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Paul Abraham - beschwingte Melodien, aber auch polit. Dilemma

20 Juli 2012 (HL-Red-RB) Traumland Operette: Beschwingte Melodien des jüdischen Komponisten Paul Abraham und sein politisches Dilemma im Rahmen der „Lübecker Operetten-Akademie“: Nicht nur einschmeichelnde Melodien wurden hier geboten, Michael P. Schulz scheute sich nicht, ein heißes Eisen anzufassen. Denn problematisch verlief das Leben des jüdisch-ungarischen Komponisten Paul Abraham. Was so vielversprechend begann, endete mit einer 500 Mark „Wiedergutmachungsrente“ von Deutschland.
Bevor es mit schmissiger Musik der vielen Ohrwürmer des Paul Abraham begann, wurden auf einer großen Leinwand Filmsequenzen aus dem Leben von Abraham auf die Leinwand projiziert. Man sieht den erfolgreichen Komponisten unter anderem in New York und Berlin. Die erklärenden Worte werden von Andrè Schünke (NDR) gesprochen.
Michael P. Schulz lässt David Winer- Mozes als Paul Abraham während der gesamten Abfolge der Operetten-Revue auf einer Bühnenbank sitzen und quasi am Geschehen teilnehmen. Winer-Mozes ist den Theaterfreunden aus etlichen Stücken, die das Theater Lübeck inszenierte, bekannt. Er gibt auch dieser Rolle sein eigenes Profil und darf sogar als ausgebildeter Tänzer ansatzweise sein Können zeigen.
Jens-Uwe Mürner wird als Erster auf die Bretter geschickt. Ihm fehlt die Rahmenhandlung eines Stückes, sodass er darstellerisch nicht das rüberbringt, was er ausdrücken soll. Die routinierte Mona Hermes glänzt besonders mit „Toujours l`amour“ , dann mit Felix Müller in dem Duett „Pardon, Madame“. In einer Südseeszene erscheint der Tenor mit nacktem Oberkörper, schade, dass er kein Adonis ist. Sonja Pitsker und Kay Bretschneider versichern, dass ihre Mama aus Yokohama kommt. Die Pitsker erfreut wiederum mit ihrem schönen Sopran , Bretschneider demonstriert erneut seine Vielseitigkeit. Die „Blume von Hawai“ wird von Müller an Susan Jebrini überreicht. Jebrini ist Teilnehmerin der „Lübecker Operetten-Akademie“ und verdient sich hier ihre Sporen. „Ich hab`ein Diwanpüppchen“ beteuert Stefan Gregor Schmitz, dem seine Ballettausbildung zugute kommt. „Frage dein Herz“ rieten Mona Hermes, Felix Müller und Jens-Uwe Mürner. Lisa Ruhfus, ebenfalls von der LOH fragt „Was hat der Gentleman im Dschungel zu tun?“ mit entwicklungsfähiger Stimme und passendem Outfit.


Foto Lübecker Sommeroperette

Der musikalische Leiter Carsten Bowien ist als große Stütze der SängerInnen anzusehen. Susanne Janßen choreographierte ihr kleines Ballett-Ensemble, in dem der Tänzer Marcelo Emiliano Dono mit einem furiosen Solo erfreut. Tobias Michelsen besorgte den Filmschnitt, der in dieser Aufführung von Bedeutung ist.

Michael P. Schulz ging die Paul-Abraham-Story nicht auf Trallala-Niveau an. Er zeigt auf, dass Abrahams Erfolgsschlager „Ich bin ja heut so glücklich“ nicht auf sein Leben anzuwenden ist. Schulz zelebriert Operette mit Einblick in die deutsche Geschichte.

Helga Rottmann (Foto RB)

Nächste Vorstellungen am 20., 22., 26. und 28. Juli, 19.30 Uhr im Johanneum.






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