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L.Gallinat: Arno Geiger las in Buchhandlung Weiland

14. September 2010 (HL-Red-RB)Es war ein kulturelles Highlight. Am letzten Montag wurde die 10."Internationale Lübecker Literaturwoche" des "Lübecker Autorenkreises und seine Freunde e.V." in der vollbesetzten Lübecker Buchhandlung Weiland mit einer Lesung Arno Geigers fortgesetzt, der Ausschnitte aus seinem jüngst im Carl Hanser Verlag erschienenen Roman "Alles über Sally" präsentierte.
Alfred und Sally sind schon sehr lange verheiratet. Das Leben verläuft in einem vorbestimmten Rahmen, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien ausrauben, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung gestört: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger fängt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund an. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, erzählt mit souveräner Realistik und komischer Härte die Geschichte einer großen Liebe.
Liebe und Verrat- Arno Geiger erzählt noch einmal die Geschichte, die schon unendlich oft erzählt worden ist, aber er erzählt sie neu für unsere Zeit, in der die alten Regeln der Gesellschaft längst auf dem Kopf stehen. Ein umwerfender Roman über den Ehebruch im Zeitalter der sexuellen Freimaurerei.
Dieser Roman gewinnt seinen Reiz durch die Arbitrarität des Lakonischen und Lapidaren. Geiger gestaltet subtil die Psychopathologie des Alltagslebens und besitzt einen unnachahmlichen Humor. Ihm gelingt es außerdem, landläufige Klischees originell zu dekonstruieren.
Der Autor beweist meisterhafte Dramaturgie, überzeugende Einfühlung in seine Protagonisten und beeindruckende sexuelle Direktheit. Die Figur des Ehemannes bleibt allerdings etwas farblos, Geiger unterliegt bisweilen stilistischen Schwankungen.
Arno Geiger, 1968 in Bregenz geboren, lebt in Wien. Bei Hanser erschienen die Romane "Kleine Schule des Karussellfahren" (1997), "Irrlichterloh" (1999), "Schöne Freunde" (2002), "Es geht uns gut" (2005) und der Erzählband "Anna nicht vergessen" (2007). Für sein Werk erhielt er den Friedrich Hölderlin-Förderpreis (2005), den Deutschen Buchpreis (2005) und den Johann Peter Hebel-Preis (2008).
Der Schriftsteller erhielt bei dieser Veranstaltung in Kooperation mit dem Buchhaus Weiland sehr viel Beifall.

Lutz Gallinat

© Lutz Gallinat ü/Lübeck-TeaTime (Impressum)

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