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L. Gallinat erlebte furios-musikalischen Erich-Mühsam-Abend mit

07. Dezember 2010 (HL-Red-RB) Einen furios-musikalischen Abend erlebten die Besucher am letzten Donnerstag im vollbesetzten Lübecker Buddenbrookhaus. In Erinnerung an Erich Mühsam trat ein prominentes Quartett, bestehend aus den prominenten Autoren Harry Rowohlt und Thomas Ebermann, den Popsängern Knarf Rellöm und Frank Spilker, Frontmann der Hamburger Band "Die Sterne", sowie Manuel Schwiers, auf. Sie würdigten mit ihrer Mischung aus Lesung und Konzert unter dem Motto "Erich Mühsam"- "Kein Lampenputzer" den Aktivisten, Anarchisten, politischen Autor, Kabarettisten und Bohemien Erich Mühsam.
Erich Mühsam wurde am 6.4.1878 in Berlin geboren und starb am 10.7.1934 im Konzentrationslager Oranienburg. Er verkehrte in den literarischen Kreisen Berlins, arbeitete seit der Jahrhundertwende als Journalist und Redakteur und wandte sich dem Anarchismus zu. Nach ausgedehnten Reisen ließ er sich 1908 in München nieder und fand Freunde in der Schwabinger Boheme wie z.B. Frank Wedekind und Franziska zu Reventlow. Er spielte eine führende Rolle in der Münchener Räterepublik 1918-19; 1919 wurde er zu fünfzehn Jahren Festungshaft verurteilt. Ende 1924 wurde er aufgrund einer Amnestie entlassen. Danach warb er für eine "soziale Revolution" und die Einigung der revolutionären Kräfte und warnte vor dem kommenden Faschismus. In der Nacht des Reichstagsbrands am 28.2.1933 wurde er verhaftet und im Jahr darauf in Oranienburg ermordet. Mühsams im engeren Sinn literarisches Werk umfasst neben Lyrik und revolutionär kämpferischen Liedern satirische Chansons im Zusammenhang mit seiner Mitarbeit im Münchener Kabarett "Elf Scharfrichter" und eine Reihe von Bühnentexten. Themen sind u.a. die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Tabus , die Verarbeitung seiner Erfahrungen mit der Revolution 1918-19 und sein Kampf gegen den Staat. Seine sozialreformerischen und kulturkritischen Schriften und die verschiedenen Zeitschriftengründungen gelten dem Kampf gegen gesellschaftliche Vorurteile und Missstände, gegen Militarismus und Krieg und treten für Menschlichkeit und die Revolution aller Lebensverhältnisse ein.
Das Multitalent Harry Rowohlt sprach die Texte Mühsams einfühlsam und nuanciert, während der ehemalige Politstar Thomas Ebermann beherzt und engagiert den Part der Zeitgenossen übernahm, denen Mühsam in seinen Texten begegnete. Frank Spilker und Knarf Rellöm haben u.a. die Gedichte "Max Hoelz Lied", "Lampenputzer", "Gib mir Schnaps" sowie andere Stücke Mühsams kongenial vertont.
Alle Akteure erhielten bei dieser Veranstaltung der Erich Mühsam-Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Buddenbrookhaus sehr viel Beifall, wofür sie sich mit zwei Zugaben bedankten.

Lutz Gallinat"

© Lutz Gallinat ü/Lübeck-TeaTime (Siehe Impressum)


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