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„Crazy for you“ – Broadway-Flair am Kleinen Kiel

09. November 2010 (HL-Red-RB) Da sage einer, die Handlung von Musicals sei zeitgemäßer und glaubhafter als die des herkömmlichen Musiktheaters mit Opern und Operette. Die des jetzt im Kieler Opernhaus herausgebrachten Musicals „Crazy for you“ von Ken Ludwig mit Melodien und Texten von George und Ira Gershwin ist jedenfalls herrlich schräg und teilweise ausgesprochen kitschig. Ein Trend, der von der begeistert gefeierten Regie von Olaf Strieb noch besonders heraus gehoben wird. So entsteht ein schwungvoller Abend, wie wir ihn in dieser Intensität am Kleinen Kiel selten erlebt haben. Mit dieser Produktion kann sich das Kieler Haus durchaus mit großen Musicaltheatern Europas messen lassen.




Foto ü/HS-Kulturkorrespondenz/Theater Kiel


„Crazy for you“ – das ist ein Werk, wie es s o die Brüder Gershwin nie gesehen haben. Ken Ludwig – von dem das Sprechstück „Othello darf nicht platzen“ große Erfolge gefeiert hat – und sein Mitarbeiter Mike Ockrent haben angelehnt an Gershwins 80 Jahre altes Musical „Girls Crazy“ ein Pasticchio zusammen gebastelt, in dem sie Lieder aus der gesamten Schaffenszeit des Komponisten verwendet haben. Dazu haben sie eine witzige Handlung erdacht, in der das der Schreibtischarbeit überdrüssige Muttersöhnchen Bobby Child (Jens Janke) von seiner Mama (Angelika Bartsch in der Maske leider viel zu junge) in das öde Provinznest Deadrock (Toter Felsen) geschickt wird, um das dortige völlig überschuldete Theater abzuwickeln. In Deadrock gibt es nur eine Frau – Polly Baker (Karin Seyfried), Aber was für eine!
Und so entwickelt sich die Handlung. Keine Frage: Am Ende kriegen sich die beiden – und das in einem Blumenherzen, das vom Theaterhimmel schwebt. Herrlich kitschig!
Um diese Handlung fast drei Stunden lang auf die Bretter des Kieler Opernhauses zu bringen, wurde eine Truppe weitgehend aus Gästen zusammengestellt. Sie alle können spielen, sprechen, singen und vor allem – tanzen. Dieses Musical-Mix lebt vor allem vom Stepp-Tanz. Und der wird in Kiel großartig dargeboten. An der Spitze des Ensembles die Wienerin Karin Seyfried und Jens Janke – beide Spitzenkönner dieses Genre im ganzen deutschsprachigen Raum.
Auch alle übrigen Darsteller wissen zu gefallen. Unter ihnen wieder einmal der Prinzipal des Kieler „Polnischen Theaters“ Markus Dentler in zwei urigen Rollen. Großartig die elfköpfige Tanzgruppe als Follies Girls, Cowboys und Broadwqy Staff in der Choreografie von Jochen Schmidtke. Norbert Ziermann zeichnet für das alle Möglichkeiten der Technik nutzende reizvolle Bühnenbild verantwortlich, während Veronika Lindner die farbenfrohen Kostüme geschaffen hat.
Das Philharmonische Orchester der Landeshauptstadt müht sich unter Leitung von Mariano Rivas redlich um den Broadway-Sound
Ein gefeierter Abend, an dessen Schluss Etliches wiederholt werden musste.

Weitere Aufführungen:
12. und 26l November, jeweils 20 Uhr


Horst Schinzel
HS-Kulturkorrespondenz
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