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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Literaturpreis „Von Autoren für Autoren“ an Irina Liebmann

18. Februar 2015 (HL-Red-RB) Auf Anregung von Günter Grass treffen sich Ende Februar zum zehnten Mal Schriftsteller in Lübeck, um miteinander über ihre aktuellen Arbeiten zu diskutieren. In diesem Jahr werden
Sherko Fatah, Steffen Kopetzky, Dagmar Leupold, Nicol Ljubic, Norbert Niemann, Georg
Oswald, Fridolin Schley, Ingo Schulze, Tilman Spengler und Feridun Zaimoglu als Gäste
erwartet.
Im Rahmen des Literaturtreffens werden die Autoren den von ihnen gestifteten
Literaturpreis "Von Autoren für Autoren" verleihen. Er geht in diesem Jahr an die
Schriftstellerin Irina Liebmann. Die Laudatio auf Irina Liebmann hält Dagmar Leupold. In der
Begründung zur Preisverleihung heißt es:
Irina Liebmann wird für ein Werk geehrt, das sie als große Geschichtsschreiberin der
Gegenwart ausweist: Klug, poetisch und lakonisch, gleichwohl mit großer Empathie und
selbstkritischer Distanz erforscht ihr investigativer Blick dort die Spuren der Wunden und
Verwerfungen des vergangenen Jahrhundert, wo diese bis in die jüngste Geschichte hinein
(und in ihrer eigenen Biographie) brisante Folgen zeitigten: In Berlin und in der ehemaligen
Sowjetunion, dem heutigen Russland.
Der Literaturpreis „Von Autoren für Autoren“ wird seit 2010 im Zweijahresrhythmus
vergeben. Der erste Preisträger war Günter Herburger, der zweite Preisträger Ernst
Augustin.

Die Preisverleihung findet am Sonntag, 1. März, im Scharbausaal der Lübecker
Stadtbibliothek, Hundestraße 5-17, statt. Am Abend zuvor, dem 28. Februar, lesen die
Autoren des Literaturtreffens um 19 Uhr in den Kammerspielen des Theaters Lübeck.

Karten können an der Theaterkasse (0451-399600) reserviert werden.

Irina Liebmann wurde 1943 in Moskau als Tochter des deutschen Journalisten Rudolf
Herrnstadt und der russischen Germanistin Valentina Herrnstadt geboren. 1945 zogen ihre
Eltern in das zerstörte Berlin. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Ostberlin,
Merseburg und Halle/Saale (DDR)und studierte 1961 – 1966 in Leipzig bis zum Abschluß als
Diplom-Sinologin und Kulturwissenschaftlerin Sinologie.
1966 – 1975 arbeitete Irina Liebmann als Redakteurin in der Zeitschrift „Deutsche
Außenpolitik" im Ressort Entwicklungsländer. In diese Zeit fällt ihre Bekanntschaft mit Rolf
Liebmann, der für die Entwicklung eines authentischen DDR-Dokumentarfilms wichtig wird.
Seit 1975 ist Frau Liebmann freie Autorin, zuerst für die Zeitschrift „Wochenpost“, für die
sie bis 1979 zahlreiche Alltagsreportagen schreibt. 1988 Übersiedlung nach Westberlin.
In der Folgezeit entwickelte sie eine nicht fiktionale Prosa, die immer auch lyrischdramatisch
ist. Spielort ihrer Werke ist meist die Mitte von Berlin als ein Ort deutscher
Geschichte und Gegenwart. Sowohl in Prosa wie in Essay und Lyrik liegt ihre Stärke in der
Verbindung einer poetischen Sprache mit einem wachen Blick für die erlebte Zeit.
Irina Liebmann wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet,
u.a. mit dem Hörspielpreis der DDR (1980), dem
Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt (1987), dem
Aspekte-Literaturpreis (1989),dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis (1990)und dem
Berliner Literaturpreis (1998). Für ihre Biographie des Vaters erhielt sie 2008 den Preis der
Leipziger Buchmesse in der Kategorie „Sachbuch/Essayistik“.

Von Irina Liebmann sind u.a. folgende Werke erschienen:
Berliner Mietshaus, Halle/Saale/Leipzig 1982; Ich bin ein komischer Vogel, Kinderbuch, Berlin
1988; Mitten im Krieg, Erzählungen, Frankfurt am Main 1989; Berliner Kindl, Stück,
Henschelverlag 1989;
Quatschfresser, Theaterstücke, Frankfurt am Main 1990; Die sieben Fräulein, Kinderbuch.
Berlin 1990; Georg Seidel: In seiner Freizeit las der Angeklagte Märchen. Hrsg. v. Irina
Liebmann und Elisabeth Seidel. Köln 1992; In Berlin, Roman, Köln 1994; Der Weg zum
Bahnhof, Theaterstück, Berlin/Heilbronn 1994; Wo Gras wuchs bis zu Tischen hoch, Gedichte
mit Zeichnungen von Xago, Hamburg 1995; Die schöne Welt der Tiere, Gedichte mit
Zeichnungen von Xago. Rothspalk 1995; Perwomajsk, Erster Mai und La la la L.A., Poem und
Fotografien, Rothspalk 1996; Letzten Sommer in Deutschland, eine romantische Reise,
Poem, Köln 1997; Stille Mitte von Berlin, Essay und Fotografien, Berlin 2002; Die freien
Frauen, Roman, Berlin 2004; Wäre es schön? Es wäre schön! Mein Vater Rudolf Herrnstadt,
Berlin 2008; Autofahrenlernen in L.A., Gedichte, Villa Aurora e.v.Berlin 2010; Die schönste
Wohnung hab ich schon, was soll denn jetzt noch werden? Gedichte, Berlin 2010; Drei
Schritte nach Russland, Erzählung, Berlin 2013; Das Lied vom Hackeschen Markt, Drei
politische Poeme, Berlin 2013.

Irina Liebmann erhält den
Literaturpreis „Von Autoren für Autoren“
Preisverleihung: Sonntag, 1. März 2015
Scharbausaal, Stadtbibliothek, Lübeck

Quelle:
Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
die LÜBECKER MUSEEN

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