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Mediziner zerstören Gebärmuttermyome mit Ultraschallwellen

10. Oktober 2010 (HL-Red-RB) Auch diese "Nachricht", vor einigen Tagen bereits bei Lübeck-Teatime eingegangen, soll nicht vernachlässigt werden: "Tumorentfernung ohne Operation - UK S-H-Mediziner zerstören Gebärmuttermyome mit Ultraschallwellen: Mit einer neuen Methode können Ärzte der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin und der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Campus Lübeck des UK S-H jetzt gutartige Tumore aus der Gebärmutter entfernen. Vorteil für die Patientinnen: Die Gebärmutter bleibt als Ganze erhalten. Die Behandlung erfolgt ambulant, ohne Operation und ist nahezu schmerzfrei. Die Patientinnen können die Klinik am selben Tag verlassen und bereits am nächsten Tag ihre gewohnten Aktivitäten wieder aufnehmen.

Die innovative Technik ist eine Kombination aus Magnet Resonanz
Tomographie (MRT) und hochintensiver fokussierter Ultraschalltherapie
(MRT-HIFU). Dabei werden Ultraschallwellen auf den Zielbereich innerhalb
des Uterustumors, eines sogenannten Myoms, gerichtet. Durch die
Bündelung des Ultraschalls im Körper auf einen Fokus konzentriert
sich die gesamte Energie auf ein kleines Volumen. Dort führt die
Energiedichte zu einer Erhitzung des Gewebes bis hin zu Temperaturen von
60-70° C, bei denen der Tumor verödet wird. Umliegendes Gewebe und die
Haut nehmen keinen Schaden.

Damit der hochfokussierte Ultraschall exakt das Myom trifft, wird die
Therapie unter Sichtkontrolle mittels Magnet Resonanz Tomographie (MRT)
durchgeführt. Die MRT-Überwachung bietet mehrere entscheidende Vorteile:
Erstens können der Tumor und das umliegende gesunde Gewebe sowie alle zu
schonende Strukturen kontinuierlich dargestellt werden. Zweitens kann
die MRT Temperaturänderungen sichtbar machen und so die Behandlung
überwachen. Dadurch wird sichergestellt, dass die gewünschte
Temperatur nur im Zielvolumen im Myom erreicht wird und sich
benachbartes Gewebe nicht miterwärmt. Abschließend kann anhand der
MRT-Bilder die erfolgreiche Behandlung des Myoms dokumentiert werden.

„Die Methode gibt uns zum ersten Mal die Möglichkeit, Eingriffe im
Körperinneren vorzunehmen, ohne die Oberfläche zu verletzen“,
erklärt Prof. Dr. Jörg Barkhausen, Direktor der Klinik für Radiologie
und Nuklearmedizin. „Die neue Technik ist sehr zukunftsträchtig, vor
allem weil sie ambulant eingesetzt werden kann und damit auch
kostensparend ist“, sagt Prof. Dr. Klaus Diedrich, Direktor der Klinik
für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Uterusmyome stellen die am häufigsten auftretenden gutartigen Tumore
bei Frauen im gebärfähigen Alter dar. Sie können sehr schmerzhaft sein
und starke Blutungen verursachen. Die Standardtherapie bestand bisher
darin, die Myome operativ herauszuschälen oder sogar die Gebärmutter zu
entfernen. Mit dem Eingriff war ein mehrtägiger Klinikaufenthalt
verbunden. Bei der MR-HIFU-Behandlung benötigen die Patientinnen nur ein
leichtes Schmerzmittel, eine Operation unter Narkose ist ebenso
überflüssig wie eine stationäre Aufnahme.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Prof. Dr. Klaus Diedrich, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und
Geburtshilfe
Tel.: 0451 500-2134, E-Mail: klaus.diedrich@uk-sh.de
Prof. Dr. Jörg Barkhausen, Direktor der Klinik für Radiologie und
Nuklearmedizin
Tel.: 0451 500-2128, E-Mail: joerg.barkhausen@uk-sh.de .


Quelle:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

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