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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Ein wunderbares Weihnachtsfest wünscht Lübeck-TeaTime

24. Dezember 2010 (HL-Red-RB) Zu heute, Heiligabend, hatten wir, meine Frau und ich, uns überlegt, welche Kirche Lübecks wir zu unserem Gottesdienst besuchen wollten. In die Stadt - bei diesem Wetter? Wäre "gegangen" - Lob dem Lübecker Stadtverkehr! Zumindest von Buntekuh aus kein Problem. Oder wieder einmal in "Bugenhagen" um die Ecke? Oder doch in die Stadt und in die historischen Kirchengemäuer? Aber dort mindestens eine Stunde zuvor da sein und sich trotzdem schon über die "Reservierer" ärgern, die dafür reihenweise Schals auf die Bänke legen? "Marien"? Nein, da - und um diese handelt es sich wohl - müssen sich erst gewisse "Gerüchte" für mich klären - dazu hatte ich schon eine "Meinung" vertreten, die zwischenzeitlich weitere "Nahrung" bekommen hat. Dazu allerdings in den nächsten Tagen wahrscheinlich mehr. So lange mag ich da aber gewisse "fromme" Gesichter nicht ertragen.
Immerhin haben wir - Heiligabend, und da will ich Abstand dazu halten. Also unsere Entscheidung: "Zuschlag" für die Lutherkirche. Auch ganz nah für uns. Gesagt – getan - gut eine halbe Stunde vor Beginn des "Familiengottesdienstes" sogar noch relativ gut Platz. Dennoch nur wenige Minuten später - auch voll. Wunderbar. Die "Maus" - bei aller Ehre - vermisst? Nun, das Krippenspiel „Babuschka findet das Christkind“ der Konfirmanden und Teamer sollte sich als ebenso erfrischend und fröhlich ergeben. Lebensnah; denn Babuschka musste erkennen, dass Arbeit und Fleiß nicht alles sind, und das Herz offen sein sollte für vor allem das „Christkind“. Über allem auch sonst guten Tun sich öffnen Gott gegenüber und damit dessen „Angebot“ annehmen in seiner Liebe uns Menschen gegenüber.

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen, verehrte Gäste in Lübeck-TeaTime, eine wunderbare Weihnachtszeit. Und schon „traditionell“ erzähle ich Ihnen meine „Weihnachtsgeschichte“ von der „Himmelsschaukel“, die sich mir einmal vor einigen Jahren geschenkt hat.

Reinhard Bartsch
Chefredakteur

Märchen und auch Geschichten leben, in sich und in ihrer wie heutiger Zeit. So wie diese Geschichte von dem Kind, das vom Draußen träumte und eines Tages über den Himmel schaukeln durfte. Eingefallen ist mir und geschrieben habe ich diese Geschichte, als ich irgendwann den klaren nächtlichen Himmel betrachtete, und eine Sternschnuppe nach der anderen die Sternenbilder kreuzte:

Zur Weihnacht: Die Geschichte von der Himmelsschaukel

Die Geschichte von der Himmelsschaukel
Einst, als man nicht nur in der Weihnachtszeit all' die vielen Sterne am Himmel glitzern und glänzen sehen konnte, die Sonne jeden Tag ihren Lauf in glutroter Farbenpracht frühmorgens begann und sich abends in betörendem Farbenspiel zur Ruhe begab, war es für einen kleinen Jungen die größte Freude, den Himmel zu bestaunen. Das teilte er mit vielen anderen Kindern, aber es faszinierte ihn besonders des Nachts, wenn sich Sternschnuppen funkensprühend einen Weg durch das Silber der Sterne als Himmelsboten bahnten.

Dabei glaubte er, seine Mama schliefe einen tiefen, tiefen Schlaf. Tatsächlich aber hatte sie das längst bemerkt, und wenn sie ihn dabei durch den Türspalt seines Zimmerchens beobachtete, ging ein Lächeln über ihr Gesicht und fand Verständnis für sein heimliches Glück. Denn eines unterschied ihren Jungen von den meisten anderer Kinder: Er war sehr krank, dass keine noch so gute Medizin der Welt ihn zu heilen vermochte. Nicht ein Fünkchen Hoffnung war gegeben, wieder so gesund zu werden, um mit all den anderen draußen fröhlich herumzutollen. Das wusste nicht nur seine unendlich besorgte Mutter, sondern er auch selbst. Dabei ging der Junge sehr tapfer damit um, und sie machte ihm jede Freude, die ihr nur möglich war.

Am Tage, wenn die Sonne hell am blauen Himmel lachte, saß er am Fenster seines kleinen Zimmers und schaute hinaus. Die warmen Sonnenstrahlen lachten ihm zu, und er erfreute sich mit großen Augen an den blühenden Büschen , den bunten Blumen und den zwitschernden Vögelchen vor dem Haus. Er vergnügte sich selbst am Spiel der schaukelnden Kinder auf der nahen Wiese: Hei, ho, auf und ab, und hin und her!

Er fragte seine Mutter schon lange nicht mehr, warum, und gerade er, am Spiel der anderen draußen nur noch zusehen konnte. Sie grämte sich im stillen, auch wenn sie immer wieder tröstete, dass sich eines Tages alles zum Guten wenden werde. "Warte nur und hab' Geduld. Der liebe Gott, der weiß um dich und lässt dich eines Tages wieder auf die herrlich bunte Wiese. Dann kannst du schaukeln, schaukeln nach Herzenslust - so lange, wie du es nur willst!", versprach sie immer aufs neue, auch wenn sie dabei in ihrem schmerzenden Herzen sehr, sehr traurig war.

Der Junge aber ließ es sich nicht anmerken, dass er es viel, viel besser wusste. Er war es eigentlich, der die Kraft gab, nicht zu verzweifeln, sondern sogar Mut zu schöpfen, dass er auf wundersame Weise gesunden könnte: "Auch wenn der liebe Gott dort droben noch so fern ist - er sieht auf mich herab und hat mich lieb!"

Eines grauen Tages aber, der Himmel hatte sich verhangen, erbarmte sich der Allmächtige. Er holte das Kindlein zu sich und schenkte ihm den ganzen Himmel: "Deine Sehnsucht, mit der Schaukel fröhlich durch die Luft zu schwingen, soll wirklich werden auch für dich. Denn ich habe ich ein Geschenk für dich, das viel, viel länger währt, als nur das Lebenslicht des Menschen: Du sollst mit den Sternschnuppen des Nachts das Universum bis in die Unendlichkeit voller Freude durcheilen. Am Tage aber sind alle bei dir, die du von Herzen liebst. Alles Glück, das Du auf Erden nicht finden durftest, wirst du nun mit ihnen teilen! Und zur Weihnachtszeit sollst du den Stern von Bethlehem begleiten, damit den Weg er immer findet, und es endlich Frieden wird auf Erden!"

Der Mutter drunten, der vor Kummer fast das Herz zerbrochen war, ließ Er im Traum die Glückseligkeit ihres Kindes miterleben: Auf den Sternschnuppen, die von Stund' an des Nachts funkensprühend von einer Seite des Himmels zur anderen sausten. Gar so, als schaukelte es schwungvoll von einem Stern zum anderen:
Hei, ho, und auf und ab, und hin und her!

Nun wusste sie, dass alles Leid auf Erden für ihren Buben zu Ende war, für ihr Kind, das jauchzend, die Arme ausgebreitet, durch den Himmel sauste - bis zu dem Augenblick, da Gott ihr gnädig war, und es sie oben über dem Firmament endlich an sein fröhliches Herzchen drücken durfte:
Hei, ho, und auf und ab, und hin und her!


© Reinhard Bartsch Luebeck

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