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Thomas Manns Schelmenroman „Felix Krull“ als Hörspiel

17. Februar 2009 (HL-Red.). HS-Kulturkorrespondenz:
Thomas Manns Schelmenroman „Felix Krull“ als Hörspiel
Von Horst Schinzel
Es sei die erste Dramatisierung dieses Romans – der immerhin zweimal verfilmt worden ist - als Hörspiel überhaupt, sagt der Hörverlag. Der hat jetzt das 2008 von der Kulturwelle des Norddeutschen Rundfunks produzierte Hörbild als Mitschnitt herausgebracht. Lange ist der Kulturform des Hörspiels der Untergang voraus gesagt worden. Sicher – dessen ganz große Zeit liegt lange zurück – 50, 60 Jahre. Lange vor dem Aufkommen des Fernsehens. Aber das Hörspiel hat noch immer - besser wohl wieder – eine treue Hörergemeinde.

Wie sehr sich das Hörspiel als Kunstform gewandelt hat, macht gerade dieses Aufnahme deutlich. Sie stellt an den Zuhörer doch erhebliche Anforderungen. Wenn einst – und es haben ja bedeutende Schriftsteller für diese Form geschrieben – sich der Fortgang der Handlung aus einer Aneinanderreihung von Szenen ergab, so hat der Bearbeiter und Regisseur Sven Stricker es hier doch wesentlich anders gehalten: Er lässt Barnaby Metschurat als Felix Krull in der Ichform den Mann’schen Text sprechen und garniert ihn mit kunstvoll gestalteten Dialogen. Für die wurden renommierte Sprecher gewonnen wie etwa Siegfried Kernen, Gerd Baltus, Friederike Kempters oder Jörg Pleva. Geheimnisvolle Musik – für die der gebürtige Eutin Jan- Peter Pflug verantwortlich zeichnet – untermal t das Ganze.

Die Bearbeitung stellt allerdings an den Zuhörer nicht geringe Anforderung. Er muss sich regelrecht hinein hören. Wie ja schon das Buch trotz -oder vielleicht gerade wegen - seines ironischen Inhalts nicht leicht zu lesen ist. Thomas Mann ist mit der Bearbeitung seines Romans – der auf die historische Figur des aus Rumänien stammenden Hochstaplers Georges Manolescu fußt- sehr lange – fasst vierzig Jahre - schwanger gelangen. Erste Ansätze führen zurück in das Jahr 1905. 1922 erschien ein erster Teil, weitere Abschnitte während der Exiljahre in den USA.- Vollständig lag die Geschichte erst 1954 vor. Thomas Mann hat in seiner Schelmengeschichte – in der er sich in einer langen Traditionskette seit Grimmelshausen sah – praktisch sein eigenes Erleben und sein Jahrhundert untergebracht. So ist der gescheiterte Sohn eines Pleite-Sektfabrikanten zum Künstler, zum Lebenskünstler geworden. Wobei der Roman eine nicht zu unterschätzende sexualle Seite hat. Dies heraufzuarbeiten, ist Anliegen dieses Hörspiels.Der Hörverlag hat es in einer ebenso künstlerischen Edition herausgebracht. Zum gleichen Zeitpunkt sind auch Hörfassungen des Romans „Joseph und seine Brüder“ und der Novelle „Tonio Kröger“ im gleichen Verlage heraus gekommen. Auch fast das ganze übrige Schaffen des „Zauberers“ liegt hier – schon länger – vor.

Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Hörspiel, 150 Minuten, 2 CD, 19,95 Euro,, Produktion des Norddeutschen Rundfunks 2008, Hörverlag München

Autor: Horst Schinzel / HS-Kulturkorrespondenz


Zum Hörbuch



Medium
2 CDs
Laufzeit 150 Min.
Preis
19,95 €*
35,20 SFR*
ISBN 978-3-86717-238-7

* unverbindliche Preisempfehlung

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