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IHK-Konjunkturumfrage für 1. Quartal 2010: Es geht langsam voran

23. April 2010 (HL-Red-RB) Es geht konjunkturell weiter aufwärts in Schleswig-Holstein – aber nur langsam. Die schleswig-holsteinische Wirtschaft ist mit wenig Schwung ins neue Jahr gestartet. Der Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen 0 und 200 annehmen kann, ist im Vergleich zum Vorquartal von 101 auf 108 Punkte angestiegen. Er liegt aber deutlich über dem entsprechenden Vorjahreswert von 70, der den absoluten Tiefpunkt in der Finanz- und Wirtschaftskrise darstellte. Dies ergab die von der IHK Schleswig-Holstein durchgeführte repräsentative Umfrage bei 1.400 Unternehmen im nördlichsten Bundesland.

Insgesamt beurteilen 23 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut,
50 Prozent als befriedigend und 27 Prozent als schlecht (Vorquartal: 25 Prozent; 48 Prozent;
27 Prozent). Damit liegen die Urteile über die aktuelle Geschäftslage praktisch auf dem
Niveau des Vorquartals. Deutlich verbessert haben sich aber die Zukunftseinschätzungen.
Ingesamt erwarten 35 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung ihrer Situation,
49 Prozent eine gleichbleibende und 16 Prozent eine schlechtere Lage (Vorquartal 26
Prozent; 51 Prozent; 23 Prozent). Die Unternehmen rechnen also in den kommenden
Monaten mit einer weiteren Konjunkturbelebung. Zu den Ergebnissen erklärte Margarete
Böge, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein: „Die Stimmung in der Wirtschaft steigt. Der
etwas holprige Start ins neue Jahr macht aber auch deutlich, dass uns die Folgen der
Finanzkrise noch länger beschäftigen werden.“
Die Konjunkturerholung wird im Wesentlichen von der anziehenden Exportnachfrage
gestützt. Eine spürbare Belebung des Arbeitsmarktes zeichnet sich noch nicht ab. Zunächst
werden Arbeitszeitkonten wieder aufgefüllt und Kurzarbeit zurückgeführt. Die
Investitionsneigung der Unternehmen ist weiter gestiegen.
Zu den einzelnen Wirtschaftsbereichen:
Die aktuelle Lage in der Industrie hat sich weiter aufgehellt, positive und negative Urteile
halten sich wieder die Waage. Die stark exportabhängigen Investitionsgüterhersteller haben
den größten Sprung nach vorn gemacht. Trotz vielfach noch nicht ausgelasteter Kapazitäten
erwartet in der Industrie fast jedes zweite Unternehmen in den kommenden Monaten eine
Verbesserung der Geschäftslage. Angesichts des langen und harten Winters konnte die
Bauwirtschaft nicht ganz an die Ergebnisse des Vorquartals anknüpfen. Sie ist aber wegen
der positiven Effekte aus dem Konjunkturprogramm II bei der Beurteilung der zukünftigen
Geschäftsentwicklung relativ optimistisch. Im Einzelhandel muss von einem verpatzen Start
ins neue Jahr gesprochen werden. Über 40 Prozent der Unternehmen berichten von einer
schlechten Geschäftslage. Das Auslaufen der Abwrackprämie im Kraftfahrzeughandel und
der harte Winter wirken sich deutlich negativ aus. Der Großhandel berichtet von einer
überwiegend befriedigenden aktuellen Lage und blickt relativ optimistisch in die Zukunft. Das
Verkehrsgewerbe arbeitet sich mit anziehender Industriekonjunktur langsam aus dem
Konjunkturtal heraus. Die schleswig-holsteinische Kreditwirtschaft berichtet weiterhin von
guten Geschäften und auch die positiven Erwartungen über die Entwicklung in den
kommenden Monaten lassen nicht auf eine bevorstehende Kreditklemme schließen. In der
Dienstleistungsgesellschaft hat sich das Konjunkturklima insgesamt leicht verbessert. Dieser
Wirtschaftssektor erweist sich zunehmend als Konjunkturstütze.

Quelle: IHK Schleswig-Holstein

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