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Kultur Wissenschaft Ausbildung

Lutz Gallinat zur Lesung Andreas von Steegens im "HL-Weindepot"

07. Dezember 2010 (HL-Red-RB) "Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt" war das Motto einer Lesung mit Andreas von Steegen im vollbesetzten Emanuel-Geibel-Raum des Lübecker Weindepots. Der Schauspieler präsentierte dabei Satiren und Gedichte von Hans Scheibner, Wilhelm Busch, Erich Kästner, Eugen Roth und Heinz Erhard.
Die Weihnachtsgeschichten Hans Scheibners sind humorvoll und besinnlich, aber auch skurril und grotesk.
Wilhelm Buschs (1832-1908) pessimistische Grundtendenz, die Provokation durch das Grausame und Groteske standen seinem Erfolg nicht im Weg; sie wurden, nicht zuletzt aufgrund ihrer saloppen Sprachform mit Zitaten für alle Lebenslagen, als Humor missverstanden. Auch als Lyriker, von Heine beeinflusst, zeigte sich Busch als Virtuose der Sprache.
Erich Kästner (1899-1974) trat mit einer Reihe erfolgreicher Gedichtbände hervor, deren Texte sich als eine Art Gebrauchslyrik anschaulich und satirisch mit alltäglichen Nöten und Problemen befassen, sich aber auch entschieden zum Pazifismus bekennen.
Nach frühen expressionistischen Gedichtbänden und einigen Erzählungen hatte Eugen Roth (1895-1976) mit seinen besinnlich-heiteren "Mensch"-Gedichten seit den 30er Jahren großen und anhaltenden Erfolg. Es sind meist kurze Gedichte, die mit den Worten "Ein Mensch" beginnen und in humoristischer Form und nicht ohne Hintergründigkeit Lebensweisheiten formulieren. Sie zielen auf die Bewältigung des privaten Alltagslebens, kennen keine heroischen Gesten, sind unpathetisch und bei aller Komik von einer eher pessimistischen Grundstimmung getragen. Es besteht eine Verwandtschaft zu Wilhelm Busch.
Heinz Erhard (1909-1979) war ein nach dem 2.Weltkrieg beliebter und erfolgreicher Conferencier, Bühnen- und Filmkomiker. Er war der populärste Vertreter der deutschen Nonsensdichtung, Routinier des Blödelns und der Wortakrobatik.
Andreas von Steegen rezitierte bei dieser Veranstaltung "Humor im Advent" die Lyrik frei, einfühlsam und nuanciert. Er hatte eine hervorragende Textauswahl getroffen und präsentierte auch die Prosa mit phantastischer Mimik und Gestik. Seine Kommentare zu den vielschichtigen Werken waren luzide.
Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer spendeten schließlich langanhaltenden Beifall.

Lutz Gallinat"

© Lutz Gallinat ü/Lübeck-TeaTime (Siehe Impressum)

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