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Hiller-Ohm: „Mit Armut darf man keine Geschäfte machen“

21. Juni 2010 (HL-Red-RB) Aktionswoche der Schuldnerberatung gegen unseriöse Berater: Zwischen drei und vier Millionen Privathaushalte sind in Deutschland überschuldet. Viele Menschen in finanziell angespannten Situationen geraten häufig ins Visier unseriöser Kreditvermittler und Schuldenregulierer. Die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD), stellvertretende Sprecherin der AG Verteilungsgerechtigkeit der SPD-Bundestagsfraktion, weist in diesem Zusammenhang auf die Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) hin:

„Mit Armut darf man keine Geschäfte machen! Unseriöse Kreditvermittler wittern ihre Chance aber gerade bei überschuldeten Haushalten. Sie suggerieren, dass auch Kreditsuchende mit schlechter Bonität auch ohne SCHUFA-Auskunft Kredite erhalten. In fast allen Fällen verschleppen die Kreditvermittler das Verfahren, indem sie fortlaufend weitere Dokumente und Unterlagen von ihren Klienten einfordern. Schlussendlich erfolgt dann eine Ablehnung des Kredits – mit häufig sehr fadenscheinigen Begründungen. Gleichzeitig verlangen die Kreditvermittler von ihren ahnungslosen Kunden die Erstattung der Auslagen, eine Aufwandspauschale oder eine Bearbeitungsgebühr. Zeitgleich wird mit der Zahlungsaufforderung mit Inkasso und Pfändung gedroht, um die Klienten weiter einzuschüchtern. Laut SCHUFA sind im Jahr 2007 knapp 400.000 Menschen Opfer eines Kreditvermittlungsbetrugs geworden – die Dunkelziffer ist hoch.

Ein weiteres Problem sind die privaten Schuldenregulierer. Staatliche anerkannte Beratungsstellen haben sehr geringe Beratungskapazitäten. In Schleswig-Holstein haben wir nur 35 Beratungsstellen, die eine seriöse Schuldnerberatung anbieten, dazu gehören neben der Verbraucherzentrale auch die Wohlfahrtsverbände. Hier ist die Schuldnerberatung kostenlos. Private, gewerblich handelnde Schuldenregulierer wollen dagegen aus der Not vieler Menschen Profit schlagen.

Leider trägt auch das Sparpaket der schwarz-gelben Landesregierung nicht zur Verbesserung überschuldeter Menschen bei. So sollen Schuldner die Kosten der Restschuldbefreiung künftig selbst tragen. Die Regierungen in Bund und Land sind gefordert, die Lage überschuldeter Menschen zu entspannen. Dazu gehört auch, unseriösen Kreditvermittlern und Schuldenregulierern einen Riegel vorzuschieben.

Ein Kreditvermittler sollte – ähnlich wie ein Wohnungsmakler – nur bei erfolgreicher Vermittlung Geld dafür bekommen. Darüber hinaus muss ein Kreditvermittler bestimmte Standards erfüllen. Gegenwärtig darf sich jeder Laie mit Gewerbeschein Kreditvermittler nennen. Eine Qualitätssicherung ist für den Bereich der Schuldnerregulierung ebenso wichtig, wie eine Mittelaufstockung für die staatlich anerkannte Schuldnerberatung.

Ein wichtiger Schritt ist die Einführung des Pfändungsschutzkontos, auch P-Konto genannt, zum 1. Juli. Hier genießt jeder Schuldner den Basispfändungsschutz von 985,15 Euro pro Monat. Bis zu diesem Betrag kann vom eigenen Konto abgehoben werden. Im Rahmen der Aktionswoche stehen in Lübeck am Dienstag zwischen 13 und 17 Uhr Expertinnen und Experten zum P-Konto in der Beratungsstelle der GATE-Schuldnerberatung unter der Telefonnummer 0451 / 50 28 29 0 zur Verfügung.“


www.hiller-ohm.de

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