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Weniger Schwangerschaften nach Vorbehandlung mit der Pille

26. Juli 2010 (HL-Red-RB) Reproduktionsmedizin: Weniger Schwangerschaften nach Vorbehandlung mit
der Pille - Studie von Gynäkologen des UK S-H zeigt überraschendes Ergebnis: Den meisten Patientinnen, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterziehen, wird vor Beginn der Therapie die kurzfristige Einnahme von oralen Kontrazeptiva („Antibabypille“) verordnet. Durch diese Vorbehandlung können die weiteren Schritte der assistierten Reproduktion besser terminiert werden. Wird die Pille abgesetzt, stellt sich eine Menstruation ein und die Stimulation der Eierstöcke kann beginnen. Der Zeitpunkt der Eizellentnahme und des Embryotransfers lassen sich nun exakt planen.

Doch diese international gängige Praxis hat offenbar negative
Auswirkungen auf die Schwangerschaftsrate. Das haben Gynäkologen der
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums
Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, in einer Studie herausgefunden. In
einer jetzt veröffentlichten Meta-Analyse von sechs randomisierten,
kontrollierten Studien mit den Daten von insgesamt 1343 Frauen konnten
PD Dr. Georg Griesinger und seine Kollegen zeigen, dass die Chance,
schwanger zu werden, nach Vorbehandlung mit oralen Kontrazeptiva um 20
Prozent sinkt.

„Warum das so ist, können wir noch nicht sagen“, erklärt PD Dr.
Griesinger. „Es ist möglich, dass bestimmte Wirkstoffe der Pille die
Gebärmutterschleimhaut beeinflussen und der Embryo sich deshalb
schlechter einnisten kann“, vermutet der Reproduktionsmediziner.

Alle Studien verwendeten kombinierte Pillen mit 0,03 mg
Ethinylestradiol und 0,15 mg Gestagen für 14 bis 28 Tage. Das
Pillen-freie Intervall vor der Stimulation betrug zwei bis fünf Tage.
Zur Stimulation der Eierstöcke wurde rekombinantes
Follikel-stimulierendes Hormon in einem GnRH-antagonisten Protokoll
eingesetzt. Der Embryonentransfer (IVF oder ICSI) wurde jeweils zwei bis
fünf Tage nach der Eizellentnahme durchgeführt. Von den 670 Frauen mit
Pillen-Vorbehandlung wurden 141 schwanger. Bei den 673 Frauen, die keine
Vorbehandlung erhielten, betrug die Zahl der Schwangerschaften 177.

Im Kinderwunschzentrum am Campus Lübeck verzichtet man generell auf die
Vorbehandlung mit der Pille. „Nur in ganz wenigen Fällen kann der
Einsatz der Pille sinnvoll sein, z.B. wenn eine Patientin überhaupt
keine Menstruation hat. Hier kann die Pille als Auslöser wirken“,
erläutert Dr. Griesinger.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
PD Dr. Georg Griesinger
Tel.: 0451 500-4418, Fax: 0451 500-5764, E-Mail:
georg.griesinger@frauenklinik.uni-luebeck.de


Quelle:
Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein

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