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Reformationstag in Lübeck: „Marienkirche wird frei geräumt“

24. Oktober 2015 (HL-Red-RB) „Mach Dich mal frei“ – Reformationstag in der Lübecker Innenstadt: Die Lübecker Innenstadtgemeinden begehen in diesem Jahr gemeinsam den
Reformationstag am Sonnabend, 31.10.2015. Unter dem Motto „Mach Dich mal frei“ finden von zwölf bis 14.30 Uhr Aktionen auf dem Markt statt. Im Anschluss wird um 15 Uhr ein zentraler Reformationsgottesdienst mit allen Innenstadtpastoren in einer frei geräumten Marienkirche gefeiert.




Freuen sich auf eine „frei geräumte“ Marienkirche: die Pastorinnen Annegret Wegner-Braun (v.l.), Margrit Wegner, Kathrin Jedeck, Nicola Nehmzow und die Pastoren Martin Klatt, Dr. Bernd Schwarze, Lutz Jedeck, Robert Pfeifer sowie Knut Winkmann vom Theater Lübeck (Foto: Iris v. Borcke).


„Die Reformation war ein Meilenstein auf dem Weg zu einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft“, sagt Pastorin Annegret Wegner-Braun. In dieser Tradition frage man auch heute nach der Freiheit in den eigenen kirchlichen Mauern und in städtischer Öffentlichkeit, erläutert die Marienpastorin. Zur Versinnbildlichung des epochalen Aufbruchs aus festgefahrenen kirchlichen Lehren und Systemen wird die Marienkirche „frei geräumt“ und die Bänke der Marienkirche werden auf den Markt geschafft.

„Reformation: das ist für mich Ausräumen, Aufräumen und Entstauben“, findet auch Petripastor Dr. Bernd Schwarze und fährt fort: „Sich immer wieder neu besinnen, was Leben und Glauben bedeutet, sich auf die Suche begeben nach dem, was wirklich trägt und zählt.“ So auch Dompastor Martin Klatt: „Auch in Zeiten, in denen viele viele Freiheiten haben, lohnt es sich zu fragen – persönlich und gesellschaftlich: Wie frei bist du wirklich?“ Was häufen wir nicht alles an, Güter, Qualifikationen, Wohlanständigkeiten und Karriereschritte, um uns unseren Wert und unsere Bedeutung vor Augen zu halten? Unter dem Motto „Mach Dich mal frei“ kann bei einer Tauschaktion ein Ding abgelegt und ein anderes mitgenommen werden. Damit einher geht die Frage: Was kann ich loslassen, was möchte ich loslassen? „Denn wir wollen die Menschen dort abholen, wo sie sich in ihrem Alltag befinden“, sagt St.-Jakobi-Pastorin Kathrin Jedeck.

Künstlerisch wird die Aktion von Knut Winkmann begleitet. Am lutherischen Freiheitsbegriff begeistert ihn besonders die Freiheit zur Zuwendung zum Nächsten. Bei Saxophon- und Posaunenklängen wird es am Markt und in der Kirche in weiteren Aktionen um die „Freiheit“ gehen, die gewendet und geweitet, bedacht und ins Bild gesetzt werden soll. So fragt Ägidienpastorin Nicola Nehmzow: „Frei wie ein Vogel - ein Traum? Oder seltenes Glück für einen Augenblick?“ Für Jakobipastor Lutz Jedeck ist die Reformation eine große Chance über Freiheit nachzudenken und über die oft veraltet einengende Vorstellung von Kirche, um dann spielerisch zu entdecken, „wie freimachend Glaube sein kann“.

„Lübeck kann Freiheit!“ – mit diesen drei Worten überträgt Marienpastor Robert Pfeifer den lutherischen Freiheitbegriff in die Hansestadt. Und wird dabei unterstützt von Pröpstin Petra Kallies und 20 weiteren Frauen sowie Männern aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen der Stadt. Deshalb freut sich Dompastorin Margrit Wegner besonders, dass am Reformationstag nicht nur Theologen über den Begriff Freiheit nachdenken, sondern Frauen und Männer aus Lübeck wie: Der Bürgermeister und ein Bestatter, ein Förster und die Leiterin des Seniorenbeirats, eine Biologin und die Kultursenatorin.“ Nicht zuletzt soll eine Thesentür – ein Nachbau der Eingangstür von St. Marien – für Denkanstöße sorgen. Diese soll dazu einladen, selbst zu Hammer und Nagel zu greifen getreu dem Motto „Sei so frei, sag uns Deine Meinung!“.

Quelle:
Ev.- Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg
Text: Pastorin Annegret Wegner-Braun
/Red.

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