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Kultur Wissenschaft Ausbildung

Ina von Kortzfleisch zur Dom - Pastorin in Meldorf ordiniert

07. März 2011 (HL-Red-RB) Kirche/Meinung: Der Beitrag um die Einführung der ehemaligen Marienpastorin Ina von Kortzfleisch in ihr neues Amt in der Gemeinde des Meldorfer Domes ist nun auch foto-technisch bearbeitet. Lübeck-TeaTime hat - wie berichtet - an dem feierlichen Gottesdienst an der Westküste teilgenommen. Gestern Abend noch - nach Rückkehr -war des "erste" Foto zu sehen. Nun endlich alle weiteren ausgesucht und auf "Maß" gebracht. Warum dieser "Aufwand"? In den nächsten Stunden erwarte ich Wortbeiträge bzw. die Predigt, um diese noch diesem Bericht beizufügen (soeben aktualisiert). Darin wird auch deutlich, warum Lübeck-TeaTime sich diesem Anlass so stark widmet: Als Dithmarschen und damit Meldorf christianisiert, als die Reformation dort verwirklicht wurde, welche Bedeutung hatte da etwa Lübeck? Nun, selbstverständlich ist dieses alles hier auch ein Abschiedsgruß an die Pastorin Ina von Kortzfleisch, die - wie an dieser Stelle mehrfach betont - nicht das "Handtuch" geworfen hat, wie dies wohl im Gleichklang von Kirchenkreis und Lübecker Nachrichten (Grundlage war angeblich ein "internes Kirchenpapier", das - wie auch immer - den Weg in dieses Papiermedium gelangt war. Von Lübeck-TeaTime aus kam zumindest ein wenig Licht aus dem "Dunkel" des Geschehens: Aus der Gottesdienst-Ankündigung wurde dann doch ein "Abschiedsgottesdienst", und endlich sickerte es durch, die Marienpastorin hätte "gekündigt", weil sie die "Verantwortung unter den gegebenen Bedingungen für diese Gemeinde nicht mehr tragen konnte".

Alles das soll gerne wiederholt werden. Nachzulesen im Lübeck-TeaTime-Archiv in der Rubrik „Medien-Info Lübeck-TeaTime Gäste“. Was allerdings in den Abhandlungen fehlt – ist der „Rest der Wahrheit“ um diesen für Lübeck nicht rühmlichen Weggang einer Seelsorgerin, der in Meldorf – weil offenkundig längst erkannt, ein „Gewinn“ für die Gemeinde dort ist. Nicht nur in Hinsicht der Besetzung der letzten vakanten „Stelle“...


Schön, dass der Propst Dr. Andreas Crystall vom Ev.-Luth. Kirchenkreis Dithmarschen "Wort gehalten hat", und dies sind seine Worte an die Gemeinde:

"Liebe Ina von Kortzfleisch, liebe Frau Pastorin, liebe Gemeinde.
Meldorf wird heute wieder komplett. Ina von Kortzfleisch wird heute als Pastorin für die Pfarrstelle II der größten und ältesten Kirchengemeinde in Dithmarschen eingeführt.
 
Wer kommt da und wo kommt sie hin?
 
1. Wer kommt da?
 
Liebe Gemeinde, Sie bekommen mit Ina v. Kortzfleisch eine Pastorin, die einen ganz schön weiten Horizont mitbringt. Sie hat einen beruflichen Erfahrungsschatz im Gepäck dabei, der weit über das übliche Tätigungsfeld einer Gemeindepastorin hinaus geht. Diese Erfahrungen werden der Kirchengemeinde Meldorf zugute kommen. 4 Jahre Theologische Referentin im pädagogisch-theologischen Institut, sechs Jahre Leiterin der
„Offenen Kirche“, der Frauen- und Familienbildungsstätte in Hamburg, davor Geschäftsführerin einer Filiale in der rauen Welt der Wirtschaft. Und dann kommen noch so interessante Erfahrungen dazu wie die experimentelle Ausgestaltung von „Internationaler Sommerkirche“, mehrsprachig, in Lübeck, oder Soul and Sicence, Bibeltexte und Musik geraten ins Gespräch miteinander, und dann war da ja noch die Einführung des Marientalers…  Sie wissen also, wie man es schaffen könnte, schnell und effektiv in die Medien zu geraten weit weit über die Dithmarscher Landeszeitung hinaus, man müsste es nur Johannes-Taler nenne oder Dom-Groschen oder Meldorf-Monete… Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass die Renovierung des Doms gerade abgeschlossen ist, aber wir freuen uns sehr auf viele andere gute Ideen, die Sie mitbringen, die Sie schon erfolgreich erprobt haben und die Meldorf zugute kommen werden. Sie sind eine, die es gelernt hat, weit über den Tellerrand hinaus zu schauen, und das ist gut so. Und Sie sind eine, die die biblischen Geschichten liebt, die von deren Schönheit überzeugt ist und die sie unters Volk zu bringen als Lust und Leidenschaft verspürt. Sie sind eine Predigerin mit Prinzipien:
Gottes Wertschätzung für den Menschen ist Ihnen eine unaufgebbare Glaubensüberzeugung, die Sie trägt und auf die Kanzel treibt:
Ihr Konfirmationsspruch ist Ihnen zugesprochene Glaubenserfahrung geworden: „Weil du so wert geachtet bist in meinen Augen, wirst du auch herrlich sein, denn ich habe dich lieb, spricht Gott, der Herr.“                      Jesaja 43, 4
Dass der Glaube in die Welt drängt, das eigene Leben verändert und sich auswirkt und sich durch Gottes Wort auf die Finger gucken lässt, gehört zu diesen Überzeugungen dazu. Theologische Klarheit scheint Ihnen deutlich wichtiger zu sein als liturgischer Firlefanz, und Sie glauben an Sprüche wie „Der Raum predigt“ erst dann, wenn die Predigt der Predigerin den Raum predigen lässt. Der Kommunikation der Menschen, auch in der kontroversen und klaren Variante, trauen Sie mehr als der Kommunikation der Steine.
Theologischer Hocherhabenheit trauen Sie schon rein gar nicht über den Weg, da wird Ihr Misstrauen wach, und ich schließe daraus, dass sie auch nicht glauben, allein ein Besuch des Domes mache aus einem Menschen einen Christen. Sie erwarten die persönliche Auseinandersetzung mit den Dingen des Glaubens, der Mensch muss wissen, dass ihm etwas heilig ist, was nicht nur aus Stein ist. Und Sie mögen es, Pastorin zu sein, Hirtin, die die Menschen zum Gottesdienst sammelt, zur heiligen Familie.
Und ab heute sollen Sie genau das hier in Meldorf im Dom, hioer in dieser Kirchengemeinde, und Sie dürfen es auch. Bringen Sie Ihre Gaben und Erfahrungen und Ihre Überzeugungen hier ein, Sie werden offene Herzen finden und Menschen, die ein offenes Wort und einen geraden Charakter schätzen. Und die nach der Wahrheit des Glaubens im Herzen der Menschen fragen, die diesen Glauben verkündigen.
 
 
2. Wo kommt sie hin?
Sie bringen einen weiten Horizont mit, vielerlei Erfahrungen aus Hamburg und Lübeck, Sie kennen großstädtisches Lebensgefühl – und kommen nun nach Meldorf in Dithmarschen. Glauben Sie bloß nicht, dass der weite Horizont hier fehl am Platze wäre, vielleicht ist er in dieser Kirche hier geradezu die Voraussetzung, um den Dom ausfüllen zu können als Predigerin, als Persönlichkeit, als Christenmensch, der mit anderen gemeinsam unterwegs ist. Was Sie ja in Hamburg nicht hatten und in Lübeck auch nicht, das haben Sie in Meldorf. Mag man sich noch streiten, ob in Hamburg oder hier zuerst eine Kirche stand in Zeiten Karls des Großen, sicher ist, dass hier in diesem Dom der erste evangelische Prediger weit und breit gepredigt hat. Sie werden Pastorin und Predigerin in einem Gotteshaus, in dem sehr früh die Botschaft der Reformation gehört werden konnte, die Botschaft vom gnädigen Gott, der uns liebt, obwohl wir sind wie wir sind, die Botschaft von Gottes Gnade aus Liebe und ganz umsonst ohne unser Zutun, ohne christliche Seelenschufterei, ohne den Gedanken vom käuflichen Gott. Das begann hier durch Heinrich von Zütphen, der dort abgebildet ist und dem leider diese freimachende und damals mutige Botschaft keine nachhaltige Gesundheit bescherte. Besoffene Horden aus Hemmingstedt haben ihn nach Heide geschleift und ihm dort den Garaus gemacht, und doch ist seine Botschaft von diesem Gott, der ein Backofen voller Liebe ist, wie Zütphens Freund Luther es formulierte, eine Verpflichtung. Nicht als Märtyrerin, Gott bewahre, aber als Predigerin stehen Sie in der Tradition dieses frühen evangelischen Predigers, wenn Sie auf diese Kanzel steigen. Sie treten hier in eine besondere Tradition hinein.
Wo kommen Sie hin? In eine ehrwürdige Kirche, in den Dom der Dithmarscher, eine wahrlich traditionsreiche Hütte, die Sie mit Ihren Möglichkeiten mit Leben und mit Glaubensgedanken und Ihren erzählten biblischen Geschichten füllen dürfen, eine uralte Stätte der Christenheit im Norden, Keimzelle, Leidensort, Zentrum, ein Haus für einen weiten Horizont. Seien Sie herzlich willkommen in Dithmarschen, hier im Dom in Meldorf, hier in dieser großen Kirchengemeinde, hier im Kreis vieler Ehrenamtlicher und Hauptamtlicher, denen es allesamt besser ergeht als weiland dem armen alten Heinrich von Zütphen. Hier kann man inzwischen gut leben und gut arbeiten, und Meldorf ist eine liebenswerte Stadt mit liebenswerten Menschen, die Sie liebevoll begleiten werden. Ich wünsche Ihnen, dass Sie es hier gut haben, Sie werden es gut machen. Gott segne Sie dabei. Amen."
 

Nun zum ausführlichen Bilderbogen (Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck / höhere Auflösung kann –siehe Impressum – angefordert werden) mit herzlichen Grüßen nach Meldorf:


























































































































Reinhard Bartsch
Chefredakteur Lübeck-TeaTime

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