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HS-Kulturkorrespondenz: Umjubelter Ballettabend in Kiel

05. April 2009 (Kiel/HL-red.) HS-Kulturkorrespondenz: Umjubelter Ballettabend in Kiel - Von Horst Schinzel: Ein Ballettabend so recht nach dem Lebensgefühl der vorwiegend jüngeren Zuschauer: Der renommierte britische Tänzer und Choreograf Christopher Bruce – zu dessen Repertoire über sechzig Tanzschöpfungen zählen – ist auf Einladung des Kielers Ballettdirektors und Paluca-Schülers Mario Schröder an die Förde gekommen und hat mit dem weit über die Grenzen der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt anerkannten Kiel Ballett drei Choreografien umgesetzt – darunter eine höchst ungewöhnliche und durchaus gewöhnungsbedürftige Uraufführung
Denn das hat man wohl bisher kaum je auf einer Ballettbühne gesehen: „TEN POEMS“ - Eine Tanzschöpfung völlig ohne Musik, nur zu den von Richard Burton gesprochenen Gedichten des Walisers Dylan Thomas (1914 – 1953). Die finden sich im Programmheft auf Deutsch. Deren von Christopher Bruche gepriesene Musikalität nachzuempfinden ist im völlig dunklen Theaterraum nicht völlig. Sie lässt sich auch im Nachhinein nur schwer nachvollziehen. Eindrucksvoll sind die Leistungen der Kieler Tänzer – fast alle Rollen sind alternierend besetzt – allemal.
Kaum einfacher erschließt sich das am Anfang des Abends dargebotene Ballett „Shift“ aus dem Jahre 2007. Zu einer Musik vom Band von Kenji Buch, die das ahn-trio spielt, lässt Christopher Bruce die Arbeitswelt vertanzen. Hier zeichnet er auch für die Kostüme verantwortlich, während für die anderen beiden Tanzschöpfungen Marian Bruce gearbeitet hat.

Weit einfacher zu verstehen dann nach der Pause „Rooster“ nach der meist sehr ruhigen Musik – ebenfalls vom Band - der Rolling Stones. Diese Schöpfung aus dem Jahre 1991 geriert sich weitgehend als klassische Tanzshow, in der die Gegensätze der Geschlechter tänzerisch umgesetzt werden. Vieles kommt dem Zuschauer Spanisch vor. Nicht zuletzt dank der farbigen Kostüme, die noch prächtiger wirken würden, wäre es nicht auf der Bühne so schrecklich duster (Lichtdesign Tina MacHugh). Wie denn überhaupt der langjährige Beleuchtungsmeister Martin Witzel an diesem Abend arg mit dem Licht geizt – sollen Energie und Strom gespart werden?
Der Erfolg dieser drei Choreografien ist überwältigend. Der Beifall will kein Ende nehmen – sogar ein vereinzelter „Zugabe“-Ruf, allerdings auch ein vereinzeltes „Buh“. Erst das Herunterlassen des Vorhanges beendet die Ovationen.

Ohne Zweifel: Das gar nicht einmal so kleine Repertoire des Kiel Balletts ist noch einmal bereichert worden. Übrigens: Wie es der Zufall der Spielplan-Gestaltung wollte, gab es an diesem Abend auch in Flensburg eine Ballettpremiere. Auch dort setzte die rührige Ballettmeisterin Stella Korijan Neuschöpfungen von Kollegen um. Schade, dass sich benachbarte Theater bei der Vorbereitung ihres Spielplan nicht absprechen können. Derartige Überschneidungen zwischen Kiel und Flensburg sind gar nicht einmal so selten…

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