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Innovationspreis in der Strahlentherapie für Svenja Ipsen

28. August 2015 (HL-Red-RB) Innovationspreis in der Strahlentherapie für Svenja Ipsen - Kooperation Lübeck-Sydney: Weltweit erstes Echtzeit-Lokalisationsverfahren zur radiochirurgischen Behandlung von Vorhofflimmer:
Svenja Ipsen, Doktorandin am Institut für Robotik und Kognitive Systeme der Universität zu Lübeck, ist mit dem Innovationspreises der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) 2015 ausgezeichnet worden. Der Preis, mit dem herausragende neue Ergebnisse auf dem Gebiet der Radioonkologie und Strahlentherapie gewürdigt werden, wurde ihr auf der Jahrestagung der DEGRO am 25. Juni im Congress Center Hamburg verliehen.

Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt der Masterarbeit „MRT-gestützte kardiale Radiochirurgie zur Behandlung von Vorhofflimmern“, die in Zusammenarbeit mit der University of Sydney entstand und mit der Svenja Ipsen ihr Studium der Medizinischen Ingenieurwissenschaft an der Universität zu Lübeck abschloss.

Im Rahmen der Arbeit wurde das weltweit erste Echtzeit-Lokalisationsverfahren für kardiale Ziele in der MRT-gestützten Strahlentherapie entwickelt. Die Integration der Bildgebung durch Magnetresonanztomographie (MRT) in die Strahlentherapie für eine direkte Visualisierung des Bestrahlungsziels und damit verbundene verbesserte Bewegungskompensation kann neben der präziseren Behandlung von Tumoren auch erhebliche Vorteile für die hochpräzise kardiale Radiochirurgie bringen. Vorhofflimmern ist die häufigste Arrhythmie in der Klinik und erhöht das Schlaganfallrisiko der Patienten um das Fünffache. Millionen von Patienten sind weltweit betroffen und machen Vorhofflimmern zu einer Epidemie in Industrienationen.

Das entwickelte Verfahren erlaubt eine vollständig non-invasive Behandlung des Vorhofflimmerns mithilfe von Hochdosis-Radiochirurgie in Kombination mit Echtzeit-MR-Bildgebung in einem kombinierten MRT-Strahlentherapie-Gerät (MRI-Linac). Da das Bestrahlungsziel im Herzen permanenten Bewegungen von Atmung und Herzschlag unterworfen ist, müssen spezielle Maßnahmen getroffen werden, um das Ziel dauerhaft im Fokus zu halten. Mit der MRT-Bildgebung kann die Herzbewegung schnell und strahlungsfrei dargestellt, gemessen und kompensiert werden, was die Präzision der Bestrahlung erhöhen könnte. Besonders Patienten, die die bisherige minimal-invasive Katheter-Ablation aufgrund ihrer physischen Kondition nicht tolerieren können, werden potentiell von dieser non-invasiven Alternative profitieren.

An der Arbeit von Svenja Ipsen waren Wissenschaftler und Ärzte des Instituts für Robotik und Kognitive Systeme der Universität zu Lübeck, des Radiation Physics Laboratory der University of Sydney, des Illawarra Cancer Care Centre in Wollongong (Australien), des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, des Ingham Institute for Applied Medical Research in Liverpool und der Universitätsklinik für Strahlentherapie in Kopenhagen beteiligt. Die Lübecker Projekte zur Bewegungsvorhersage (Prädiktion) und robotergestützten Echtzeit-Bildgebung (Prof. Dr. Achim Schweikard) ergänzen die Arbeiten der australischen Gruppe zur Bewegungsverfolgung und -kompensation (Prof. Paul Keall) hervorragend und versprechen auch weiterhin eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die für beide Seiten einen Gewinn darstellt.

Svenja Ipsen hat ihr Studium der Medizinischen Ingenieurwissenschaften an der Universität zu Lübeck Anfang 2015 mit dem Master of Science abgeschlossen. Sie verbrachte über ein Jahr im Radiation Physics Laboratory an der University of Sydney, wo sie in der Gruppe von Prof. Paul Keall das Forschungsprojekt zur MRT-gestützten Strahlentherapie des Herzens initiierte. Bereits zwei Jahre zuvor hat ein Lübecker Team um Dr. Oliver Blanck den Innovationspreis für die kardiale Strahlentherapie erhalten. Darauf aufbauend befasst sich die jetzige Arbeit mit der Echtzeit-Bewegungskompensation des Herzens während der Bestrahlung.

Seit Mai 2015 ist Svenja Ipsen als Doktorandin am Institut für Robotik und Kognitive Systeme der Universität zu Lübeck angestellt, wo sie sich auch weiterhin mit dem Bewegungsausgleich in der Strahlentherapie beschäftigt. Für ihre Arbeit in der MRT-gestützten Strahlentherapie wurde sie bereits in 2014 mit dem Young Investigator Award der American Association of Physicists in Medicine (AAPM) ausgezeichnet.


Quelle:
Universität zu Lübeck
www.uni-luebeck.de

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