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VNW schlägt Alarm: Kürzungen u.a. Städtebauförderung verheerend

21. Juni 2010 (HL-Red-RB) Vom Kieler VNW-Verbandstag in der vergangenen Woche unter dem Motto "Nachhaltig und innovativ! Aus Tradition modern" erreichte Lübeck-TeaTime folgender Beitrag: "VNW schlägt Alarm: Kürzungen von Städtebauförderung, KfW-Gebäudesanierungsprogramm und Wohnungsbauförderung in Schleswig-Holstein wären verheerend.
I. Kontraproduktive „Sparpläne“
Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer will die Bundesmittel für die Städtebauförderung, die Programme „Soziale Stadt“ und „Stadtumbau Ost und West“ sowie KfW-Programme zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Gebäudebereich für das Jahr 2011 halbieren. VNW-Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege kritisierte auf dem Verbandstag des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (VNW) in der Kieler Halle400 heute die Sparpläne von Minister Ramsauer und der schleswig-holsteinischen Landesregierung. Diese will das Wohnungsbauzweckvermögen auf 90 Millionen Euro pro Jahr absenken und die fehlenden 35 Millionen Euro in die Krankenhausfinanzierung stecken.

Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege kritisiert diesen Eingriff in das Wohnungsbauzweckvermögen:

„Die Landesregierung gefährdet damit die künftige Qualität des Wohnens im Land. Die zweckentfremdeten Gelder fehlen für den dringend notwendigen Wohnungsbau und die energetische Modernisierung. Die mittelfristige Planungssicherheit geht verloren. Wohnungsunternehmen werden viele Bauprojekte auf die lange Bank schieben. Das Investitionsvolumen in Schleswig-Holstein wird drastisch zurückgehen. Der Anfang 2009 mit der Landesregierung geschlossene Klimapakt ist akut bedroht. Ohne die durch das Zweckvermögen ermöglichte Förderung wird es deutlich weniger Neubau und energetische Modernisierungen im Land geben. Damit ist der Erfolg des gesamten Aktionsplans gefährdet, zumal auch der Bundesbauminister eine Halbierung der KfW-Förderung angekündigt hat.

Mit ihren Plänen torpedieren der Bundesbauminister und die Kieler Landesregierung die erklärten Regierungsziele, für Klimaschutz, Wachstum und positive Stadtentwicklung zu sorgen. Wer Klimaschutz fordert, muss Klimaschutz auch fördern. Der Markt allein sichert auch nicht Stadt- und Wohnqualität im rasanten gesellschaftlichen Wandel. Wer sinnvolle Investitionsimpulse mit großem Multiplikatoreffekt zurückfährt, reduziert das Steueraufkommen und vergrößert die Probleme. 1 Euro öffentliche Förderung bewirkt hier rund 9 Euro an Folgeinvestitionen. Intelligentes Sparen sieht anders aus. Ramsauer opfert zugunsten ungebremsten Straßenbaus, wo er nicht sparen will, die Wohn- und Lebensbedingungen der breiten Bevölkerung und viele Arbeitsplätze im Bauhandwerk.“

II. Nachhaltige Wohnungswirtschaft

DDie VNW-Unternehmen handeln im Unterschied zu kurzsichtiger Politik ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltig. Ihre solide Immobilienfinanzierung und ihr nachhaltiges Geschäftsmodell haben sie vor den Verwerfungen bewahrt, die in den USA und dann weltweit zu einer dramatischen Wirtschaftskrise geführt haben. Die 315 Mitgliedsunternehmen des VNW sind ein wichtiger Stabilitätsfaktor in Norddeutschland. Im Jahr 2009 investierten sie gut 1 Milliarde Euro in Neubau, Modernisierung und Bestandspflege (Hamburg: 478 Millionen Euro, Mecklenburg-Vorpommern: 241 Millionen Euro, Schleswig-Holstein: 283 Millionen Euro). Mit ihren Investitionen sichern sie ca. 25.000 Arbeitsplätze im Baugewerbe und geben rund 1,5 Millionen Menschen mehr als nur ein Dach über dem Kopf, nämlich ein gutes Zuhause.

Wege:

„Die Verbandsunternehmen denken, handeln und finanzieren langfristig. Sie achten auf eine angemessene Eigenkapitalquote, zugleich aber auf die Kundenwünsche. Unsere Mitgliedsunternehmen treffen Investitionsentscheidungen mit Augenmaß. Sie sind am langfristigen Erfolg ihrer Investitionen, vor allem an Wohnqualität und Wohnzufriedenheit ihrer Mieter interessiert. Eine unter 600 Mieterhaushalten in Norddeutschland durchgeführte Befragung hat die hohe Wohnzufriedenheit bei Wohnungsgenossenschaften wie kommunalen Wohnungsgesellschaften bestätigt.

III. Innovative Wohnungswirtschaft plant Vernetztes Wohnen n

Ein Beispiel für die Innovationskraft der VNW-Unternehmen ist das „Vernetzte Wohnen“.

Für 92 Prozent der befragten VNW-Mitgliedsunternehmen ist das Vernetzte Wohnen zukünftig ein wichtiges Vermietungsthema. Für 61 Prozent der Befragten werden Mietinteressenten künftig immer mehr auf das intelligente Haus achten. Für 85 Prozent wird das Angebot des Vernetzten Wohnens zu einer besseren Vermietung des Wohnungsbestandes beitragen.

Dies sind die Kernaussagen einer repräsentativen Online-Befragung im Mai 2010 durch das Hamburger Forschungsinstitut F + B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH in Zusammenarbeit mit der WTC Wohnen & TeleCommunication GmbH Hamburg/München im Auftrag des VNW. Bei den befragten knapp 60 VNW-Mitgliedsunternehmen handelt es sich zu zwei Drittel um Wohnungsgenossenschaften und zu einem Viertel um kommunale Wohnungsunternehmen.

Intelligentes Wohnen (Vernetztes Wohnen oder Smart Home) bezeichnet Lösungen im privaten Wohnbereich, bei denen technische Lösungen mehr Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und höheren Wohnkomfort in der eigenen Wohnung schaffen.

Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege:

„Die Ergebnisse der Studie belegen die Richtigkeit unseres Verbandstagsmottos: Unsere Mitgliedsunternehmen sind nicht nur nachhaltig, sondern auch innovativ. Sie denken bereits heute über die Wohntechniken von morgen nach. Sie bieten ihren Mietern nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern intelligente Dienstleistungen rund ums Wohnen. Der Mieter fragt nicht nur vier Wände nach. Seinem Alter, Einkommen und Bildungstand entsprechend möchte er in seiner Wohnung so viel Komfort wie möglich.“

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. ( (VNW) vertritt 315 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften (Hamburg 87, Mecklenburg-Vorpommern 155, Schleswig-Holstein 73). In ihren 717.000 Wohnungen (Hamburg: 278.000, Mecklenburg-Vorpommern: 285.000, Schleswig-Holstein: 154.000) leben rund 1,5 Millionen Menschen.


Quelle/Info: www.vnw.de

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