.00 Uhr, Gemeinnützige
Er sei ein Idiot, schimpfte die berühmte Nadia Boulanger über Astor Piazzolla. So zumindest will es die berühmte Anekdote über den Wutausbruch der Komponistin, als sie merkte, dass vor ihr ein junger Mann saß, der zugunsten von Kompositionen à la Bartók und Hindemith seine eigentliche Bestimmung verleugnete: den Tango, die Musik, die er in Kabaretts und Spelunken spielen gelernt hatte. Er solle alles andere wegschmeißen und den »echten Piazzolla« zum Vorschein bringen, so Boulangers weiser Rat. Und man weiß, wohin das führte: zu einem neuen Tango, einem »tango nuevo« in Astor Piazzollas ganz eigener Klangsprache aus Jazz, Moderne und den Klängen seiner argentinischen Heimat – einem Tango, der eben nicht nur zum Tanzen dienen, sondern in Konzertsälen sein Publikum ganz mit Zuhören in Anspruch nehmen will.

Mit freundlicher Unterstützung der Heinz und Erika Wiggers-Stiftung und der Gemeinnützigen Lübeck

Gesang Mario Diaz
Violine Carlos Johnson
Violoncello Hans-Christian Schwarz
Klavier Tamami Toda-Schwarz
Moderation Andreas Hutzel
Termin Montag, 17. November 2008, 20.00 Uhr, Gemeinnützige


Klangbilder II Zeit des Erinnerns – Ethel Smyth zum 150. Geburtstag
Donnerstag, 27. November 2008, 20.00 Uhr, Burgkloster
Ethel Smyth (1858-1944) Four Songs
Klaviertrio d-Moll

»Die englische Lady ohne Klavier oder Bleistift oder Stickerei oder französische Lieblingsschriftsteller oder deutsche Lieblingsdichter betrachtet man mit Überraschung oder gar Mitleid.« Künstlerische Bildung als Sahnehäubchen auf der Mitgift einer jungen Dame – so beschreibt es das 1868 erschiene Anstands-Handbuch »Die Gepflogenheiten der gehobenen Gesellschaft«. Doch wo der Wille zum künstlerischen Ausdruck das Maß des Bescheidenen, des Unterhaltenden überstieg, war es mit der gesellschaftlichen – geschweige denn künstlerischen! – Akzeptanz oft nicht weit her.
Und so dürften die Eltern der 1858 geborenen Ethel Smyth der Wunsch ihrer Tochter, Komponistin zu werden, zunächst noch belächelt haben. Wer hätte ahnen können, dass die junge Frau so unbeirrt ihren Weg gehen würde? Als emanzipierte Künstlerin und Anhängerin der Soufragettenbewegung setzte sie sich zeitlebens über zu enge Grenzen und die bigotten Forderungen ihres Umfelds hinweg. Gemeinsam mit der GEDOK Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer veranstaltet das Theater Lübeck im 150. Geburtsjahr Ethel Smyths ein Konzert mit selten gespielten Werken der englischen Komponisten; in Auszügen aus ihren Briefen und Schriften wird die faszinierende Künstlerin selbst zu Wort kommen.
Gesang Gisela Prusek
Violinen Antje Kroeger, Joo-Hyun Kang
Viola Franziska Ribbentrop
Violoncello Caroline Metzger
Flöte Viola Hegge
Harfe Johanna Maier
Kontrabass Dagmar Labusch
Schlagzeug Julian Sulzberger
Violoncello Gudrun Schröder
Klavier Marianne Schobert
Moderation Marion Hinz
Termin Donnerstag, 27. November 2008, 20.00 Uhr, Burgkloster

Gastspiel
Salut Salon „Herzenssache!“
Klassik Chanson Entertainment
Sonntag, 30. November 2008, 18.30 Uhr, Kammerspiele
Für die perfekte Kombination aus anspruchsvoller Klassik frechen Chansons und mitreißendem Entertainment hat sich längst ein Name etabliert: Salut Salon!

Sie sind charmant, leidenschaftlich und virtuos, temperamentvoll und immer wieder überraschend. Angelika Bachmann, Iris Siegfried, Phoebe Scott und Lara Jones singen und spielen sich mit viel Spaß am eigenem Unernst in die Herzen ihres Publikums, weil Musik für sie eben eine „Herzenssache“ ist.
Mit: Angelika Bachmann, Iris Siegfried, Phoebe Scott und Lara Jones
Termin: Sonntag, 30. November 2008, 18.30 Uhr, Kammerspiele

Impressum