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Kultur Wissenschaft Ausbildung

Festival für Transkultur - Tanz und Diskurs 02. – 12. April 2014

22. März 2014 (HH/HL-Red-RB) Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH teilt mit: "Das Festival THIS AIN’T AFRICA liefert einen Einblick in die vitale zeitgenössische Tanzszene Afrikas. Eingeladen sind international arbeitende Künstler aus Mosambik, Mali, Tunesien, der Demokratischen Republik Kongo und Südafrika, die mit ihren Stücken eindrucksvolle Bilder zu den gesellschaftlichen Umbrüchen in ihren jeweiligen Heimatländern finden. Choreografen wie Faustin Linyekula, Panaibra Gabriel Canda oder Kettly Noël widerlegen mit ihren Arbeiten unsere Klischees von „afrikanischem Tanz“ und zeigen die Dynamik, Vielfalt, Ambitionen und Anliegen des zeitgenössischen Tanzes in Afrika. Neben ihren eigenen Stücken bringen sie Nachwuchschoreografen mit, die sie an ihren eigenen Tanzzentren ausbilden. Ein Highlight des Festivals ist die Schwanensee-Interpretation der südafrikanischen Choreografin Dada Masilo. Flankiert wird das Programm von einem Kongress. Diese Conférence Dansée seziert den scheinbar neutralen Begriff des Zeitgenössischen und thematisiert den aktuellen Diskurs um transkulturelle Identitäten, postkoloniale Kritik und die Lust am Tanzen.

THIS AIN’T AFRICA ist im derzeit umfassendsten deutsch-afrikanischen Tanz-Netzwerk DANCE DIALOGUES AFRICA entstanden, einer mehrjährigen Kooperation von Kampnagel, tanzhaus nrw Düsseldorf, Pumpenhaus Münster, DansArt Bielefeld und HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden mit Tanzzentren in Südafrika, Mosambik, der Demokratischen Republik Kongo, Mali und Tunesien, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturbehörde Hamburg.


THIS AIN'T AFRICA
FESTIVAL FÜR TRANSKULTUR,
TANZ UND DISKURS
02. - 12. APRIL 2014
THIS AIN'T AFRICA präsentiert die künstlerischen Höhepunkte aus dem derzeit umfassendsten deutsch-afrikanischen Tanz-Netzwerk – mit Partnern aus Mosambik, Mali, Tunesien, der Demokratischen Republik Kongo und Südafrika. Faustin Linyekula, Panaibra Gabriel Canda und Kettly Noël gehören zu einer neuen, international arbeitenden Generation Tanzschaffender, die Bilder zu den gesellschaftlichen Umbrüchen in ihrer Heimat finden – darunter so unterschiedliche Situationen wie in Tunis (Tunesien), Maputo (Mosambik) oder Kinshasa (Kongo). In ihren jeweiligen Heimatländern haben die Künstler unabhängige Tanzzentren gegründet, wo sie ihre spezifischen Stile vermitteln – Hybride aus regionalen Tanztraditionen und westeuropäischem Tanz. Neben ihren eigenen Stücken präsentieren sie Arbeiten von Nachwuchs-Choreografen, die an den Tanzzentren entstanden sind (YOUNG CONGO, YOUNG MOZAMBIQUE, YOUNG MAGHREB). Ein Highlight des Festivals ist die Schwanensee-Interpretation der südafrikanischen Choreografin Dada Masilo – eine Dekonstruktion des wohl »weißesten« Kulturgutes überhaupt. Die zweite Festivalwoche konzentriert sich auf Tanzshows aus dem maghrebinischen Raum. Flankiert wird das Programm von einem Kongress. Diese Conférence Dansée seziert den scheinbar neutralen Begriff des Zeitgenössischen und thematisiert den aktuellen Diskurs um transkulturelle Identitäten, postkoloniale Kritik und die Lust am Tanzen.
Die afrikanischen Partner von DANCE DIALOGUES AFRICA sind CulturArte in Maputo/Mosambik, Donko Seko in Bamako/Mali, Ness El Fen in Tunis/Tunesien, Studios Kabako in Kisangani/Dem. Republik Kongo und Vuyani Dance in Johannesburg/Südafrika. Die Partner in Deutschland sind DansArt Tanznetworks in Bielefeld, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden, Kampnagel und das Theater im Pumpenhaus in Münster. Der Projektträger ist das tanzhaus nrw in Düsseldorf.
Alles zur Festival Tour und zum Projekt Dance Dialogues Africa unter www.dance-dialogues-africa.org.
THIS AIN’T AFRICA findet statt im Rahmen von Dance Dialogues Africa, einem Projekt gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Festivalticket 50 Euro (erm. 20 Euro)
THIS AIN’T AFRICA
Faustin Linyekula / Studios Kabako (Kongo)
SUR LES TRACES DE DINOZORD
SUR LES TRACES DE DINOZORD ist bildgewaltiges Requiem und politische Mahnung. Kisangani, die im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo gelegene Heimat von Faustin Linyekula, wird als assoziative Landschaft voller Ruinen gezeigt. In ihr bewegt sich das Ensemble aus Tänzern, Schauspielern und einem Sänger auf der Spurensuche ihrer Erinnerungen. Der Schriftsteller Antoine Vumilia steht live auf der Bühne und berichtet von seiner Zeit in der kongolesischen Rebellenbewegung und von zehn Jahren im Gefängnis als zum Tode Verurteilter. Der Choreograf Linyekula ist einer der international erfolgreichsten afrikanischen Künstler. Als Gründer der Studios Kabako gehört er außerdem zu den wichtigsten lokalen Tanz- und Theaterproduzenten in Kisangani.
»[…] ein Requiem auf ein Land, auf die Träume seiner Bewohner, auf
die Kunst.« Georg Kasch, Nachtkritik.de
[Mi] 02.04. bis [Fr] 04.04. / 19:30
ca. 90 Min. in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
k2, 22 Euro (erm. 8 Euro)
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YOUNG KONGO
Michel Kiyombo / Studios Kabako (Kongo)
MASU KAINO
MASU KAINO, das bedeutet in Kizimba »Möge der Fluch mit dir sein, Tag für Tag«. Michel Kiyombo erzählt in seinem Solo die Geschichte eines solchen Fluchs, der allen Männern einer Familie ihre Bewegungsfähigkeit, Kraft und Unabhängigkeit nimmt, bis hin zur Lähmung. Als Nachwuchskünstler aus den Studios Kabako tritt der junge Tänzer und Rapper zum ersten Mal in Deutschland auf.
[Mi] 02.04. und [Do] 03.04. / 20:00
ca. 30 Min.
k4, 8 Euro (erm. 5 Euro)
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YOUNG KONGO
Hlengiwe Lushaba Madlala / Sduduzo Majola/ Studios Kabako (Kongo)
HIGHWAY TO HEAVEN - PARADISE ROAD:
A SIMPLE TALE OF COLONIAL EXPLOITATION
Die südafrikanischen Performancekünstler Hlengiwe Lushaba Madlala und Sduduzo Majola haben gemeinsam mit kongolesischen Künstlern im Rahmen einer Residenz in den Studios Kabako eine eindrückliche Auseinandersetzung mit Grenzen und Begrenzungen entwickelt. Als Kritik postkolonialer Praxis verweisen sie auf die Kongokonferenz von 1884 in Berlin und finden mit einem Chor aus dem Off ein Symbol für die damals ausgeschlossene afrikanische Öffentlichkeit.
[Mi] 02.04. und [Do] 03.04. / 21:00
ca. 50 Min.
k4, 8 Euro (erm. 5 Euro)
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Kettly Noël, Donko Seko und Koffi Kôkô (Mali/Benin/Frankreich)
UN TANGO AVEC LE BARON
Zwei Künstler begegnen sich in einem gemeinsamen Tanzstück. Die Choreografin und Tänzerin Kettly Noël beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Identität und dem Kampf um die Position afrikanischer Künstlerinnen und Frauen. In Mali gründete sie Donko Seko, eine Organisation, mit der sie die Möglichkeit für Tanzworkshops und choreografische Forschung schuf. Ihr tänzerisches Gegenüber ist der in Benin und Frankreich lebende Voodoo-Priester, Tänzer und Choreograf Koffi Kôkô, der als einer der bedeutendsten Mitbegründer der modernen afrikanischen Tanzszene gilt. Er kreierte einen choreografischen Stil, dessen rituelle Ausprägungen zur Grundlage seiner Rezeption und Neuschöpfung moderner Tanz- und Theaterkultur wurde. UN TANGO AVEC LE BARON beschreibt eine surreale Reise durch verschiedene Körper- und Transformationszustände. Die Künstler kreieren eine zugleich philosophische wie spielerische Reflexion über die Fantasien und Erinnerungen, die den tanzenden Körper bewohnen: ein Spiel, in Rollen hineinzuschlüpfen und sie wieder zu verlassen.
[Mi] 02.04. und [Do] 03.04. / 19:00
k1, 15 Euro (erm. 8 Euro)
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Panaibra Gabriel Canda / Culturearte (Mosambik)
POINT OF INTERSECTION
»In einem Land mit 64 indigenen Sprachen ist der Körper stark, nicht das Wort, dem wir nicht mehr glauben.« Panaibra Gabriel Canda
In Mosambik besinnt sich der Choreograf Panaibra Gabriel Canda auf die Ausdruckskraft des Tanzes, denn er glaubt, dass gerade hier der Körper politische Zeichen setzen kann. POINT OF INTERSECTION ist eine Choreografie über politische Machtverhältnisse – visualisiert und auf die Bühne gebracht von jungen und älteren Tänzern. Das erst im Dezember 2013 in Maputo uraufgeführte Stück nutzt mit Hilfe der hohen physischen Präsenz der Tänzer den Körper als Gradmesser gesellschaftlicher Prozesse und des Generationenwandels. Panaibra Gabriel Canda gelingt es mit seinen Performern, die choreografierten Bilder und Botschaften in einer direkten Bewegungssprache von Körper zu Körper überspringen zu lassen. 1998 gründete Panaibra Gabriel Canda CulturArte in Maputo ein Zentrum, das aus der regionalen Tanzszene in Mosambik nicht mehr wegzudenken ist. Auf Kampnagel war er zuletzt während des KRASS-Festivals mit TIME AND SPACES zu sehen.
[Fr] 04.04. und [Sa] 05.04. / 20:00
ca. 60 Min.
p1, 12 Euro (erm. 8 Euro)
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YOUNG MOZAMBIQUE
Pak Ndjamena / Rafael Bordalo Mouzinho (Mosambik)
CENTAUROS
Thematische Grundlage für die Nachwuchsarbeit CENTAUROS ist das Zusammenspiel von Macht und Gewalt – sowohl global im Krieg, als auch lokal bei häuslicher Gewalt. Die Performer, darunter auch der Choreograf Pak Ndjamena und der Künstler Rafael Mouzinho, agieren in einem Bühnensetting, das über Objektkunst und durch die
Kostüme einen installativen Charakter erhält und ästhetisch im Spannungsfeld zwischen Performance, Bildender Kunst und Tanz angelegt ist. Die Arbeit entstand im Rahmen einer Residenz am Produktionshaus CulturArte.
[Fr] 04.04. und [Sa] 05.04. / 19:00
ca. 45 Min.
k4, 8 Euro (erm. 5 Euro)
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FOKUS MAGHREB
Ahmed Khemis (Tunesien)
TRANS [E]
Der nordafrikanischen Überlieferung zufolge war Bou Saâdia ein unglücklicher Vater auf der Suche nach seiner Tochter. Behangen mit bunten Stoffen und Glöckchen, trieb er mit lauten Trommel- und Maskentänzen in den Gassen der Medinas sein Unwesen. Heutzutage taucht die Figur Bou Saâdia höchstens noch an religiösen Feiertagen zur Belustigung auf. Der gebürtige Algerier Ahmed Khemis belebt Bou Saâdias Geschichte für TRANS[E] wieder. Er erfüllt den Tanz von Bou Saâdia mit seiner eigenen Physis, mit Spontanität und extatischer Emotionalität. Sein Körper wird zum Palimpsest, der durch die eigene und die folkloristische Tradition neu beschrieben wird.
[Mi] 09.04. und [Do] 10.04. / 20:00
ca. 55 Min.
k1, 12 Euro (erm. 8 Euro)
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FOKUS MAGHREB
Aicha M’Barek und Hafiz Dhaou / Chatha (Tunesien/Frankreich)
TOI ET MOI & DO YOU BELIEVE ME?
Hafiz Dhaou und Aicha M’Barek entwickeln mit ihrer Company Chatha seit fast zwanzig Jahren Tanzstücke. Beide sind ehemalige Mitglieder im Ensemble des tunesischen Sybel Ballet Théâtre und leben und arbeiten zwischen Tunis und Lyon. DO YOU BELIEVE ME? ist eine »geo-poetische« Choreografi e für Tänzer und einen Raum. In ihrer zweiten Arbeit TOI ET MOI transformieren Aicha M’Barek und Hafiz Dhaou aktuelles politisches Geschehen und gesellschaftliche Zustände in reduzierte ausdrucksstarke Choreografien. Das Stück entstand im Nachhall der tunesischen Revolution und unternimmt den Versuch, eine Form von Gemeinschaft zu finden, in der die Integrität des Einzelnen bewahrt werden kann. Formal geschieht dies über die Annäherung zeitgenössischer westeuropäischer Methoden an traditionelle maghrebinische Stile.
[Do] 10.04. und [Fr] 11.04. / 20:30
ca. 70 Min.
Foyer & k2, 12 Euro (erm. 8 Euro)
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FOKUS MAGHREB
Taoufiq Izeddiou und Adil Amimi / Cie Anania (Marokko)
AALEEF
»Ich bin wütend. Meine Energie ist verrückt, klug, langsam, kontrolliert, müde, erschöpft, beherrscht. Bin ich Marokkaner? Afrikaner? Aus dem Mittelmeer-Raum? Araber? Oder Weltbürger?« AALEEF, zu deutsch »Ich drehe mich«, ist eine Choreografie, die die Zuschauer mit der sinnlichen wie entschlossenen Körperlichkeit des Marokkaners Taoufi q Izzediou konfrontiert. Das Solo des ehemaligen Boxers und Architekturstudenten verhandelt seine Suche nach sich selbst, das Schreiben der eigenen Geschichte und beschreibt die Frage nach der Identität als offene Wunde. Taoufi q Izeddiou, Gründer der ersten zeitgenössischen Tanzcompagnie und des ersten Ausbildungsstudiengangs für zeitgenössischen Tanz in Marokko, sagt dem überlieferten und gesellschaftlich stigmatisierten Begriff des Tanzes in seinem Land den Kampf an. Gemeinsam mit dem Gwana-Musiker Maâlem Adil Amimi und dem Sounddesigner Guy Raynaud entsteht eine atmosphärisch dichte Reise zwischen Tradition und Moderne.
[Fr] 11.04. / 21:30 und [Sa] 12.04. / 20:30
ca. 45 Min.
p1, 12 Euro (erm. 8 Euro)
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FOKUS MAGHREB
Oumaima Manaï (Tunesien)
NITT 100 LIMITES
Der Titel des neuen Stückes der Tunesierin Oumaima Manaï ist ein Wortspiel: Nitt bedeutet menschlich und gleichzeitig erhellend. Hört man die Zahl 100 (»cent«), so kann man im Französischen auch »sans«, also »ohne«, verstehen. Im zweiten Teil ihrer Trilogie über Frauenrechte in der arabischen Welt testet Manaï semantische Grenzen aus, um sie politisch wie kulturell zu hinterfragen. Den gesellschaftlichen Wandel ihres Landes erfuhr die junge Choreografin während der Demonstrationen in Tunis hautnah. Als Reaktion darauf entwarf sie ein Solo, das sich als erbitterter Kampf gegen die Hemmnisse und Fesseln eines politischen Systems wendet. In der ästhetischen Infragestellung von Körper-, Raum- und Zeitgrenzen zeigt sich die Hoffnung auf Chancen nach der Revolution.
Hamdi Dridi, Nour Mzoughi (Tunesien)
TCHOUK OU YASMIN
Gegenstand der neuen Arbeit des jungen tunesischen Künstlerduos Hamdi Dridi und Nour Mzoughi ist Tunesien nach den politischen Umwälzungen, die – vor allem in der westlichen Welt – als Jasmin- Revolution bekannt wurden. Sie beschreiben eine innere erschütterte Landschaft, ohne Orientierung, Sicherheit, Regeln und Werte, in der alles Kopf steht. Ihre Choreografie beschreibt die Suche nach neuen Wegen und Bewegungen zwischen Angst und Sehnsucht, Licht und Schatten, Blumen und Dornen.
[Fr] 11.04. und [Sa] 12.04. / 19:00
Doppelvorstellung ca. 60 Min.
k4, 12 Euro (erm. 8 Euro)

Dada Masilo (Südafrika)
SWAN LAKE
Weiße Tutus, perfekte Grazie und eine romantisch-tragische Liebesgeschichte: »Schwanensee« gilt als Inbegriff des Balletts und fasziniert bis heute zahlreiche Liebhaber des klassischen Tanzes weltweit. Dada Masilo, Shootingstar der südafrikanischen Tanzszene, hat eine atemberaubende Neuinterpretation aus südafrikanischer Perspektive geschaffen. Mit einem Ensemble von 14 Tänzern konterkariert und dekonstruiert sie Stereotypen von europäisch und afrikanisch, Hochund Subkultur. Dabei entsteht eine erfrischend dynamische Choreografie, die Respekt vor dem Original zeigt und dennoch wagt, eigene Wege zu gehen: Masilo stellt klassische Geschlechterrollen und den Gegensatz vom schwarzen und weißen Schwan gesellschaftskritisch, aber nicht ohne Humor infrage.
»Dada Masilo’s brilliant choreography displays the beauty of contemporary dance with her sharp movements.« Sifiso Sikhakhane, Artsmart
»Dada Masilo re-imagines classical ballett through an African eye and translates it into something which is powerful, heartbreaking but also has moments of great humour and humanism.« Jess Levy, Richard Moor
[Mi] 09.04. bis [Sa] 12.04. / 20:00
ca. 60 Min.
k6, 32/24/12 Euro (erm. ab 8 Euro)

KONFERENZ
DECONSTRUCTING CONTEMPORANEITY
CONFÉRENCE DANSÉE ZU TANZ UND ZEITGENOSSENSCHAFT
Der Kongress DECONSTRUCTING CONTEMPORANEITY analysiert den Eurozentrismus als immer noch existierende Quelle von kulturellem Kolonialismus. Scheinbar harmlose Begriffe wie »afrikanischer Tanz« werden auf ihre repressive Bedeutung untersucht. Praktiker und Taktiker analysieren kulturelle Übersetzungen und verweisen auf die Gefahr der kulturellen Aneignung, denn allein der Begriff »zeitgenössisch « verweist auf koloniales Denken und benötigt eine kritische Analyse. Die zweite thematische Spur entwickelt sich entlang der aktuellen politischen Situation im Maghreb: Der »Arabische Frühling« hinterlässt eine Spur der Verbote für Künstler und lässt Tänzer ungewollt zu Revolutionären werden. Um der westlich-dominanten Linearität ein neues Wahrnehmungsvermögen zu bescheren, wird nicht nur analysiert, sondern auch praktisches Wissen vermittelt. Die postkoloniale Vordenkerin Gayatari Chakravorty Spivak spricht von der Notwendigkeit des Verlernens und fordert, dass westliche Intellektuelle lernen müssen, von den Subalternen zu lernen, statt über sie zu sprechen. In diesem Sinne sind die »Unlearning-by-doing«- Workshops zu verstehen, die im Rahmen des Kongresses veranstaltet werden. Als Besucher kann man sich im »subversiven Zuhören« üben und einen Einblick gewinnen in die Heterogenität postkolonialer Realitäten: Die Verhältnisse sind kompliziert und entsprechend kompliziert müssen die Lösungen sein. Im Verständnis Spivaks ist Dekonstruktion eine Methode, um politisch wirksame Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit effektiv zum Einsatz gebracht werden können: Eine hartnäckige Kritik an dem, was man nicht wollen kann. In diesem Sinne: Kommen Sie und verlernen Sie Ihre Privilegien!
Im Rahmen von Dance Dialogues Africa, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
[Fr] 11.04. und [Sa] 12.04. / 12:00–18:00
in englischer, französischer und manchmal deutscher Sprache
Kongressticket 15 Euro (erm. 5 Euro)
FREITAG, 11.04.
12:00 Mariem Guellouz
SCHLEIERTANZ AUF DEM
VULKAN – Zeitgenössischer Tanz aus maghrebinischer Sicht
13:00 Gabriele Klein
OH – IT’S SO CONTEMPORARY! – Zeitgenossenschaft im Tanz
15:00 Saâdia Sonyah
Unlearning-by-doing-Workshop:
MA’AT* FOR YOU AND ME AND EVERYBODY (marokkanisches Tanzritual)
*Ma’at bezeichnet den Ausgleich, der durch rituelle Heilungstänze herbeigeführt wird.

16:00 Panel u. a. mit: Syhem Belkhodja
LE CORPS REGLÈMENTÉ DANS LA CULTURE MUSULMANE. UNE NOUVELLE VAGUE EN COLONISATION? (Der reglementierte Körper – Eine neue Welle der Kolonisation?)
17:00 Mariem Guellouz, Saâdia Sonyah
MAGHREB INTERNATIONAL: UNFREIWILLIG UNDERGROUND?
Panorama über maghrebinischen Tanz und Produktionsweisen
SAMSTAG, 12.4.
12:00 Monika Gintersdorfer, Franck Edmond Yao
»PAIN IS FRENCH FOR BREAD« – Kulturelle Übersetzungen im Crash-Test
13:00 Unlearning-by-doing Workshop mit Franck Edmond Yao und Monika Gintersdorfer
DECOLONISATIONFOR BODY AND MIND
15:00 Round Table: Dada Masilo, Mariem Guellouz, Amelie Deuflhard, Syhem Belkhodja
ON APPROPIATION / DÉTOURNEMENT: Kannibalismus und Kolonialismus oder Die heimlichen Gewinner der kulturellen Verwertung Afrikas
16:30 Hafiz Dhaou, Saâdia Sonyah
IMPROVISATION UND ANALYSE: Zeitgenossenschaft und Tradition im Tanz.

Quelle:
www.kampnagel.de

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