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DSD fördert Marienkirche in Bad Segeberg

29. Juli 2010 (HL-Red-RB) Einen gemeinsamen Fördervertrag für die anstehenden Restaurierungsarbeiten an der St. Marienkirche in Bad Segeberg im gleichnamigen Landkreis überbrachte gestern Gerhard Eichhorn vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) gemeinsam mit Thomas Begrich, Geschäftsführer der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler (KiBa), vor der Kirche an Pfarrer Martin Pommering von der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Segeberg. Gegenstand des Fördervertrages ist die Instandsetzung des Mauerwerks am Kirchenschiff. Zu der Fördersumme von 30.000 Euro steuern DSD und KiBa je die Hälfte bei. Weitere Hilfe erhält die Gemeinde auch vom Kirchenkreis.

Die der "Gottesmutter" Maria und dem Evangelisten Johannes geweihte St.
Marienkirche steht neben den etwas später errichteten Domen in Lübeck
und Ratzeburg am Anfang des monumentalen Gewölbebaus in Norddeutschland
und ist ein Frühwerk der Backsteinkunst. Die dreischiffige Basilika über
einem kreuzförmigen Grundriss wurde Anfang des 13. Jahrhunderts
vollendet. Der quadratische Westturm, dessen Halle das Mittelschiff
fortsetzt, wurde im späten 13. Jahrhundert fertiggestellt.

Das ursprüngliche Kreuzgratgewölbe wurde im Gipsgussmörtelverfahren
hergestellt. 1762 kam es zu größeren Umbaumaßnahmen. Bei weiteren
Arbeiten zwischen 1863 bis 1866 verzichtete man auf die Rekonstruktion
der Apsiden und stellte stattdessen den romanischen Ursprungszustand
wieder her. Dabei ummantelte man das Äußere neoromanisch und baute im
Seitenschiff große Fenster ein. Ein letzter gravierender Eingriff
erfolgte Ende der 1950er Jahre, als das barocke Gestühl entfernt und die
Sitzordnung unter Absenkung des Bodenniveaus neu organisiert wurde.

Der romanische Charakter des Bauwerks ist im Innenraum immer noch gut
erkennbar. Alle Joche werden von Kreuzgratgewölben überspannt und durch
Gurtbögen getrennt, lediglich über der nördlich des Chores angefügten
Sakristei findet sich ein Kreuzrippengewölbe. Über dem westlichen
Eingangsbereich erhebt sich die Orgelempore. Die Kirche hat bedeutende
Ausstattungsstücke aufzuweisen. Der Hauptaltar aus dem frühen 16.
Jahrhundert hat neben dem Bordesholmer Altar den größten und
bedeutendsten Altaraufsatz im Lande. Die Bronzetaufe datiert von 1447,
das hölzerne überlebensgroße Triumpfkreuz stammt aus der Zeit um 1500.

Die Marienkirche in Bad Segeberg ist somit eines von über 110 Projekten,
die die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und
Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in
Schleswig-Holstein fördern konnte, darunter befinden sich 31
Sakralbauten. Im gesamten Bundesgebiet hat die DSD bislang über 1.518
sakrale Bauwerke, darunter 772 Dorfkirchen unterstützt.

Quelle: DSD

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