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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Fleißig: Ehrenamt bei der Kinderbibelwoche in Ratzeburg

15. Oktober 2010 (HL-Red-RB) "Guten Morgen, die KinderBibelWoche war wieder das Highlight der Herbstferien in Ratzeburg", schreibt Britta Mirbach vom Ev.-Luth. Kirchenkreis
Lübeck-Lauenburg (RZ) und schickt folgenden Beitrag: "Das ist ja wieder Wettessen heute" - Inge Mette schneidet lachend noch eine grüne Gurke klein und übergibt das Tablett einem wartenden Jungen. Seit 12 Jahren schon ist sie ehrenamtliche Helferin bei der herbstlichen Kinderbibelwoche in Ratzeburg und hat es keine Minute bereut. 1994, da war sie noch Küsterin an der Kirche St. Georg auf dem Berge, fragte der junge neue Pastor Jürgen Hensel sie, ob sie nicht Brötchen schmieren und Tee für die Kinder kochen könnte, die er zur Kinderbibelwoche einladen wollte. Die Teilnehmerzahlen haben sich seitdem Jahr um Jahr nach oben bewegt. 1995 kamen ca. 40 Kinder, zwischenzeitlich waren es auch schon mal mehr als 200, und in diesem Jahr sind 140 Kinder aus Ratzeburg und Umgebung gekommen. „“Die Freude der Kinder, ist mein Lohn! Wenn man sieht, mit welcher Begeisterung alle dabei sind, wird man einfach mitgerissen!“ Da sind sich die fleißigen Brötchenschmiererinnen in der Küche einig.




Foto (ü/u.a. Quelle): Die Pastoren Jürgen Hensel, St. Georg auf dem Berge und Wiebke Keller, Gemeinde Str. Petri





Foto (ü/u.a. Quelle): Inge Mette, seit 14 Jahren ehrenamtlich an der Seite der Kinderbibelwoche


20 Helferinnen sorgen sich inzwischen um das leibliche Wohl, und noch einmal 40 kümmern sich um die Inhalte und die Gestaltung der 12 Gruppen. Alle Jahre ist der Ablauf ähnlich. In der ersten Woche der Herbstferien treffen sich die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren morgens um 9 Uhr in der Stadtkirche St. Petri zu einer kurzen Andacht und um die Inhalte des Tages spielerisch zu begreifen. Danach wird in den Gruppen zum Thema gebastelt, gemalt und natürlich gesprochen. Gegen 10.30 Uhr dann das Frühstück, um anschließend noch mal eine Stunde in der Gruppe zu verbringen. Zum Abschluss des Vormittages treffen sich dann alle Kinder und Betreuer wieder in der Kirche und singen gemeinsam. Die Gruppen präsentieren erarbeitete Inhalte. Briefe an Gott, Lichter in der Dunkelheit und andere Gegenstände werden gezeigt. Erstaunlich offen und spontan erklären auch die Jüngsten vorn in der Mitte am Altar, was sie gemacht haben.

Herr Soberger, der Organist an St. Petri, intoniert den diesjährigen KiBiWo-Hit: Das Lied von der geklauten Kokosnuss. Jetzt gibt’s kein Halten mehr. Alle singen aus vollem Halse. „Die Affen rasen durch den Wald“ und suchen die Kokosnuss. Wilde ausufernde Gesten berühren auch schon mal den Nachbarn, aber das macht nichts, man hat sich kennengelernt in diesen Tagen und keine Scheu mehr voreinander. Über Schul- und Altersgrenzen hinweg, ohne Ansehen der Herkunft oder einer möglichen Beeinträchtigung. Migration und Integration, arm oder reich, das ist hier kein Thema, alle zusammen beschäftigen sich mit „Mensch, Petrus“. Dem Freund von Jesus, der vom Fischer zum Menschenfischer wurde. Was hat er uns heute zu sagen, was hat er mir zu sagen?

Miriam, 7 Jahre, erzählt vorn am Mikrofon, dass sie sich in ihrem Brief an Gott bedanken möchte. „ich danke dir für mein Pflegepferd. Das hat mich ganz doll lieb.“ Und Benjamin aus der roten Gruppe beschreibt: „Meine Laterne soll Licht ins Dunkel bringen, soll die Angst vertreiben. Wenn ich damit im Dunkeln umher gehe ist Jesus bei mir!“ Hübsche Artikel sind in diesen 4 Tagen entstanden. Im großen Abschlussgottesdienst werden noch einmal alle gezeigt. Eltern und Verwandten wird berichtet, was die Kinder in den Tagen erarbeitet und gelernt haben. Dabei erzählt Charlotte schnell noch einer Betreuerin: „Das schenke ich nachher dir, Mama hat schon was bekommen!“ „Danke, danke“, lacht Birgit beim Safteinschenken, „aber erst wenn die Klebe trocken ist!“

Die rückläufige Teilnehmerzahl ist nicht auf nachlassendes Interesse der Kinder zurück zu führen, sondern rückläufige Geburtenzahlen sind hierfür verantwortlich. Der Anteil von Kindern unter sechs Jahren beträgt in Schleswig-Holstein nur noch knapp 5%, hier sieht man die Auswirkungen des vielbeschriebenen und bisher nur schwer greifbaren demografischen Wandels ganz deutlich.

Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. (Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.). Aber das stimmt nicht, sagen die Betreuer, die Kinder sind diszipliniert und wissbegierig. Wenn man sie richtig anleitet, helfen sie begeistert mit und freuen sich, nach einem Jahr wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen: „Oh, Inge, du bist auch wieder da! Toll“. Auch in der Stadt grüßen sich alt und jung, Schüler aus den verschiednen Schulformen und aus verschiedenen Alterstufen herzlich. „Hier wird der Samen für eine fröhliche Gemeinschaft in unserer Stadt gelegt, dafür lohnt sich der Einsatz“, resümiert Jürgen, der Pastor. „Jede KiBiWo ist eine Einladung zum Glauben an Jesus Christus – für Groß und Klein“."




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