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Familienfreundlichkeit in vielen Unternehmen Selbstverständnis

16. Mai 2010 (HL-Red-RB) Eben noch intern "familiär" - nun "Familienfreundlichkeit" als Thema in Unternehmen, von der die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck zu berichten weiß:"Der demografische Wandel kommt. Bereits in fünf Jahren könnten den Unternehmen in der HanseBelt Region Prognosen zufolge bis zu 50.000 Fachkräfte fehlen. „Diese Realität müssen wir anerkennen. Reagieren reicht aber nicht, wir müssen den Wandel aktiv und vorausschauend gestalten“, sagte Christoph Andreas Leicht, Präses der IHK zu Lübeck, zum Start einer Reihe von Informations-Veranstaltungen der Beratungsstelle „Wirtschaft und Familie“ der IHK zu Lübeck. Mehr als 60 Zuhörer waren Anfang Mai zu den Vorträgen und Workshops in das Hoghehus in Lübeck gekommen.

Leicht betonte, Wandel eröffne auch Chancen. „Wenn wir mitgestalten wollen, benötigen wir in unserer Gesellschaft eine neue Einstellung zu Kindern und Familie.“ Er rief die Arbeitgeber dazu auf, den Rahmen zu schaffen, in dem Mitarbeiter Zeit und Gelegenheit hätten, Kinder zu erziehen oder Angehörige zu pflegen. Die Mitglieder des HanseBelt Initiativkreises hätten mit ihren „Rückenwind“-Projekten „Traumjob im HanseBelt“ bereits die Weichen gestellt, um sich einen Vorteil im Wettbewerb um die klügsten Köpfe zu haben.

Der Mittelstandsbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Hans-Jörn Arp, bestätigte, dass die Bevölkerung im Norden schrumpfen werde. „Wenn wir nicht rechtzeitig handeln, gefährden wir unseren Mittelstand.“ Die Folge wären Einbußen in der Volkswirtschaft. „Beruf und Familie lassen sich nicht trennen. Bei der modernen Personalplanung geht es nicht mehr darum, ob ein Unternehmen familienfreundlich ist, sondern um das Wie“, betonte Arp. Mit individuellen Lösungen könnten Firmen die Reserven des Arbeitsmarktes, vor allem Ältere mit Erfahrung oder Frauen nach einer Familienphase, als Mitarbeiter gewinnen.

In einer von Anine Linder vom Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ im DIHK moderierten Diskussion stellten die Personalchefs von Niederegger, Klaus Puschaddel, und der Volksbank Lübeck, Olaf Tietgen, fest, dass für die meisten Unternehmen im HanseBelt Familienfreundlichkeit oder eine familienbewusste Personalführung eine Selbstverständlichkeit seien. Tietgen betonte, dass sein Institut in Umfragen regelmäßig den Bedarf der Mitarbeiter ermittle. Beim Marzipan-Hersteller Niederegger sei die Familienfreundlichkeit von existenzieller Bedeutung, betonte Puschaddel. „Wir haben das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter sogar im Unternehmens-Leitbild festgehalten.“

Nicola Wessinghage, Geschäftsführerin der Agentur „Mann beißt Hund“, und Andrea Montua, Geschäftsführerin der Kommunikationsagentur Montua & Partner, bezeichneten das Vorgehen der beiden Unternehmen als beispielhaft, da sie zunächst nach innen kommunizierten und dann nach außen gingen. Über ein Netzwerk wie die HanseBelt Initiative hätten die Firmen eine gute Plattform, über die sie gemeinsam die Vorteile der Region für Fachkräfte bewerben könnten. „Das verdeutlicht, dass die Work-Life-Balance hier stimmt“, so Wessinghage. Sie betonte zugleich: „Führungskräfte sollten Familienfreundlichkeit als Erfolgsfaktor begreifen und vorleben.“

Die Leiterin der vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein unterstützten Beratungsstelle „Wirtschaft und Familie“, Theda Greisner, fasst zusammen, dass sich mit der Kommunikation des Familienfreundlichkeit neue Wege beschreiten ließen. Es sei dringend notwendig, dass Firmen Konzepte entwickelten, die den Mitarbeitern Freiraum für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährten. „Außerdem sollte es Lösungen für pflegende Angehörige geben“, sagte sie.




Foto (IHK zu HL): Familienfreundlichkeit im Fokus: IHK-Präses Christoph Andreas Leicht (von links), Kommunikationsexpertin Andrea Montua, Hans-Jörn Arp, Mittelstandsbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, Niederegger-Personalchef Klaus Puschaddel, Kommunikationsexpertin Nicole Wessinghage, Olaf Tietgen, Personalleiter der Volksbank Lübeck, Anine Linder vom Netzwerbüro "Erfolgsfaktor Familie" im DIHK und Theda Greisner, Leiterin des Projektes "Wirtschaft und Familie" in der IHK zu Lübeck.


Quelle:
Industrie- und Handelskammer zu Lübeck

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