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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Dr. Peter Guttkuhn referiert in der Gemeinnützigen

25.10.2008. Am Dienstag, dem 28. Oktober, 19.30 Uhr, gibt es im Großen Saal der "Gemeinnützigen", Lübeck, Königstraße 5, einen Vortrag im Rahmen der städtischen Programmatik „Mensch Bürger. Wir sind die Stadt“.

Es spricht der Lübecker Privatgelehrte und Historiker Dr. Peter Guttkuhn zum Thema: „Der Eintritt der Juden in das Lübecker Bürgertum“.
Der Eintritt ist frei.

Ein kurzes Exposee von Dr. Peter Guttkuhn dazu:

"Der Eintritt der Juden in das Lübecker Bürgertum

Im Jahr 1806 wurde die Kaiserliche und des heiligen Römischen Reichs freie Stadt Lübeck zur unmittelbaren Eigentümerin des Gutes und Dorfes Moisling und damit auch der seit 150 Jahren dort lebenden jüdischen Bevölkerung. Der Lübecker Rat und die Bürgerschaft erwarben die Ortschaft nicht aus finanziellen oder wirtschaftlichen Erwägungen, sondern aus innen- und staatspolitischen Gründen, wobei ihre Judenpolitik die wichtigste Rolle spielte:
Den 300 toratreuen Landjuden – man nannte sie verächtlich nur „Gebiets-Eingesessene“ – sollte die Niederlassung in der evangelisch-lutherischen Stadt auch weiterhin aus handelspolitischen und religiösen Gründen untersagt bleiben und Moisling der alleinige Platz im lübeckischen Staatsgebiet – d. h. einem Landbezirk – sein, wo jüdische Menschen leben durften: außerhalb der allgemeinen Rechts- und Sozialordnung, ökonomisch, sozial, kulturell isoliert, ausgegrenzt und diskriminiert, als geduldete Fremde unter ständiger Polizeiüberwachung.

Die Lübecker christliche Mehrheitsgesellschaft hatte einen sehr engen Existenzrahmen für ihre jüdische Minderheit gezogen: Von nahezu allen Erwerbszweigen bzw. Berufen ausgeschlossen, ohne Möglichkeit des Land- und Immobilienerwerbs, fern der Bildungseinrichtungen, ohne Bürger- und/oder Einwohnerrecht mussten die Landjuden im isoliert-rückständigen Zwangsgetto des weit entfernten Dorfes Moisling eine Schattenexistenz führen."



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