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Deutsche Stiftung Denkmalschutz gibt Geld für Drehbrücke

19. Dezember 2012 (HL-Red-RB) Bausenator Peter Boden nimmt am Donnerstag, 20. Dezember 2012, um 9 Uhr einen Scheck über 20.000 Euro von Johannes Schindler entgegen. Er ist der Ortskurator Lübeck der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die die Schlosser- und Maurerarbeiten bei der Instandsetzung des Steuerstands im Betriebsgebäude der Hafendrehbrücke mit dieser Summe unterstützt. Damit sind rund 25 Prozent der Kosten abgedeckt. An der Übergabe vor Ort nehmen zudem Florian Blömer von NordwestLotto Schleswig-Holstein GmbH und Dr. Stefan Klotz, Leiter des Bereichs Stadtgrün und Verkehr der Hansestadt Lübeck teil.
„Die Lübecker Hafendrehbrücke ist eine der ältesten Flussübergänge der Stadt. Erbaut wurde sie 1892 im Zuge der Hafenerweiterung und den Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals. Die Anlage, zu der ein Betriebsgebäude gehört und die mit einem wasserhydraulischen Antrieb ausgestattet ist, ist eine der letzten funktionierenden historischen Wasserhydrauliken in Deutschland. Mit einer Länge von rund 38 Metern und einer Breite von etwa 13 Metern wird die Hafendrehbrücke bis heute von Fußgängern, Autos und Lastwagen als Querung der städtischen Trave genutzt. Gleichzeitig benötigt die Freizeit- und Museumsschifffahrt die Hafendrehbrücke mit ihrer lichten Durchfahrtsbreite von rund 10 Metern.
Fester Bestandteil der Drehbrücke ist das Betriebsgebäude. Dieser stattliche repräsentative Backsteinbau im neogotischen Stil nahm die ehemalige Brückenwärterwohnung, die ehemalige Dampfmaschinenhalle sowie die Anlage zum Betrieb der Drehbrücke, den Königsstuhl und den Steuerstand, auf. Dabei tritt der Steuerstand als Erker aus dem Gebäude heraus, seine Fassade besteht im unteren Bereich aus einer ausgemauerten Stahlfachwerk- und im oberen Bereich aus einer Holzfensterkonstruktion.
Die Drehbrücke wird auch heute noch vom Maschinenhaus aus gesteuert. Nur die beiden sandgefüllten Akkus, die früher via Dampfmaschine betrieben wurden, werden heute mittels eines elektrischen Antriebs bewegt. Sie drücken Wasser in das Brückengelenk, den sogenannten Königsstuhl. Dabei wird die Brücke angehoben und lässt sich auf dem entstandenen Wasserbett durch Ketten drehen. Die Konstruktion wird weiterhin mit den historischen Materialien gewartet, das Gelenk beispielsweise regelmäßig mit in Talg getränkter Baumwolle abgedichtet.
Dennoch sind nach über einhundert Jahren sowohl das Stahlfachwerk als auch die Ausmauerung bedeutend geschädigt, die Stahlkonstruktion in Teilen stark korrodiert bis hin zu Querschnittsschwächungen. Die Holzkonstruktion der Fenster im Bereich des Steuerstandes ist in Teilen marode, die Fenster nicht mehr dicht. Da die Brücke den Zugang zu dem von einem Verein unterhaltenen Museumshafen garantiert, ist ihre Funktionstüchtigkeit unverzichtbar, um Museumsschiffen die Ein- und Ausfahrt aus dem Hafen zu ermöglichen. Zudem benötigt auch weiterhin der normale Straßenverkehr die Brücke, über die auch der erste Schienenstrang Lübecks führte.
Die Lübecker Hafendrehbrücke mit ihrer markanten Optik prägt das Lübecker Stadtbild. Sie ist eines von über 130 Förderprojekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Schleswig-Holstein fördern konnte.
Deutsche Stiftung Denkmalschutz."
Quelle:
Hansestadt Lübeck / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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