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I. Weltkrieg: Kriegstagebuch des Feldgeistlichen Fridolin Mayer

21. September 2014 (HL-Red-RB) Einstieg in den heutigen Sonntag: Vor einhundert Jahren Beginn des II. Weltkriegs. Vielleicht bei einigen "Leuten" ein derzeit andauernder Rückblick in ein Zeitgeschehen, das "hundert" Jahre her ist - und damit "nur noch" Historie, die in das Geschichtsbuch gehört. Dazu kann frau/man stehen wie sie/er will, aber die Folgen des damaligen - aus meiner Sicht zumindest - "Adelskrieges", der in Deutschland mit dem Ende des Kaiserreiches verbunden war und der Demokratie die Tür öffnete, über die "Strafen" aus dem Versaiiler Vertrag her vielleicht aber auch dem Nationalsozialismus direkt oder auch indirekt den Weg ebnete, ist der I. Weltkrieg eben doch leider nach wie vor "aktuell".

Was auch immer dazu verlautbart wurde, dürfte das zwischen "Tendenz und Wirklichkeit" mit Schwergewicht zu Ersterem liegen. Erst recht, was den II. Weltkrieg angeht. Aber das ist jetzt weniger das Thema. Vielmehr liegt wahrscheinlich die Wahrheit näher in persönlichem Erleben. So zu finden als ausführlicher Hinweis in einem Beitrag von "theology.de", der mit freundlicher Genehmigung von Otto W. Ziegelmeier und damit "theology.de" verbunden mit der CFS Consulting For Success GmbH (www.cfs-frankfurt.de/) aus deren aktuellem NEWSletter mit Dank vorgestellt weden darf:

"Kriegstagebuch des Feldgeistlichen Fridolin Mayer.
Am 1. August 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriges zum 100sten Mal. Neben zahlreichen gedruckten Beiträgen spielen erstmals auch die digitalen Medien eine wesentliche Rolle bei der Aufarbeitung dieses traurigen Jubiläums. Portale wie die Europeana 1914-1918 laden ihre Nutzer ein, zu einer außergewöhnlichen Vielfalt der Quellen zu diesem Ereignis beizutragen und diese zu nutzen.

Eine wichtige Rolle im Rahmen dieser Aufarbeitung spielen zahlreiche Tagebücher, die den Krieg aus ganz verschiedenen Situationen und Blickwinkeln beleuchten und erfahrbar werden lassen.

Religion im Krieg
Während ein Großteil dieser Tagebücher von den traumatischen und entbehrungsreichen Erfahrungen im Feld oder an der sogenannten Heimatfront berichten, möchte das vorliegende Projekt das religiöse Element des Krieges in den Blickpunkt nehmen: die konkrete Feldseelsorge an der Front, aber mehr noch die religiösen Mentalitäten des katholischen Südwestens zur Zeit des Großen Krieges.

Das Erzbischöfliche Archiv Freiburg hat das Glück, in dieser Hinsicht einen kleinen Schatz zu bewahren: Die Kriegstagebücher des freiwilligen Feldgeistlichen Fridolin Mayer.

Diese Tagebücher sind mit Blick auf das religiöse Element des Krieges aus verschiedenen Gründen interessant:

- Sie geben zum einen Einblick in das Denken des katholischen Klerus aus dem Südwesten (u. a. Überreste des Kulturkampfes, weiterhin Aversion gegen den Protestantismus).

- Zum anderen ermöglichen sie Einblicke in die Mentalität der katholischen Soldaten an der Front und in die Bedeutung, die der Religion zuweilen noch in der modernen Erfahrung des Krieges zukommt.

- Sie geben Aufschluss über die Praxis der Feldseelsorge unter den Bedingungen der modernen Materialschlacht.

- Darüber hinaus bieten sie Informationen zur Landesgeschichte, zu den Soldaten aus dem Südwesten sowie zur Erfahrung von Kriegsausbruch und Julikrise in Freiburg und Umgebung.

- Schließlich stellen sie eine nicht unerhebliche Quelle zur Geschichte des katholischen Klerus des Erzbistums Freiburg im beginnenden 20. Jahrhundert dar.

Inhalt
Fridolin Mayer beginnt seinen Bericht am Vorabend des Weltkrieges in Konstanz. Umgehend reist er nach Freiburg, um sich dort an der Organisation der Pastoration einberufener Soldaten zu beteiligen. Mayer schildert die Ereignisse in Freiburg von Juli und August. Dann bricht sein Bericht zunächst ab und wird erst Ende November im Rahmen seiner Fahrt ins Feld fortgesetzt.

Seine Freiburger Zeit scheint Mayer im Gefolge von Josef Schofer mit den Vorbereitungen für seinen Einsatz verbracht zu haben. Da Schofer selbst 1930 einen kurzen Bericht über diese Vorbereitungen verfasst hat (in dem Mayer dezidiert erwähnt wird), wird dieser Text die Lücke der Berichterstattung zwischen August und November füllen. Ein Arbeitsbericht des Divisionspfarrers der 28. I.D. – Mayers späterer Division –, Alois Meier, ergänzt die Ereignisse an der Front.

Im Dezember 1914 erreicht Mayer seinen ersten Bestimmungsort in Nordfrankreich. Bis im Sommer 1915 wird er bei Lens die Schlacht um Loretto erleben und seelsorgerisch tätig sein. Dann geht es für ein Jahr in die Champagne und von dort im Juli 1916 an die Somme. Im Herbst 1916 kehrt er zunächst zurück in die Champagne, schon im Winter 1917 geht es zu seiner letzten Station des Krieges: Verdun. Im Sommer 1917 ist der Krieg für Mayer beendet. Er kehrt in die Heimat zurück, zunächst nach Freiburg, dann auf den Lindenberg bei St. Peter. Nach einer kürzeren Tätigkeit in der Gefangenenseelsorge in der Schweiz wird er 1918 Pfarrer von Norsingen.


Weitere Informationen und zu den Tagebüchern:
http://tagebuch.hypotheses.org/das-projekt."

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