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Lutz Gallinat berichtet über Kantatengottesdienst St. Lorenz HL

05. Januar 2011 (HL-Red-RB) Es war eine feierliche und besinnliche Veranstaltung. Am letzten Sonntag wurde in der reichlich gefüllten St.Lorenz-Kirche Lübeck ein Kantatengottesdienst mit der vierten Kantate des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach geboten.
Eigentliches "Oratorium" ist dieses Werk so wenig wie das Himmelfahrts-oratorium "Lobet Gott in seinen Reichen". Es ist aus sechs Einzelkantaten zusammengestellt, die bestimmt waren für die Sonn- und Feiertage der "heiligen zwölf Nächte". Bach hat diese Kantaten 1734 aufgeführt. Dass er sie unter der Bezeichnung "Oratorium" zusammenfasste, deutet darauf hin, wie sehr ihm eine Gesamtaufführung aller Teile vorgeschwebt haben mag. Versuche, diesen Gedanken zu verwirklichen, sind immer wieder gescheitert.
Die sechs Kantaten lassen sich bezeichnen als: Verkündigung, die Hirten auf dem Felde, Szene an der Krippe, Namengebung Christi, die Weisen aus dem Morgenlande, die Verfolgung durch Herodes. Also die ganze Weihnachtsgeschichte. Freilich nicht in erzählender Form; die Rezitative deuten die Handlung immer nur kurz an, ergehen sich in mehr stimmungsmäßigen Betrachtungen, die dann von Chören und Arien vertieft und erweitert werden. Seltsam genug, dass die meisten der musikalischen Stimmungsbilder gar nicht für Kirche und Weihnachten geschrieben wurden, sondern für Hoffestlichkeiten und weltliche Feiern. Dennoch wirkt fast alles "weihnachtlich".
Aus der vierten Kantate sind zwei Sätze erwähnenswert: der von ausdrucksvollen Hornklängen getragene Choral "Jesu, richte mein Beginnen" und die Sopranarie "Flößt mein Heiland", in der die seinerzeit beliebten Echowirkungen aufklingen; auf die Fragen des Soprans antworten Oboe und Bassstime wie aus einer anderen Welt mit "Ja" und "Nein".
Zsuzsa Bereznai bot einen hellen, klaren Sopran und war auch in den Höhen sicher. Susanne Zettler präsentierte einen reizvollen und abgeklärten Echo-Sopran. Martin Hundelts Tenor war abgerundet, harmonisch und farbenreich, der Bass Andreas Kruppas kraftvoll und grundiert.
Kai Schüler begleitete dabei virtuos und brillant am Cembalo.
Axel Frieb-Preis leitete die Mitglieder der Lübecker Philharmonie und die St.Lorenz-Kantorei sicher, beherzt und engagiert. Für die Predigt war Pastor Jörg Scholz verantwortlich.
Alle Akteure wurden schließlich mit sehr viel Beifall bedacht.

Lutz Gallinat

© Lutz Gallinat ü/Lübeck-TeaTime (siehe Impressum)

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