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HS-Kulturkorrespondenz: Wie alles begann: „Das Rheingold“

12. September 2010 (HL-Red-RB) Nachdem der „Ring“ geschmiedet ist, geht das Lübecker Theater daran, erstmals Wagners „Opus Magnum“ komplett zu zeigen. Und so gab es denn an diesem Freitag die Wiederaufnahme des 2007 erstmals gezeigten Vorspiels „Das Rheingold“. Im Blick auf das Gesamtwerk staunt der Betrachter, mit welcher Gradlinigkeit der Regisseur Anthony Pilavachi von Anfang an alles im Blick gehabt hat. Die Schlussszene der „Götterdämmerung“mit dem im Kreis angeleuchteten Alberich (Antonio Yang- dessen herrliche Stimme großen Anteil am Erfolg hat) findet sich gleich am Anfang des „Rheingold“ .Pilavachis absolute Konsequenz ist insofern bewundernswert.




Foto (TL/Bettina Stöß): Rheingold


Generalmusikdirektor Roman Brogli-Sacher – dessen Vertrag gerade um fünf Jahre verlängert worden ist – steht für die Wiederaufnahme fast die gesamte Originalbesetzung aus dem Jahre 2007 zur Verfügung. Welches Haus kann das von sich sagen? Die damals gefeierten Stimmen entzücken auch an diesem Abend das Publikum. Allerdings: Stefan Heidemann als Wotan st sichtlich über die Vorgabe der Rolle hinaus nervös und muss immer wieder vom Dirigenten geführt werden. Der hat such mit seinen Musikern seine Probleme. Im Gegensatz zur runden Leistung sechs Tage zuvor wird das Orchester mitunter viel zu laut.
Die größte Bewunderung gebührt Veronika Waldner als Fricka. Wie sich diese Künstlerin – die leider nicht mehr fest zum Ensemble gehört – in den sieben Lübecker Jahren entwickelt hat, ist allemal erstaunlich Im „Ring“ übernimmt sie viele – und vielseitige – Aufgaben, mitunter mehrere Rollen an einem Abend.
Die Rheintöchter (Sonja Freitag, Roswitha C. Müller und Sandra Maxheimer) müssen nicht nur herrlich singen, sondern auch artistische Fähigkeiten entwickeln. Das gelingt ihnen geradezu Varietéreif. Dies in dem doch vertrackten Bühnenbild des Momme Röhrlein, Die strahlende Burg, die Fasolt (Andreas Haller) und Fafner ( Gary Jankowski) den Göttern erbaut haben, stellt sich allerdings als Mischung aus von einem Logistikunternehmen geleasten Containern und vom Sperrmüll geklaubten Möbeln dar. Auf denn es sich offenbar sehr schlecht sitzt, denn Wotan muss eine Bank erst aufwändig zurecht rücken. Wenn die Götter selig ihre Burg beziehen, macht der fiese Loge (John Pickering) aus Zweifeln am guten Ausgang keinen Hehl. Dass er den ihren Schatz begehrenden Rheintöchtern eine Schuldverschreibung Wotans überbringen muss, ist ein genialer Regieeinfall.
Das Publikum der sehr gut besuchten Wiederaufnahme ist sichtlich und hörbar beeindruckt. Der Schlussbeifall ist geradezu frenetisch.


Horst Schinzel
HS-Kulturkorrespondenz
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