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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

L. Gallinat zum Vortrag des Sozialphilosophen Heleno Sana

07. Juli 2013 (HL-Red-RB) Es war eine anspruchsvolle und informative Matinee im reichlich gefüllten Lübecker "Salon Utopia". Am 9.Juni 2013 sprach der Sozialphilosoph und freie Schriftsteller Heleno Sana, der seit 1959 in Deutschland lebt und über dreißig Bücher in spanischer und deutscher Sprache veröffentlicht hat, nach einführenden Worten Dr.Bernd Bornemanns zum Thema "Der Sinn des Lebens"- "Von falschem und wahrem Glück".
Die Suche nach dem Sinn unseres Menschseins werde besonders dringend, aber auch schwierig in Epochen, die sich gerade durch ihre Sinndefizite bzw. falsche Sinnmuster charakterisiere, wie es heute der Fall sei. Auch nach dem Inferno des Zweiten Weltkrieges lebten wir in einem sinnentleerten und sinnlosen Zeitalter, mögen die Verwalter und Apologeten des Systems auch das Gegenteil behaupten. Auch die demokratische, angeblich emanzipierte Gesellschaft unserer Tage sei eine repressive Gesellschaft, die in immer grösserem Ausmaß Selbstentfremdung, Destruktion, physische und strukturelle Gewalt, materielle und seelische Not erzeuge. Ernst Bloch habe von den Tagträumen als Pfad der Befreiung gesprochen, aber in der spätkapitalistischen Gesellschaft, in der wir uns befänden, sei diese Option schwer zu erfüllen, schon allein deshalb, weil die Brutalität der bestehenden Verhältnisse sowohl unsere schöpferische Kraft als auch unseren Handlungsspielraum als freie Subjekte immer mehr einenge.
Alle Menschen, die sich im Laufe der Weltgeschichte für ein erhabenes Ideal eingesetzt hätten, hätten gegen den Strom schwimmen und deswegen oft Einsamkeit, Unverständnis, offene Feindschaft und Verfolgung erleben müssen. Diese Menschen in Erinnerung zu behalten und über ihre edle Haltung nachzudenken, glaube er, Sana, sei ein guter Schritt zu verstehen, was der Sinn des Lebens bedeute und gleichzeitig zu lernen, zwischen falschem und wahrem Glück zu unterscheiden.
Helena Sana, der akribisch recherchiert hatte, verband in seinem anschaulichen und lebendigen Vortrag virtuos und brillant Wissenschaftlichkeit und Literarizität. Der Referent und der Hausherr Dr.Bernd Bornemann wurden schließlich nach einer regen Diskussion von den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern mit sehr viel Beifall bedacht.

Lutz Gallinat (Foto RB)

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