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Theater Lübeck: Träume, die sich nicht erfüllen

11. September (HL-Red-RB) Choreograph Yaroslav Ivanenko aus Kiel mit seinem Corps de ballett bringt Tschechows „Drei Schwestern“ ins Theater Lübeck. 
Elfengleich sitzen sie da – die drei Schwestern – und blicken zaudernd in die Zukunft. Gestrandet in der Provinz, in der sie nach dem Tod der Eltern ihrem Bruder Andrej von Moskau aus gefolgt sind. Ein mehr oder weniger eintöniges Leben ist den Schwestern vorgezeichnet, denn Tschechow verharrt in seinem Stil, vordergründig zwischenmenschliche Beziehungen abzuhandeln. Wie der Titel aussagt, geht es in erster Linie um die drei Schwestern. Mascha (Sabina Faskhi) ist unglücklich verheiratet, die Lehrerin Olga tanzt die wunderbare Victoria LaneGreen. Den Ballettfreunden sicher als Odile aus „Schwanensee“ in Erinnerung. Im letzten Jahr allerdings mit blondem Haar. Als Irina Marina Kadyrkulova. Zwei Männer umwerben sie, jedoch findet keiner bei ihr Gehör. In der Farbe ihrer Kleider lassen sich die Schwester sehr gut unterscheiden. Elisabeth Richter zaubert für das gesamte Corps die ansprechende Garderobe.
Von den zahlreichen Tänzer hebt sich besonders Alexej Irmatov als Oberst Werschinin als eleganter Beau hervor.
Die Choreographie lieferte Yaroslav Ivanenko, der auch unter Neumeier, Hamburg, tanzte. Ivanenko hat sein Herz an dieses Stück verloren und lässt es in Kiel seit fünf Jahren tanzen. Die unterschiedlichsten Stilrichtungen finden in seinem Konzept Platz. Immer wieder lassen die TänzerInnen Körperwellen durch sich fließen. Sprunggewaltig brillieren die Tänzer, vertanzen Sitz-Piroutten, erfreuen mit Pas de deux, agieren im Dreier-Format und lassen selbst den Breakdance nicht aus.
Oliver Helf schafft ein einfaches Bühnenbild, das zeitlos erscheint. Allein die Birken hinter den Fenstern erzeugen eine große Atmosphäre.
Dieses Stück lebt natürlich auch von der wunderbaren Musik von Franz Schubert. Die MusikerInnen, die im Wechsel erscheinen, sind mit Sicherheit auch nennenswerte Solisten.
 
Stefan Veskovic am Klavier achtet genau auf den Part des Tänzers, um im völligen Gleichklang zu sein. Victoria Harrild geht so in der Musik auf, dass es zum Teil erschreckend wirkt.
Endlich wieder mal Ballett in Lübeck! Denn die Stadt möchte ein eigenständiges Forum, da fragt man sich beim Anblick des karg besetzten Parketts, wo die Ballettfreunde sind.
 
Helga Rottmann
(Foto RB)


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