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Christianisierung verdammte Raben&Krähen - völliger Unsinn...

01./02. Januar 2011 (HL-Red-RB) Gerade jetzt zum Jahreswechsel treibt vor allem der Aberglaube die tollsten Kapriolen. Einfach „so“ oder gar kommerziell. Bis in die Neujahrsnacht wurden per Feuerwerk die bösen Geister vertrieben. Nun, mit der Freude an dem gleißenden Lichterspektakel mag man den „Unsinn“ noch hinnehmen. Bevor steigende Temperaturen und Regen wieder ein wenig „Grün“ erscheinen ließen, etwas, das mich noch bei Frost und Schnee geradezu erstaunte. Eine Krähe „oben“ am Meisenknödel im Busch pickend, darunter seine „Kolleginnen und Kollegen“ - geduldig wartend auf das, was herunter fallen würde. Ein flatternder Streit oder Kampf um besagten „Knödel“ hätte viel Lärm und wenig Erfolg ergeben. Vielleicht sogar ein paar unnötige, aber bei diesen Temperaturen gefährliche Verletzungen nicht ausgeschlossen.

Was „sagt uns das“? Tiere, Vögel eben, die sich so „kultiviert und klug“ verhalten, können keine Dummköpfe sein. Eine Situation, die Erfahrung und Disziplin verrät – also Intelligenz. Und nun mag man sich daran erinnern, wofür alles Raben und Krähen alles „schlecht“ sind von Unglücksbote, Rabeneltern bis Aasfresser. Wie und warum aber die alten Götter und Könige deren Eigenschaften wie Weisheit und Intelligenz genutzt, warum diese „Schwarzröcke“ auch in unseren Märchen keine „schlechte“ Rolle spielen? Selbst König Artus soll sich in einen Raben verwandelt haben. Warum also das Negativ-Bild von Raben und Krähen? Das leider hat die Christianisierung verursacht: Keine Götter, weil „schlecht“ - und damit auch deren treue Begleiter – schlecht. Bis heute -zumeist...

Die moderne Wissenschaft hat sich in Experimenten mit und um die Intelligenz dieser Vögeln
beschäftigt. Erstaunliche Ergebnisse. Die Probanden zeigten vorausschauendes Handeln, sie verstecken - nur unbeobachtet - Futter für den Winter und finden dies mit erstaunlicher Merkfähigkeit wieder., stellen Werkzeug her – und lassen bekanntermaßen Nüsse „von oben herabfallen“ oder von Autos überfahren, um – bei freier Straße – die so vorbereitete Nahrung zu holen. Beobachtet von anderen, die das dann auch so nutzten, also Lernvermögen bewiesen. Oder selbst Raubtiere begleiten, um an der Beute teilzuhaben. Dass sie Müll-Reste und Deponien nutzen, haben sie aus dem Verhalten der Menschen gelernt, die mit ihrer Nahrung - auch für sie erkannt - „großzügig“ umgehen. Sicherlich hat die Aaskrähe als Allesfresser ihren Namen wohl verdient, aber das dürfte nur „situationsbedingt“ sein. Als Ganzjahresvögel scheinen sie ebenfalls zu wissen, dass ein Flug gen Süden nicht notwendig ist. Wenn sie brüten, bleiben sie (dabei ihr Leben lang monogam) in Nestbereichen unter sich. Die Jungen sind zwar Nesthocker, sind allerdings mitunter vor der Flugfähigkeit schon auf dem Boden zu finden – werden aber weiter sorgfältig betreut und gefüttert. Vom Begriff „Rabeneltern“ also absolut keine Rede. Allerdings wird bei der Futtersuche nicht vor fremden Nestern und Eiern oder Jungen darin nicht Halt gemacht. Auch und eher unglaublich: Krähenvögel (und das sind Raben wie Kträhen“ erinnern sich sogar unterschiedlicher Menschen nach Jahren noch, ob diese ihnen schon einmal wohl- oder übel gesonnen waren.




Foto (© Reinhard Bartsch Luebeck): Eine "pickt" durch das Knödelnetz - die anderen warten auf das "Fallobst" - übrigens wie Amseln auf dem Balkonboden, während etwa Meisen und Sperlinge direkt an den Knödeln fressen


Warum das alles in Lübeck-TeaTime? Nun, dieses Foto zeigt eindeutig die Klugheit und Disziplin an besagtem Meisenknödel. Die Überlegung daraus, dass auch Menschen erkennen sollten, dass sie nur „gemeinsam“ stark sind. Und wenn man weiter darüber nachdenkt – wie schnell ergeben sich weitere Einsichten. Vielleicht einige, die für „Raben und Krähen“ längst selbstverständlich sind.

Reinhard Bartsch
Chefredakteur Lübeck-TeaTime

Gerade jetzt zum Jahreswechsel treibt vor allem der Aberglaube die tollsten Kapriolen. Einfach „so“ oder gar kommerziell. Gerade gestern Abend bis in die Neujahrsnacht wurden per Feuerwerk die bösen Geister vertrieben. Nun, mit der Freude an dem gleißenden Lichterspektakel mag man den „Unsinn“ damit noch hinnehmen. Vorgestern, bevor steigende Temperaturen und Regen wieder ein wenig „Grün“ erscheinen ließen, etwas, das mich geradezu erstaunte. Eine Krähe „oben“ am Meisenknödel im Gebüsch pickend, darunter seine „Kolleginnen und Kollegen“ - geduldig wartend auf das, was herunter fallen würde. Ein flatternder Streit oder Kampf um besagten „Knödel“ hatte viel Lärm und wenig Erfolg ergeben. Vielleicht sogar ein paar unnötige, aber bei diesen Temperaturen gefährliche Verletzungen nicht ausgeschlossen.

Was „sagt uns das“? Tiere, Vögel eben, die sich so „kultiviert und klug“ verhalten, können keine Dummköpfe sein. Eine Situation, die Erfahrung und Disziplin verrät – also Intelligenz. Und nun mag man sich daran erinnern, wofür alles Raben und Krähen alles „schlecht“ sind von Unglücksbote, Rabeneltern bis Aasfresser. Wie und warum aber die alten Götter und Könige deren Eigenschaften wie Weisheit und Intelligenz genutzt, warum diese „Schwarzröcke“ auch in unseren Märchen keine „schlechte“ Rolle spielen? Selbst König Artus soll sich in einen Raben verwandelt haben. Warum also das Negativ-Bild von Raben und Krähen? Das leider hat die Christianisierung verursacht: Keine Götter, weil „schlecht“ - und damit auch deren treue Begleiter – schlecht. Bis heute -zumeist...

Die moderne Wissenschaft hat sich in Experimenten mit und um die Intelligenz dieser Vögeln
beschäftigt. Erstaunliche Ergebnisse. Die Probanden zeigten vorausschauendes Handeln, sie verstecken - nur unbeobachtet - Futter für den Winter und finden dies mit erstaunlicher Merkfähigkeit wieder., stellen Werkzeug her – und lassen bekanntermaßen Nüsse „von oben herabfallen“ oder von Autos überfahren, um – bei freier Straße – die so vorbereitete Nahrung zu holen. Beobachtet von anderen, die das dann auch so nutzten, also Lernvermögen bewiesen. Oder selbst Raubtiere begleiten, um an der Beute teilzuhaben. Dass sie Müll-Reste und Deponien nutzen, haben sie aus dem Verhalten der Menschen gelernt, die mit ihrer Nahrung - auch für sie erkannt - „großzügig“ umgehen. Sicherlich hat die Aaskrähe als Allesfresser ihren Namen wohl verdient, aber das dürfte nur „situationsbedingt“ sein. Als Ganzjahresvögel scheinen sie ebenfalls zu wissen, dass ein Flug gen Süden nicht notwendig ist. Wenn sie brüten, bleiben sie (dabei ihr Leben lang monogam) in Nestbereichen unter sich. Die Jungen sind zwar Nesthocker, sind allerdings mitunter vor der Flugfähigkeit schon auf dem Boden zu finden – werden aber weiter sorgfältig betreut und gefüttert. Vom Begriff „Rabeneltern“ also absolut keine Rede. Allerdings wird bei der Futtersuche nicht vor fremden Nestern und Eiern oder Jungen darin nicht Halt gemacht. Auch und eher unglaublich: Krähenvögel (und das sind Raben wie Kträhen“ erinnern sich sogar unterschiedlicher Menschen nach Jahren noch, ob diese ihnen schon einmal wohl- oder übel gesonnen waren.

Warum das alles in Lübeck-TeaTime? Nun, dieses Foto zeigt eindeutig die Klugheit und Disziplin an besagtem Meisenknödel. Die Überlegung daraus, dass auch Menschen erkennen sollten, dass sie nur „gemeinsam“ stark sind - vor allem im Zusammenspiel mit der Natur. Was sind politische oder wirtschaftliche Bedeutung im Weltgeschehen - gegenüber etwa dem Klimawandel. Und wenn man weiter darüber nachdenkt – wie schnell ergäben sich weitere Einsichten. Vielleicht einige, die für „Raben und Krähen“ längst selbstverständlich sind. Für die Menschen wichtige Einsichten, die sie haben und daraus Konsequenzen ziehen könnten.

Das war's dann erst einmal - mit den Gedanken zum und um den Jahres(neu)beginn. Was nun kommt (auch in Lübeck-TeaTime) oder nicht - schau'n wir mal,

grüßt
Reinhard Bartsch
Chefredakteur Lübeck-TeaTime

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