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MdB Hiller-Ohm trifft Spitzenvertreter des Deutschlandtourismus

23. Juni 2010 (HL-Red-RB) Deutschlandtourismus – Top oder Flop? Dieser Fragestellung gingen Akteure aus der Tourismusbranche gemeinsam mit Gewerkschaften und Bildungsinstituten auf Einladung der Tourismusexpertin der SPD-Bundestagsfraktion, der Lübecker Bundestagsabgeordneten Gabriele Hiller-Ohm, in einem hochkarätigen Workshop nach. Hiller-Ohm, die stellvertretende tourismuspolitische Sprecherin ist, erklärt: „Noch stehen die Zeichen auf grün. Trotz Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise hat sich der Tourismus in Deutschland als stabiler Wachstumsmotor erwiesen – auch in Lübeck. Doch dieser Trend ist trügerisch. Die Experten waren sich einig: Der demographische Wandel mit schwachen Geburtenjahrgängen und einer älter werdenden Gesellschaft stellt auch die Tourismusbranche vor schwere Herausforderungen. Schon heute fehlen Fachkräfte. In Schleswig-Holstein gab es 2009 mehr als 700 unbesetzte Ausbildungsstellen bei Köchen und Hotel- und Restaurantfachkräften.




Foto (ü/Büro MdB Hiller-Ohm): Gabriele Hiller-Ohm mit den Spitzenvertretern der Tourismusbranche im Bundestag


Schlechte Arbeitsbedingungen, Saisonbetrieb und niedrige Löhne, die zum Teil nur knapp über fünf Euro liegen, fördern Abwanderungstendenzen in andere, attraktivere Berufszweige. Junge Menschen haben wieder die Wahl. Einem existenzgefährdendem Fachkräftemangel kann nur durch bessere Arbeits-, Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote begegnet werden. Wer in der Branche auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit ab 2011 mit Scharen von Billiglöhnern hofft, könnte auf „Rettung“ vergeblich warten. In den östlichen EU-Ländern ist eine steigende Lohnentwicklung zu verzeichnen und auch dort gehen die Geburten mit entsprechenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zurück. Ein gesetzlicher Mindestlohn, flexible Ganzjahresverträge und eine deutlich verbesserte Ausbildung sind deshalb bei uns in Deutschland wichtige Voraussetzungen für stabile Zukunftschancen in der Tourismuswirtschaft.

Die Branche hat den Handlungsbedarf erkannt, begründet die freien Ausbildungsplätze aber vor allem mit der mangelnden Ausbildungsreife der Schulabsolventen. Wir haben in Regierungsverantwortung auf Bundesebene versucht, Defizite der Länder in der Bildungspolitik zum Beispiel durch den Ausbau von Ganztagsschulen, das Recht auf Nachholen des Hauptschulabschlusses und vielfältige Fördermaßnahmen zur Berufsvorbereitung aufzufangen. Das kann jedoch nur eine Notlösung sein. Wir brauchen eine konzertierte bundesweite Bildungsoffensive, an der sich auch die Tourismusbranche selbst kraftvoll beteiligen muss.

Der jährliche DGB-Ausbildungsreport zeigt die Schwachstellen auf: Etliche Überstunden, mehr Arbeit als reguläre Ausbildung und die höchsten Abbrecherquoten. Hotel- und Restaurantfachkräfte landen im DGB-Ranking auf den beiden letzten Plätzen. CDU, CSU und FDP wollen laut Koalitionsvertrag das Jugendarbeitsschutzgesetz sogar noch lockern und mehr Nachtarbeit zulassen. Das lehnen wir ab.

Wir haben 2009 gemeinsam mit unserem damaligen Koalitionspartner ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Stärkung der Aus- und Weiterbildung in der Tourismusbranche beschlossen. Es wird Zeit, dass die neue Bundesregierung unsere Forderungen nun endlich umsetzt.“

www.hiller-ohm.de

Quelle:
Gabriele Hiller-Ohm, MdB | SPD-Bundestagsfraktion





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