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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Eine Stadt in Bewegung – Öffentliches Zukunftsforum

04.Juli 2015 (HL-Red-RB) Veranstaltung am 7. Juli 2015 ab 17 Uhr in den Media Docks – Fishbowl-Diskussion: Das Wissenschaftsmanagement Lübeck weist auf eine Veranstaltung hin, die sich „Öffentliches Zukunftsforum“ nennt und am Dienstag, 7. Juli 2015, in den Media Docks stattfindet. Gäste erwartet eine „Fishbowl-Diskussion“ aus der Reihe „Wissenschaft kontrovers“ zum Thema „Vorfahrt Schulweg? Sicher durch den urbanen Dschungel!“
Im Rahmen des Projekts „Zukunftskompass Lübeck – eine Stadt in Bewegung“ haben sich Akteure aus Stadtverwaltung, Hochschulen und den Stadtteilen damit beschäftigt, wie Lübecks Schülerinnen und Schüler zur Schule kommen und wie der Umweltschutz im Schulverkehr gestärkt werden kann. Bereits seit 2014 arbeitet das Team intensiv an Analysen und Konzepten. Zudem wurden Schülerinnen und Schüler selbst befragt. Aus 3500 angeschriebenen Haushalten haben 1500 Kinder und Jugendliche geantwortet. Sie haben mitgeteilt, wo es Probleme gibt und auch Lösungsvorschläge gemacht. An einzelnen Punkten entlang der Ratzeburger Allee wurde der Verkehr auch konkret von Wissenschaftlern gemessen.
Am Dienstag, 7. Juli, um 17 Uhr in den Media Docks Lübeck werden die Ergebnisse aus Befragung und Verkehrsmessung öffentlich im Zukunftsforum vorgestellt und diskutiert. Ziel ist es, im Rahmen der Veranstaltung modellhafte Empfehlungen für den nachhaltigen Stadtumbau und für die Mobilität von morgen zu erarbeiten.
Hintergrund: Die Hansestadt Lübeck hat sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung beworben, gemeinsam mit der Universität zu Lübeck, der Fachhochschule Lübeck und dem Wissenschaftsmanagement Lübeck den Ausbildungsverkehr in der Stadt zu untersuchen. Unter dem Dach der ZukunftsWerkStadt wurde so eine für Lübecks Bürgerinnen und Bürger wichtige Fragestellung ins Auge gefasst. Zum Projektauftakt fand im November 2014 ein erstes Treffen in der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen statt. Projektleiter Manfred Hellberg vom Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz der Hansestadt Lübeck betont die Bedeutung der Diskussion vor Ort: „Dies war wichtig, um das Wissen und die Anregungen von Betroffenen in die Projektkonzeption einfließen zu lassen“, erläutert er hierzu. „Insgesamt nahmen wir etwa 50 Anregungen und Hinweise zu den Themenfeldern Sicherheit, Lärm und Klimaschutz rund um den Weg zur Schule für den weiteren Projektverlauf mit“, ergänzt Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen. Sie plädiert dafür, den Hinweisen von Betroffenen nachzugehen und die Bürgerinnen und Bürger als Experten einzubeziehen. Im Projektverlauf wurden Befragung, Verkehrsmessung und Entwicklung einer App zur Erfassung des Verkehrs durchgeführt.
Befragung: Die befragten Schülerinnen und Schüler aus dem Postleitzahlengebiet 23562 und 23564 sowie Groß Grönau und Groß Sarau ergaben, dass der Großteil der Befragten das Fahrrad für den Weg zur Schule nutzt oder zu Fuß geht. Lediglich schlechte Witterungsverhältnisse im Winter führen zu einem Umstieg auf Bus und Auto. Semra Dogan aus dem Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung der Universität zu Lübeck hat die Befragung der Schüler geleitet und berichtet, dass „Zebrastreifen, andere Ampelschaltungen und die Ausbesserung der Radwege besonders häufig gewünscht wurde.“
Verkehrsmessung: Ausgerüstet mit Geschwindigkeitsradar und Mikrophon hat das Team um Prof. Dr. Birger Gigla aus dem Institut für Akustik der Fachhochschule Lübeck den (Rad-)Schulverkehr am Gesamtverkehr ermittelt. Im Fokus stand dabei die sich formierende Welle mit all ihren Problemen in der „School-Rushhour“. Als größte Gefahrenstellen wurden Bushaltestellen mit ein- und aussteigenden Fahrgästen, dicht geparkte Autos und weitere Hindernisse auf den Radwegen identifiziert. „Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Radfahrer spielen ebenfalls eine große Rolle“, so Gigla. Das weitere Verkehrsaufkommen wurde von Herrn Prof. Jens Emig vom Labor für Verkehrsplanung der Fachhochschule Lübeck erfasst und untersucht.
Entwicklung: Im Rahmen des Projekts entsteht mit „AURA – Deine App für urbane Abenteuer“ (aura.itm.uni-luebeck.de) eine App, die (semi-)automatisch das jeweils genutzte Verkehrsmittel (Fahrrad, Auto, Bus, zu Fuß) durch Auswertung von Smartphone-Sensoren während der Strecke erfasst. Diese Daten dienen anonymisiert für die Erstellung einer Echtzeit-Verkehrskarte für alle Bürger. „Die App ist modular konzipiert und viele weitere Module für die Smart City sollen folgen“, so Prof. Dr. Andreas Schrader.“
Egal ob mit dem Elterntaxi, im Schulbus oder zu Fuß – die Teilnahme am Straßenverkehr ist für Schüler unumgänglich. Welches ist nun der beste und sicherste Schulweg? Um Fragen wie diese geht es in der Fishbowl-Diskussion „Vorfahrt Schulweg? Sicher durch den urbanen Dschungel!“, die sich an die Ergebnispräsentation um 18.30 Uhr anschließt. In einer offenen und interaktiven Runde diskutieren Experten zu diesem Thema. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich aktiv zu beteiligen und kritisch einzubringen. Der Eintritt zu der Veranstaltung und allen Programmpunkten ist frei.
Das Projekt „Zukunftskompass Lübeck – eine Stadt in Bewegung“ stellt eine Fortsetzung der ZukunftsWerkStadt für ein leises und klimafreundliches Lübeck (2012-2014) dar. Es ist eine Fördermaßnahme des Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen“ (FONA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und eine Initiative des Wissenschaftsjahres 2015 - Zukunftsstadt.
Die Diskussionsrunde „Vorfahrt Schulweg? Sicher durch den urbanen Dschungel!“ ist Teil von „Wissenschaft kontrovers“, einer Veranstaltungsreihe und Online-Plattform von Wissenschaft im Dialog (WiD) im Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt. Weitere Informationen unter www.wissen-luebeck.de.

Quelle:
Hansestadt Lübeck / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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