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April, April - Niemand knabbert am zweiköpfigen Lübeck-Adler!

02. April 2012 (HL-Red-RB) Bevor Lübeck-TeaTime wieder zur "Tagesordnung" übergeht, hier selbstverständlich eine Klarstellung zum 1.-April.-Scherz. Sie, verehrte Gäste in Lübeck-TeaTime, werden es wohl sogleich und mit Schmunzeln erkannt haben. Auch wenn mitunter nichts unmöglich erscheint: Die Hansestadt Lübeck wird wohl ihren doppelköpfigen Adler im Wappen "behalten dürfen". Weder wurde am Sonnabend zu "75 Jahre Ende der Eigenstaatlichkeit Lübecks" im Audienzsaal getagt. Mit Sicherheit aber wird man die Adler-Frage nicht behandelt haben. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber "entbürokratisiert" ehrenamtlich mit einer Arbeitsgruppe in Brüssel tatsächlich die EU, aber mit den Gesetzen des Dritten Reiches befasst er sich keinesfalls. Den „einköpfigen“ Adler gibt es als Wandmalerei in der Hörkammer tatsächlich. Diese stammt aus der Zeit der Verleihung der „Reichsfreiheit“. In Wikipedia heißt es dazu unter anderem: „Die Hansestadt Lübeck führte lange zwei verschiedene Wappen, die sich auch als Doppelwappen finden: Eines mit dem Reichsadler als Symbol der Reichsfreiheit (welche die Stadt von 1226 bis 1937 genoss) und eines mit den hanseatischen Farben Silber über Rot geteilt, den sogenannten lübischen Schild.. Um 1450 schließlich wurden dann die beiden Wappen zusammengeführt. Der Reichsadler trug darauf das Hansewappen als Brustschild. Von den heute geführten ist es damit das älteste Wappen Schleswig-Holsteins.“

Lübeck-TeaTime würde sich freuen, wenn – wie selbst durch eine „frische“ Recherche – dieser kleine Schabernack ganz interessant war. Vor allem ist man oftmals davon ausgegangen, dass derst mit der Verleihung der Reichsfreiheit des Recht zum Führen des Doppelkopf-Adlers zugesprochen wurde. Mit der Gründung Lübecks 1158 durch Heinrich den Löwen wurde Lübeck „Reichsstadt“. Dazu in WIKIPEDIA: „Die Reichsstädte entstanden aus den Stadtgründungen, welche die Staufer im 12. und 13. Jahrhundert vorgenommen hatten oder die schon zuvor im Besitz der Könige und Kaiser waren.“ Und weiter: “Die Freien Städte und die Reichsstädte wurden ab dem 15. Jahrhundert im Städtekolleg unter dem Sammelbegriff Freie und Reichsstädte zusammengefasst. Der Volksmund formte daraus die Kurzbezeichnung Freie Reichsstadt, obwohl nur ein Teil der Städte gleichzeitig Freie Stadt und Reichsstadt war. Freie Städte waren einige Bischofsstädte (Basel, Straßburg, Speyer, Worms, Mainz, Köln, Regensburg), die eine gewisse Autonomie erworben hatten, zum Beispiel dem Kaiser keine Heerfolge leisten mussten. Stadtgemeinden, die im Heiligen Römischen Reich keinem Reichsfürsten, sondern direkt dem Kaiser unterstanden, waren Reichsstädte.“

Entscheidend also, dass die „Reichsstadt“ Lübeck eben 1226 zur „Freien Reichsstadt“ wurde. Mit dem Adler im Wappen – es war schon vorhanden – hatte das aber nichts zu tun. Die Änderung auf den Doppelkopf-Adler ist also eine spätere.

Foto (RB): Lübeck-Wappen mit Adler am Rathaus (Marktseite)


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